Die metapolitische Rezeption des Themas Trans*

Die metapolitische Rezeption des Themas Trans*

Postby Freeyourgender » Saturday 13. July 2019, 12:52

Transphobie.
Wenn es wieder passiert ist, Gewalt, Mord, und jedem klar ist, dass die Intention
der Tat allein die Tatsache war, dass diese Person als Trans*Person in der Öffentlichkeit aufgefallen ist,
vielleicht sogar sehr viel politische Macht ausübte, fragen sich viele: Wieso...

Nebenbemerkung:
Um diese konkrete Frage komplett auszublenden, unterlässt es ein Staat,
Transphobie, sowie auch Homophobie, Lesbophobie, als eigene Kategorie in Strafregistern und Kriminalitätsstatistiken zu führen,
in der Strafakte werden andere Dinge aufgeführt, aber nicht auf die eigentliche Ursache gezeigt.
> Vermeiden der Sichtbarmachung von Transphobie.
Wer vermeidet, kann und will auch keine Ursachen finden um die gesellschaftliche Akzeptanz zu verbessern.
Streng genommen, machen sich alle Vermeider zu Mittätern.
Es ist strafbar, wenn ich im Straßenverkehr an einem Unfallort vorbeifahre.
Es müsste analog dazu strafbar sein, wenn ich Transphobie und Homophobie verleugne.

Zurück zum Wieso...
Antworten gibt es viele. Das Patriarchat mit deren Definitionsgrenzen auf genitaler Ebene ist ein Versuch eine Antwort zu geben.
Aber die Antworten sind vielschichtiger, komplexer.

Eine Möglichkeit Antworten zu finden wäre, die Fragestellungen zu ändern.

z.B. könnten wir anstatt die Frage nach der Intention des Mörders zu stellen,
sichtbare soziokulturelle Phänomene hinterfragen.

Ich könnte z.B. die Frage stellen,

Warum ein Youtube-Video, hochgeladen am 14. Oktober 2015, des öffentlichen argentinischen Rundfunks,
dass einen Nachrichten-Report über die 3 Tage zuvor ermordete, sehr bekannte Trans-Aktivistin
Diana Sacayán zeigt, bis zum 13. Juli 2019, dem heutigen Tag, keinen einzigen Kommentar generiert hat,
nur lediglich 9 Gefällt mir Reaktionen und lediglich 1193 Aufrufe, bei einer Abonenntenzahl von fast 1 Mio.

Image

Jeder der Antworten auf dieses Phänomen des Desinteresses, der Verdrängung, des Wegschauens für sich sucht,
wird auch auf Antworten stoßen, die Transphobie und Gewalt gegen Trans*Personen erklären.
Beides, Gewalt und das Wegsehen, die opportune Nichtanteilnahme, haben die gleichen Ursachen.

Weiterhin kann zur Ursachenerklärung hilfreich sein, Antworten auf die Ursache für die zur Alltagsgesellschaft
ambivalenten Effekte des Themas Trans* im Erotik-Biz in die Überlegungen miteinzubeziehen.
Hier kommt zum Ausdruck, dass ein sehr starkes Interesse und hohe Nachfrage zu dem Thema herrscht,
dass mittlerweile zu jeder Mainstreamtubepornoseite, also außerhalb des Fetisch platziert, gehört,
hier unter dem Label "Shemale" oder "Transsexual".
Und hier sollte Beachtung finden, dass "Shemale" im Besonderen nur möglichst sehr weiblich wirkende,
aber nicht genitaloperierte Trans*Personen meint.

Eines darf ich für die Antwortversuche für beide gegensätzlichen gesellschaftlich geschilderten Artefakte,
die extrem hohe Ignoranz sowie das extrem hohe, versteckte Interesse, vorwegnehmen:
Es geht auf jeden Fall um das Genital.

Das Video auf Yotube:

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