Katharine Burdekin "Proud Man" 1934

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Carol Rose
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Katharine Burdekin "Proud Man" 1934

Beitrag von Carol Rose » 11 Okt 2025, 23:50

Katherine Burdekin - Wikipedia (engl.)
https://en.wikipedia.org/wiki/Katharine_Burdekin

Kurzer Plot-Zusammenfassung (ohne Spoiler):Der Roman wird aus der Perspektive eines "Genuine Person" (eines "echten Menschen" oder Hermaphroditen) erzählt, der aus einer fernen, friedlichen Zukunftsgesellschaft in die Vergangenheit – genauer gesagt ins England der 1930er Jahre – geschleudert wird. Diese Zukunft ist eine harmonische, geschlechterlose Utopie, in der Konflikte, Gewalt und Geschlechterhierarchien überwunden wurden. Der Besucher, der sowohl männliche als auch weibliche Merkmale trägt, landet in einer Welt, die von "Proud Man" (dem stolzen, patriarchalen Mann) dominiert wird – einer Gesellschaft, in der Männer als überlegene Krieger und Herrscher gelten, Frauen unterdrückt werden und Homosexualität tabu ist.Durch die Augen dieses Außenseiters entfaltet sich eine satirische und philosophische Auseinandersetzung: Der Hermaphrodit interagiert mit Figuren wie einem arroganten Aristokraten, einer eifersüchtigen Frau und einem Priester, die die absurden Konventionen ihrer Zeit verkörpern. Er hinterfragt Themen wie Männlichkeitsideale, sexuelle Unterdrückung, Rassismus und die Wurzeln von Krieg und Neid. Der Protagonist versucht, die Menschen von ihrer "subhumanen" Kondition zu befreien, stößt aber auf Widerstand und Missverständnisse – was zu humorvollen, aber auch düsteren Momenten führt. Der Roman endet mit einer radikalen Vision von Befreiung und Veränderung.

Stark feministisch und queer – es kritisiert die 1930er-Jahre-Gesellschaft (z. B. aufkommender Faschismus) und prophezeit eine Welt jenseits von Geschlechterzwängen.
Philosophisch und experimentell, mit Elementen von Satire und Dialogen, die wie ein Gedankenexperiment wirken.
Wurde lange unterschätzt, aber Daphne Patai hat es in den 1980er Jahren wiederentdeckt und mit einer Einleitung versehen. Heute gilt es als Klassiker der feministischen SienceFiction.

zu finden (kostenlos) hier:
https://archive.org/details/proudman00burd/page/20/mode/2up
und
https://digitalarchive.tpl.ca/objects/364599/proud-man

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Carol Rose
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Kannte Katharine Burdekin die Autorin Virginia Woolf?

Beitrag von Carol Rose » 12 Okt 2025, 02:04

Kannte Katharine Burdekin die Autorin Virginia Woolf?
Ja, es gibt Hinweise darauf, dass Katharine Burdekin (1896–1963) und Virginia Woolf (1882–1941) sich persönlich kannten und in denselben literarischen Kreisen bewegten. Beide waren in den 1920er und 1930er Jahren aktive Autorinnen in der Londoner Literaturszene, die von feministischen, pazifistischen und intellektuellen Themen geprägt war. Hier eine kurze Übersicht basierend auf biografischen Quellen:Bekanntschaft und KontextZeitraum und Szene: Burdekin trat nach dem Ersten Weltkrieg und ihrer Scheidung 1922 in die Londoner Literaturszene ein. Ab 1926 lebte sie mit ihrer lebenslangen Partnerin Isobel Allan-Burns zusammen und verkehrte in Kreisen um Figuren wie Havelock Ellis, Bertrand und Dora Russell sowie Leonard und Virginia Woolf.

Woolf, die mit Leonard den Hogarth Press leitete, war ein zentraler Knotenpunkt für progressive Intellektuelle – Burdekin gehörte zu ihren "Kollegen" (colleagues).
Persönliche Nähe: Quellen beschreiben sie als "associating with" (miteinander assoziiert) oder "included among" (eingeschlossen unter) Woolfs Bekannten.

Es gibt keine detaillierten Briefe oder Tagebucheinträge, die eine enge Freundschaft belegen (im Gegensatz zu Woolfs Beziehung zu Vita Sackville-West), aber ihre gemeinsamen Kreise deuten auf Treffen bei Dinner-Partys oder literarischen Veranstaltungen hin.

Gemeinsame Themen und Einfluss
Beide Autorinnen teilten Interessen an Feminismus, Pazifismus und Kritik am Patriarchat. Burdekins dystopische Romane wie Swastika Night (1937) und Proud Man (1934) werden oft mit Woolfs Werken wie Three Guineas (1938) verglichen, da sie den Aufstieg des Faschismus thematisieren.

Akademische Analysen sehen Burdekin als "Utopian Feminist" im Kontrast zu Woolfs "Dystopian Modernism".

Woolf las möglicherweise Burdekins Werke (z. B. via Hogarth Press-Verbindungen), und Burdekin könnte von Woolfs Essays inspiriert gewesen sein, die Geschlechterrollen dekonstruierten.

Einschränkungen
Die Bekanntschaft war wahrscheinlich oberflächlich-professionell, nicht intim. Burdekin schrieb unter Pseudonymen und war weniger prominent als Woolf. Nach Woolfs Tod 1941 und Burdekins Rückzug in den 1940er Jahren verblasste die Verbindung.
Primärquellen: Biografien wie Daphne Patais Einführung zu Burdekins Werken oder Woolfs Tagebücher erwähnen keine expliziten Treffen, aber der Kontext ist klar.

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