1.2.66 Nickelstahl oder Humanismus

1.2.66 Nickelstahl oder Humanismus

Postby JasminRheinhessen » Friday 31. March 2017, 23:28

(Text wurde in Buchformat formatiert und hier nur einkopiert, daher hier falsche Zeilenumbrüche, aus Zeitgründen
wird hier keine bessere Formatierung vorgenommen)

Mittwochnachmittag, 7. April 2077, 18:15 Uhr. Eine napoleonische Uhrzeit. Ein Datum der Entmachtung. Carol entschied sich für ihr Waterloo. Der Ausgang dieser Schlacht war bereits bekannt. Sie hatte nur kurz geschlafen. SuKi wollte um 20 Uhr kommen, Carol hatte Strumpfhosen angezogen, sich geschminkt und ihre Perücke aufgesetzt. Rock, schwarze halbhohe Pumps und ein kurzer Rock vervollständigten ihr Äußeres, dazu eine Bluse. Nein - sie war nicht verkleidet. Jetzt war sie richtig. So konnten alle sehen, wer sie ist. Chloe war schon gegangen. Hatte Feierabend gemacht. Ja, er könnte sie besuchen, jederzeit. Dieses Gefühl zu haben, war ein Gefühl der Geborgenheit. Eigenartig. Eine Sekretärin gab ihrem Chef Geborgenheit. Ja, so sähe es aus, aus der Perspektive der Welt der Ignoranten. Die Wahrheit ist, dass eine Frau einer Frau Geborgenheit gibt, die in der Welt des dualgeschlechtlichen Genitalkonstrukts unsichtbar gemacht wird, pathologisiert wird. Carol fühlte sich wie eine Märtyrerin. Sie ging zu ihrer Ordnerschrankwand. Sie las in einer Leitlinie der letzten Tagung der Sexologen, bei dem das Produkt des dualgeschlechtlichen Genitalkonstrukts von Carol, den sie Edward nannten, auch Vorstand war.

“sexuelles Fehlverhalten... gestörte soziale Dimension des Ausdruckes der Sexualität... Dissexualität... sich im Sexuellen ausdrückenden Sozial­versagen... das Verfehlen von Partnerinteressen... Sexualdelinquenz... Perversion... internationales Klassifikationssystem... Störungen der Sexualpräferenz... F65.0... Fetischismus... Gebrauch toter Objekte als Stimuli für die sexuelle Erregung und Befriedigung. Viele Fetische stellen eine Erweiterung des menschlichen Körpers dar, z.B. Kleidungsstücke oder Schuhwerk... F65.1... Fetischistischer Transvestitismus... Zur Erreichung sexueller Erregung wird Kleidung des anderen Geschlechts getragen; damit wird der Anschein erweckt, dass es sich um eine Person des anderen Geschlechts handelt... Transvestitischer Fetischismus... Störungen der Geschlechtsidentität... F64.0... Transsexualismus... Der Wunsch, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden. Dieser geht meist mit Unbehagen oder dem Gefühl der Nichtzugehörigkeit zum eigenen anatomischen Geschlecht einher. Es besteht der Wunsch nach chirurgischer und hormoneller Behandlung, um den eigenen Körper dem bevorzugten Geschlecht soweit wie möglich anzugleichen... F64.1... Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen... Tragen gegengeschlechtlicher Kleidung, um die zeitweilige Erfahrung der Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht zu erleben. Der Wunsch nach dauerhafter Geschlechtsumwandlung oder chirurgischer Korrektur besteht nicht; der Kleiderwechsel ist nicht von sexueller Erregung begleitet. Inkl.: Störung der Geschlechtsidentität in der Adoleszenz oder im Erwachsenenalter, nicht transsexueller Typus... F65.6... Multiple Störungen der Sexualpräferenz... In manchen Fällen bestehen bei einer Person mehrere abnorme sexuelle Präferenzen, ohne dass eine im Vordergrund steht. Die häufigste Kombination ist Fetischismus, Transvestitismus und Sadomasochismus... F65.8... Sonstige Störungen der Sexualpräferenz... Hier sind eine Vielzahl anderer sexueller Präferenzen und Aktivitäten zu klassifizieren wie obszöne Telefonanrufe, Pressen des eigenen Körpers an andere Menschen zur sexuellen Stimulation in Menschenansammlungen, sexuelle Handlungen an Tieren, Strangulieren und Nutzung der Anoxie zur Steigerung der sexuellen Erregung. Inkl.: Frotteurismus, Nekrophilie... pathologische Paraphilie... F60-F69... Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen... F64.2... Störung der Geschlechtsidentität des Kindesalters... Diese Störung zeigt sich während der frühen Kindheit, immer lange vor der Pubertät. Sie ist durch ein anhaltendes und starkes Unbehagen über das zugefallene Geschlecht gekennzeichnet, zusammen mit dem Wunsch oder der ständigen Beteuerung, zum anderen Geschlecht zu gehören. Es besteht eine andauernde Beschäftigung mit der Kleidung oder den Aktivitäten des anderen Geschlechtes und eine Ablehnung des eigenen Geschlechtes. Die Diagnose erfordert eine tief greifende Störung der normalen Geschlechtsidentität; eine bloße Knabenhaftigkeit bei Mädchen und ein mädchenhaftes Verhalten bei Jungen sind nicht ausreichend. Geschlechtsidentitätsstörungen bei Personen, welche die Pubertät erreicht haben oder gerade erreichen, sind nicht hier, sondern unter F66.- zu klassifizieren... F64.9... Störung der Geschlechtsidentität, nicht näher bezeichnet... Störung der Geschlechtsrolle ohne nähere Angaben... F65.2... Exhibitionismus... Die wiederkehrende oder anhaltende Neigung, die eigenen Genitalien vor meist gegengeschlechtlichen Fremden in der Öffentlichkeit zu entblößen, ohne zu einem näheren Kontakt aufzufordern oder diesen zu wünschen. Meist wird das Zeigen von sexueller Erregung begleitet und im Allgemeinen kommt es zu nachfolgender Masturbation... F65.3... Voyeurismus... Wiederkehrender oder anhaltender Drang, anderen Menschen bei sexuellen Aktivitäten oder intimen Tätigkeiten, z.B. Entkleiden, zuzusehen ohne Wissen der beobachteten Person. Zumeist führt dies beim Beobachtenden zu sexueller Erregung und Masturbation....F65.4... Pädophilie... Sexuelle Präferenz für Kinder, Jungen oder Mädchen oder Kinder beiderlei Geschlechts, die sich meist in der Vorpubertät oder in einem frühen Stadium der Pubertät befinden.... F65.5...Sadomasochismus... Es werden sexuelle Aktivi­täten mit Zufügung von Schmerzen, Erniedrigung oder Fesseln bevorzugt. Wenn die betroffene Person diese Art der Stimulation erleidet, handelt es sich um Masochismus; wenn sie sie jemand anderem zufügt, um Sadismus. Oft empfindet die betroffene Person sowohl bei masochistischen als auch sadistischen Aktivitäten sexuelle Erregung... F68... Andere Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen... F69... Nicht näher bezeichnete Persönlichkeits- und Verhaltensstörung... Internationale Klassifikation psychischer Störungen... gestörte soziale Funktionsfähigkeit... Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen... Beziehungen zu anderen... gegenüber der Mehrheit der Bevölkerung deutliche Abweichungen... Zustandsbilder... Verhaltensmuster... klinisch wichtig... charakteristisch... spezifisch... Persönlichkeitsstörung... Persönlichkeitsänderung... schon früh im Verlauf der persönlichen Entwicklung... andere erst später erworben... Lebensstil... konstitutionelle Faktoren... soziale Erfahrungen... Paraphilien... Dissexualität... Sozialversagen... sexuelle Erregung... partnerbezogene Dysfunktionalität... sexuelles Aktivierungsmuster... Symptombildung... Fehlverhalten... kollektive Störung... gestörte Dimension... Sexualdelinquenz... Perversion...“

Diese Opportunisten, die hier weiter schweigen. Barton gehörte zu ihnen. Warum konnte nur Carol soviel Energie gewinnen, sich gegen diese unsägliche Pathologie, die Teil eines Herrschaftskonstrukts ist, zu wehren? Warum hat es Barton nicht schon gemacht? Musste sie erst betroffen sein? Sie, Carol. Das Mädchen in ihm? Denn eine Frau würde er niemals werden. Es war dazu verdammt, immer in der Pubertät zu bleiben. Wie ein Kind, das Du fragst, ob es ein Junge oder Mädchen ist, weil Du es nicht erkennen kannst. Warum schreit Barton erst auf, wenn dieses Kind gequält wird? Hätte er aufgeschrien, wenn er nicht dieses Mädchen in sich hätte? Wäre er dann genauso wie alle anderen? Die schweigen? Diese Opportunisten, sie sind noch gefährlicher als offen Transphobe, Homophobe, bei ihnen weißt Du wenigstens, wofür sie stehen! Opportunisten tun so, als gäbe es kein Problem! Insgeheim schimpfen sie aber über das System. Aber nur, wenn es ihnen nicht schadet, wenn sie keiner hört! Carol sucht ein Buch über Karl Marx. Es steht bei den wichtigen Büchern in ihrem Regal - Marx schrieb 1845 über Opportunisten:
„Der hohle, windige, sentimentale Idealismus des deutschen Bürgers, hinter dem der kleinlichste, schmutzigste Krämergeist verborgen liegt, die feigste Seele sich versteckt, ist zur Epoche gekommen, wo er notwendig sein Geheimnis verraten muss. Aber er verrät es wieder in echt deutscher, überschwänglicher Weise. Er verrät es mit idealistischchristlicher Scham. Er verleugnet den Reichtum, indem er ihn erstrebt. Er verkleidet sich ganz idealistisch den geistlosen Materialismus, und dann erst wagt er, nach ihm zu haschen. Heuchelei des nach Herrschaft strebenden deutschen Bourgeois“
Ja - es geht um Machterhalt im dualgeschlechtlichen Genitalismus. Wer den daulgeschlechtlichen Genitalismus angreift, greift das Patriarchat an, wer das Patriarchat angreift, greift den Kapitalismus an, greift Religionen an, die Herrschaftssysteme, die sich auf religiöse Lehren berufen. Das Heterosexualitätskonstrukt mitsamt des mitgelieferten dualgeschlechtlichen Genitalismus verschleiert genau dieses Eigeninteresse des Patriarchats, das Heterosexualitätskonstrukt ist nichts anderes als eine „hohle idealistische Phraseologie“, wie Marx Ideologien nannte, die platziert werden, um sich selbst reinzuwaschen. Seine Machtansprüche hinter Moral zu verstecken. Opportunisten, die dieses System durch Unterlassung mittragen, sind von Gier, Egoismus und Eigennutz motiviert. Es sind Verräter im Ersten Grade. Noch perfider werden diese Verräter dann, wenn sie selbst versteckt nicht so handeln, wie das System es erwartet. Frauen die Frauen lieben, Männer die Männer lieben, und beim Kaffeekränzchen mit ihrem heteronormativen Ehepartner bei den Schwiegereltern über Lesben und Schwule schimpfen. Männer die heimlich Strumpfhosen tragen, aber dann mit Schildern auf Demonstrationen gegen Bildungspläne wettern, die für Transsexualität und dessen Aufklärung in der Schule lanciert wurden. Für Marx gehört die Scheinheiligkeit zum Rüstzeug von jedem, der es zu hoher gesellschaftlicher Anerkennung bringen möchte. Ein Politiker, der sich um seinen Pension bemüht, wird, sollte er selbst außerhalb des Heteronormativen Konstrukts fühlen, oder für sich ein Geschlecht fühlen, dass nicht seinem Genitalgeschlecht entspricht, den Mund halten. Höchstens die Aussage: „Ich habe auch Freunde, die so sind. Die sind auch nett“, wird über seine Lippen kommen. Was aber noch schlimmer wäre, als wenn er geschwiegen hätte: Es ist en vogue in seinen Kreisen der Scheinheiligkeit, das Anderssein als Kategorie zu stilisieren, als wäre es eine Spezies, die für Überraschung sorgt, wenn sie nett ist. Eine Spezies, bei der es eine erwähnenswerte Sache wäre, wenn man sagt, dass sie nett ist. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Dagegen hilft nur Revolution, wenn Evolution durch den knurrenden Magen und das Frieren im Winter verhindert wird.
Isabell musste auch unter diesen Opportunisten leiden, wenn sie jemanden von der Vergewaltigung erzählt hätte, hätte man sie davongejagt als Belohnung. Wer hätte sich schon gegen den Professor gestellt? Alle hatten doch Vorteile von ihm. Und der, der sich gegen ihn stellte, würde von einem seiner Gönner beseitigt. Keine Chance. Opportunismus als Schutz? Nicht dann, wenn ich nicht bedroht bin. Nicht erfrieren oder verhungern muss. Wir können unsere Welt nicht im Sinne des Humanismus ausrichten, wenn wir schweigen. Nur weil wir keinen Nachteil in Kauf nehmen wollen. Weil wir unsere Ehre und Ruhm nicht verlieren wollen. Unseren Namen. Wie schäbig das doch ist. Kann Dir Dein Brot schmecken, wenn Du weißt, dass Du in einem Land lebst, dass nicht jeden Tag etwas dafür tut, zu verhindern, dass jeden Tag 24.000 Menschen verhungern, obwohl es genug Nahrung gibt für alle? 18.000 davon Kinder? Nein - ich meine nicht das Feigenblatt der 5 Euro Spende an ein Hiflswerk. Ich meine den Aufschrei, der den Reichstag erzittern lässt. Es wird nicht geschrien, sondern aus der Armut Profit geschlagen. Die Länder ausgebeutet. Deren Ressourcen vereinnahmt, und ganze Länder an die Infusionsflasche von Transfergeldern gehängt, bis der Patient klinisch tot ist, nicht mehr verhandlungsfähig. Optimale Vorraussetzung für die nächste Verhandlung bietet, da er kein Mitspracherecht mehr hat. Bereits im Koma liegt. Alles das lassen wir zu, tragen das T-Shirt aus der Fabrik, in der Kinder beschäftigt sind. Vielleicht ies auch weiß, weil wir diese Farbe lieben. Sie assoziiert für andere, dass wir sauber sind. Nicht nur unsere Kleidung. Das ist der Opportunismus, den Marx abgrundtief hasste. Und ich werde gegen Gordon vorgehen, gegen die Macher dieses Regimes, dass mit Hilfe der Pathologie ihre Interessen und damit ihre Macht über menschliche Gefühle stellt. Diese Ausbreitung der Macht, diese Deutungshoheit ist der Absolutismus der kapitalistischen Perversion der geräuschlos Menschenopfer einfordert. Sie sind es, die pervers sind, die sich diese F-Codes aus ihren kranken Gehirnwindungen für ihre Krankheitskataloge saugen, das creieren dieser Definitionstexte ist pathologisch, Menschen, die Teil von Lobbyverbänden sind, von Zirkeln, Seilschaften und Netzwerken, die es nötig haben, einem gesunden Menschen zu sagen, er hätte eine psychische Störung, einem Menschen, der nichts anderes tut, als sagt, er wäre eine Frau. Billigend in Kauf nehmend, dass dieser Mensch daraufhin später aus Verzweiflung von der nächsten Brücke springt. Wenn die Aussage dieses 'Gutachters`der Sexologie noch nicht genügt hat, erledigt eventuell die Gesellschaft den Rest, die von der Meinung dieser Sexologen gehirngewaschen wird, jeden Tag, und ein Spießrutenlaufen mit dieser Frau veranstaltet, dieser Frau gebetsmühlenartig vorhält, das eine Frau mit einer Vagina geboren werden muss. Das ist Perversion. Die Ideologie der Deutungshoheit ist wichtiger als Menschenleben.
Carol's Puls geht nach oben, ihr Sessel an ihrem Schreibtisch, er gibt ihr die letzte Geborgenheit in diesen Minuten, die Vertrautheit, den Halt zu ihrer Vergangenheit, sie nimmt ihr Phone, tippt Gee.. ein - es erscheint sofort „GeeGee“ im Display. Gordon Green. Sie tipp auf den Namen, das Phone wählt. Das Freizeichen ertönt.

„Herr Baron, schön Sie zu hören, ich habe eben an Sie gedacht. Wir sind telepathisch verbunden“, meldete sich Gordon, scheinbar gut gelaunt.
„Bildtelefon?“

„Nein - heute lieber nicht Gordon, aber Sie können ihres einschalten, wenn Sie möchten“, Carol versuchte ihre Stimme etwas tiefer zu halten, es viel ihr irgendwie schwer.

„Ja, gerne, ich hätte Sie evt. heute auch noch angerufen, aber mit Sicherheit spätestens morgen, so können wir das gleich heute alles erledigen“, Gordon saß in seinem Wohnzimmer Zuhause, er war teuer eingerichtet, nur moderne Möbel, Designerlampe, Designertisch, Designersessel, nichts war dem Zufall überlassen. Allein die Einrichtung in seinem Wohnzimmer dürfte mehr als 100.000 verschlungen haben. Allein schon der Schrank hinter ihm. Nur edle Materialien. Völlig perfide.

„Das ist ja interessant“, heuchelte Carol, und wollte Gordon den Vortritt lassen, ihr seine Neuigkeiten zu berichten.

Gordon saß in Businesskleidung in seinem Sessel, vor ihm ein Weinglas, die Flasche auf dem Tisch. Der Tisch war voll mit Zeitungen, Büchern. Ein Aschenbecher voller Zigarettenstummel zierte die Mitte des Tisches. Eine Zigarette qualmte in seiner rechten Hand, die er jetzt zu seinem Mund führte und einen Zug nahm, der Rauch verteilte sich malerisch vor der Kamera und gab dem Ambiente eine eigentümliche Note.
„Stan hat hingeworfen“, kam es aus seinem Mund, sein Gesicht schaute dabei Richtung Weinflasche.

„Stan? Er arbeitet nicht mehr für...?“

„Nein Herr Baron, er ist nicht mehr verfügbar, ist ausgestiegen“, Gordon hatte jetzt ein seltsames Lächeln in seinem Gesicht, ähnlich eines Spielers, dessen 10.000er Jeton gerade vom roten Feld zum Groupier gezogen wurde.

„Das... überrascht mich... und die Kampagne?“, heuchelte Carol Interesse.

„Die ist tot. Keine Chance mehr. Es wäre auch mit Stan fraglich gewesen, aber nun ist jegliche Hoffnung zerschlagen. Stan bildete den Kern eines Netzwerkes, nach ihm sind gleich 5 weitere wichtige Schaltstellen ausgestiegen, die Stan als Vorbild sahen. Bei ihnen spielte persönliche Überzeugung mit. Einige riefen mich auch an, sie sagten, dass sie nicht mehr zulassen, dass sie ihren Mund halten, über ihr Wissen, dass Frauen an ihrer Testosubstitution verrecken werden. Testo ist eine Droge, die desshalb so süchtig macht, weil sie das Wichtigste jedes Menschen zu einem brennenden Ofen macht, sein Sexualzentrum. Libido wird zum Suchtfakor. Testo führt zur Zwangslibido. Weibliche Sexualität ist freie Libido ohne Zwang. Diese Suchtbefriedigung ist tragisch. Führt sofort zur Abhängigkeit. Das das Testo den Körper dann zerstören wird, weil es extrem schädlich ist, wird dann irgendwann in Kauf genommen. Aber das waren nur wenige Details aus einer ganzen Akte. Herr Baron, ich will sie nicht langweilen, Sie wissen selbst, dass die Pathologisierung von Frauen und Männen, die über ihr Geschlecht Bescheid wissen, ein Verbrechen ist. Aber noch einmal zurück zu den Verbündeten von Stan, sie gingen vorwiegend auf die Frauen ein, die sie vor Testo schützen wollen, es kann sein, dass dies nur ein Vorwand war, um nicht das gesamte TS-System zu outen. Sie begründeten es vorwiegend aus ihrer Liebe zu den Frauen. Natürlich haben sie in diesem Punkt recht. Und der Punkt allein für sich genügt schon, hinzuschmeissen“, Gordon zog während er erzählte nicht ein einziges mal an seiner Zigarette, die vor sich hin glimmte.

„Ja - die Frauen werden mit diesem Testo exekutiert, Testo ist extrem schädlich. Sie werden nicht alt...“, Carol spürte, dass Gordon noch etwas sagen wollte. Da war noch mehr, und tatsächlich...

„Herr Baron, ich bewundere Sie, dass sie so ruhig bleiben... Ich meine... Sie vertreten diesen Mord. Sie sind Teil des Systems...“, Gordon nahm jetzt einen Schluck aus seinem Weinglas. Es war Rotwein. Französischer.

„Ja Gordon...“, Carol erfasste sofort die günstige Gelegenheit...
„Stan... und seine engsten Helfer, sie haben richtig gehandelt... meine Arbeit ist ein Henkerjob. Ich werde ihn nicht weiter in dieser Form durchführen... ich habe mich dazu am Dienstag entschlossen, wollte mir noch einen Tag Bedenkzeit geben, um es Ihnen mitzuteilen. Ich schließe mich dem liberalen Flügel der Sexologen an, die für Frauen und Männer kämpfen, nicht gegen ihnen. Ich werde die Selbstbestimmungskampagne unterstützen...“, Carol's Stimme war nun bedeutend höher als Edward's, vielleicht auch nur desshalb, weil sie jetzt authentisch war, und nicht in die Rolle eines Mannes gepresst wurde.

„Herr Baron, dass überrascht mich nicht, ich habe da immer etwas gespürt, Sie haben das nicht ohne inneren Widerwillen getan. Ich begrüße diesen Schritt. Wenn die Selbstbestimmungskampagne schnell für einen Paradigmenwechsel sorgt, werden Sie ihren Job eventuell behalten können. Ich wünsche es Ihnen, ich kenne ihre private Situation, und dass ihr Büro ihr Zuhause geworden ist. Vielleicht findet die Medizin jetzt zum Humanismus zurück, wo sie ganz am Anfang ihrer Entstehung einmal war, bevor das Gift des Kapitalismus und des Patriarchats sie verseuchte. Sie sprechen mit einem Staatssekretär, der seit heute ohne Job ist. Ich habe heute hingeschmissen...“, Gordon nahm wieder einen Schluck, aus seinem nun halb leeren Weinglas.

„Sie haben ihren Job aufgegeben? Ihre Pension aber ist sicher oder?“ Carol war nun überrascht. Gordon war immer in seinem Job verschmolzen, nichts war für ihn wichtiger. Nicht mal sexuelles. Alleroberste Priorität war sein Job. In diesem Fall passt die Bezeichnung Beruf besser. Gordon fühlte sich berufen, schon in jungen Jahren wirkte er politisch, verquickte Sachthemen mit Politik. Der ideale Staatssekretär.

„Ja - ich werde mich zur Ruhe setzen. Die Pension ist zwar etwas knapp, aber ich werde meinen Lebensstil anpassen. Ich kann diese Gesichter nicht mehr sehen...“, Gordon nahm wieder einen Schluck, der das Glas leerte.

„Was ist passiert? Ich meine, am Montag war noch alles in Ordnung oder?“

„Ja Herr Baron, das stimmt, aber auch nicht wenn wir es genau nehmen, ich war schon seit Monaten mit mir im Kampf. Ob ich es tun soll, oder nicht...“

„Was tun..?“

„Ob ich sie fragen soll, was sie dazu sagen...“

„Zu was?

„Ich habe heute in der Sitzung vor den Managern gestanden und sie gefragt, wie nach ihrer Meinung das World Trade Center 7 eingestürtzt wäre. Alle schauten mich verdutzt an, als hätte ich für alle eine Pizza bestellt. Ich wiederholte die Frage, ganz langsam, damit kein Wort überhört wird: Wie glauben Sie, ist das WTC 7 zum Einsturz gebracht worden, sodass es im freien Fall in sich zusammenstürzt, ohne dass irgendein Flugzeug daran beteiligt war? Und wenn ein Flugzeug beteiligt gewesen wäre, wie kann es sein, dass es im freien Fall herunterrauscht, als ob sich unter den fallenden Gebäudeteilen nichts befinden würde? Ich bekam keine Antwort. Dann sagte ich diesen Idioten, dass ich weiß, dass sie genau wissen, dass es perfekt kontrolliert gesprengt wurde, und in seinen eigenen Sprengkrater versenkt wurde. Und warum sie ihren Mund nicht aufmachen, um mir zu sagen, dass sie es wissen. Dann sagte ich ihnen, wie sie Politiker sein können, und für Gerechtigkeit und Gleichheit kämpfen wollen, für die Grundrechte der Demokratie, wenn sie ihre ganze Arbeit auf einer Lüge aufbauen. Dann verließen die ersten das Besprechungszimmer. Nach 5 Minuten wurde ich gebeten, den Raum zu verlassen. Ich sagte, dass ich mein Büro räumen werde, heute noch. Sie ließen mich daraufhin in Ruhe. Ich packte die wichtigsten Sachen ein, verabschiedete mich von einer meiner treuesten Sekretärinnen, die immer zu mir gehalten hatte, mit den Worten: Ich kann Opportunisten nicht länger ertragen, unter deren Erfolge Leichen liegen. Sie schaute mich an, blieb wortlos, verstand mich aber. Sie musste mir nicht antworten. Dann verabschiedete ich mich. Es kann sein, dass ich keine Pension bekomme. Dafür gibt es genügend Tricks. Es ist mir aber auch egal, wissen Sie, ich habe noch vielleicht 20 mit Glück 30 oder 35 Jahre, die werde ich auch ohne Pension überleben. Verhungern werde ich nicht. Ich verkaufe ein oder zwei Häuser, egal. Mitnehmen kann ich nichts.

„Ja Gordon, die Freunde der Menschlichkeit und Gerechtigkeit, die ganz besondere Coleur, die Crème de la Crème, haben sich wohl in ihrer Sache eines Staatssekretärs verspekuliert, und wollten sich auf riskante Gefühlsgeschäfte nicht mehr einlassen. Wir müssen nicht überlegen, wenn wir zwischen Kanonenrohren aus Stahl und Bronze wählen sollen, wenn der Gegner bereits Nickelstahl einsetzt. Und ja - wenn Du mit Vagina geboren wurdest, bist Du nicht automatisch eine Frau. Das ist Unsinn.“

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"George Sand"
1804-1876
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eine weibliche Identität kann, muss sich aber nicht durch eine Vagina bestätigt wissen
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