Ein Patriarchat kann nicht existieren, wenn diese Gegebenheit erhalten bleibt.
Die Frau muss entmachtet werden.
Sie wird ihre Waffen abgeben müssen.
Das geschieht, indem ihre Sexualität mit Scham und Moral zugeschüttet wird.
Das geschieht, indem sie ihre Reize verstecken muss, um nicht als Schlampe und unehrenhaft zu gelten.
Nun haben wir durch Erziehung die beschämte und sexuell entmachtete Frau,
die sich ohne Scham ihrer Reize nicht mehr bedienen kann.
Die Blockaden, Komplexe und Neurosen wurden antrainiert und sind als Schüchternheit bekannt.
Schüchternheit zählt im Patriarchat als Heiligenschein und ist ehrenhaft.
Der patriarchale Mann ist nun ihr Retter; mit ihm darf sie das erleben, was ihr genommen wurde.
Aber nur mit ihm. Nur mit diesem einen, ihrem Retter.
Hier schafft sie es, ihre Scham zu überwinden, weil er sie, wenn er sie beglückt, davon befreit.
Aber nur für diesen Zweck, um sie in Besitz zu nehmen.
Nur der Sex mit ihrem Retter ist schambefreit.
Mit der Liebe, die im Patriarchat für die patriarchale Frau über dem Sex steht,
befreit sie sich aus ihrer Scham – ihr Retter, ihre Liebe. Sex ist nur Nebensache.
Aber nicht für ihn. Für ihn ist es das Wichtigste.
Er bindet die patriarchal geprägte Frau an sich;
damit sie ihm ihre Liebe beweisen kann, muss sie das tun,
was schambesetzt ist und was sie immer wieder schuldig macht,
und er sie immer wieder begnadigen kann.
Ihre Schuld entsteht dadurch, dass sie Sex hat.
Die Schuld kann nur von ihrer Liebe befreit werden, die er verkörpert.
Er hat Sex mit ihr, löst ständig Schuld in ihr aus und begnadigt sie dafür mit seiner Liebe.
Ihre Unfähigkeit, durch anerzogene Scham Sex außerhalb von Liebe zu genießen,
hält sie in der Beziehung zu dem Patriarchen.
Dieses Konstrukt aus Schuld, Scham und Liebe ist der patriarchale Trick.
In der Bildillustration hat die rechts dargestellte, patriarchal konforme Frau auch Lippenstift aufgetragen.
Dies ist kein Fehler im Bild, sondern soll aufzeigen, dass auch die patriarchal konforme Frau ab und zu
eine Schlampe zu spielen hat. Zur Unterhaltung. Genau so, wie es die Frau in der linken Darstellung
aus freien Stücken gerne ist.
Die patriarchal geprägte Frau ist aber die Schlampe aus Liebe, spielt dies als Rollenspiel,
damit sie dem Mann gefällt, weil er sie ja liebt und sie ihn.
Das ist ein großer Unterschied.
Die patriarchal geprägte Frau kann aus sich selbst heraus keinen Spaß mehr am Sex haben;
das wurde ihr durch eine Erziehung, die Sex mit Scham belegt, genommen.


