1.2.56 Mädchenwelt

1.2.56 Mädchenwelt

Postby JasminRheinhessen » Thursday 2. March 2017, 13:07

Barton saß in seinem Bett, neben ihm glotzte ihn die Whisky-Flasche an.
In einem Verbrecher-System sind Verbrecher oben.
Sind Schweine an der Macht. Inhumane Psychopathen.

Ihre Geheimnisse sollen zu meinen Geheimnissen werden.
Ich soll sie mittragen, mitlügen, opportun sein. Wissen verleugnen.
Meine Wissenschaft darf nicht zu ihren Wissenschaften werden.

In einem Verbrechersystem kommen keine humanen Menschen nach oben. Nicht möglich.
Sie werden vorher abserviert.
Mit humanen Mitteln kann man niemanden bekämpfen, der Dir vorsätzlich Schaden antut.
Das mussten schon viele lernen. Desshalb ist es wichtig eine Kultur zu haben, die diese Menschen als Gewalttäter outet.

Barton kamen nun die letzten Jahre hoch. Er musste würgen.
Er war Teil dieses Systems. Die Pharmaindustrie. Die die Schulmedizin im Würgegriff hat. Die Ärzte.
Die Krankenkassen. Alle Beteiligten tanzen auf den Gräbern ihrer Opfer.
Krankenhäuser die Krankmachhäuser sind. Das Wort Gesundmachen wird zu einer perfiden Groteske.
Zu einem Schattenspiel, vor dem Ansinnen des Verbrechens.

Im Falle von Menschen wie Yvonne, die ihn gestern hier besuchte, und um Akzeptanz bettelte,
nicht einmal Verstehen einforderte, vielleicht sogar nur Toleranz, kommt zu diesen Instrumenten der kapitalistischen Macht noch das Anliegen, antipatriarchale Denkmuster mit Hilfe dieser Machtinstrumente zu unterdrücken.

Ein Penis muss den Mann kennzeichnen. Um dies durchzusetzen verbündet man sich auch gerne mit Menschen,
die an diesem Ziel der patriarchalen Herrschaft Geld verdienen. Gutachter, die etwas begutachten, was nicht prüfbar ist.
Die sich herausnehmen einem Menschen zu sagen, was er ist, was er selbst fühlt. Dafür noch Geld nehmen.

Dies ist genauso perfide, als gäbe es ein Gesetz, zu jemanden gehen zu müssen, ihn dafür zu bezahlen,
dass er Dich für verrückt erklärt, und Dich dafür noch zu bedanken.

Dieser Mensch wird Dir vorgestellt, als jemand der Dir "hilft". Dir zur Seite steht.
Ja sicher, er hilft Dir, in diesem Verbrechersystem durchzudrehen.
Dann bist Du das, was er von Dir behauptet hat: Ein Irrer. Oder in der Sprache dieser Wissenschaftler: Psychisch Kranker.
Die Pathologisierung ist schon immer des Machthabers liebstes Kind gewesen.
Ganze Zuchthäuser wurden gefüllt mit Menschen, die man beiseiteschaffen wollte. Heute verschwinden sie in der Forensik.
Frauen wie Yvonne sperrt man nicht in die Forensik. Man schickt sie auf die Strasse, wirft sie dem patriarchalen Denken zum Fraß vor.
Das ist effektiver. Man macht sich dann die Hände nicht selbst schmutzig.

Ja es gibt Menschen, die ausgestiegen sind aus diesem System. Meist verlieren sie ihren Job,
werden unwichtig gemacht. Haben keinen Einfluß mehr. Dann gehört er bald auch zu diesen. Egal.

Nein - er wird kein Whisky trinken. Sich in ein Dauer-Bukowski-Delirium flüchten. Er muss hellwach bleiben.
Auch das Mädchen, um das er sich nun kümmern wird, muss wach bleiben, alle Sinne empfangen können.
Das hat es verdient. Chloe hat dieses Mädchen erweckt, und er wird es nicht töten. Mit Drogen.

Das wäre nur im Sinne dieser Verbrecher.

Barton geht zum Computer, die Tagesmeldungen der Gordon-Mafia:

"Bedrohung durch Gender-Lehrpläne"

"Vollstrecker einer radikalen Gender-Revolution"

"Freibriefe für linksgerichtete Ideologen"

"Tickende Zeitbombe: Gender-Lehrpläne"

"Religion, Ethik, Katholizismus gegen Genderwahn"

"Der Feminismus - und sein Wurmfortsatz der Genderismus"

"Ausprägungen des Kulturmarxismus: Genderismus"

"Verhängnisvolle Genderideologie"

"Die bürgerliche Moral soll durch Genderideologie im Sexualkundeunterricht bekämpft werden"

Ja, die Moral. Ein besseres Herrschaftsinstrument gibt es nicht.
Auch die gehirngewaschenen Soldaten, die mit Blümchen in ihren Revers in den Ersten Weltkrieg fuhren,
hatten eine hohe Moral, die Moral, dass es richtig wäre, auf andere Menschen loszugehen. Zu töten.

Die Befehle der Vorgesetzten und der damit verbundene Zwang, die Gruppendynamik der Horde,
besorgten den Rest der Zweifel, wenn es zu einer "Feindberührung" kommt, Menschen sich direkt gegenüberstanden.

Der Drill dient zu nichts anderem, als dann zu funktionieren. Humanität ist dann unerwünscht. Störend.

Kulturelle Werte sind störend.

Werte der französischen Revolution, der Aufklärung, Werte die Menschen zu Menschen macht.

Die ein Individuum zu einer Seele macht, nicht nur als Teilchen des Kollektivs funktionieren läßt.

Die Gegner der "Genderisierung" werden immer radikaler. Es herrscht ein Genitalrassismus.

"Die Menschheit hat das jahrtausendelang auch ohne Genderisierung hinbekommen"

Ja - richtig, Jahrtausendelang gab es auch keine Humanität, sondern Despotismus.
Das Bürgertum und die Freiheit für alle ist eine sehr junge Errungenschaft. Wir sind jetzt im Jahr 2076. Barton war sich bewußt,
dass er noch zu der Phase der Menschheit gehörte, die diese Errungenshaft der Freiheit des Individuums weiter stützen musste,
von Menschen erdacht, die Menschen die Fesseln der Gefangenschaft nehmen wollten. Nicht selbstverständlich genug,
schienen diese Wert zu sein. Verwunderlich. Wenn man sich die Geschichte ansieht. Wurden die Geschichtsbücher verbrannt?

Einem Menschen nicht das Geschlecht zuzusprechen, welches dieser von sich sicher weiß, bedeutet ihm Fesseln anzulegen,
ihn wegzudefinieren, ihn per Definition verschwinden zu lassen und ihn mit Behauptungen zu quälen, er sei verrückt.

"Die Familie ist die Keimzelle des Staates"

Ja - diese Genitalrassisten definieren Familie zwischen gegensätzlichen Genitalien. Nur Genitalien bestimmen die Form
einer Familie. Und das Produkt der Zeugung entsteht immer nur durch diese Form des Zusammenseins verschiedener Genitalien.
Als ob Familie lediglich ein Produktionsprozess wäre. Reproduktion von Leben ist sicher ein Produktionsprozess.
Aber Familie ist mehr: Es fußt auf Liebe. Liebe und Reproduktion sind nicht dasselbe. Und Liebe darf auch polygam sein. Und damit wird Familie gelöst von Genitalismus. Wird zu einer Definition zwischen liebenden Menschen. Nicht zu einem staatlich subventionierten Reprodukions-Joint-Venture heruntergedampft. Adoption. Leihmutterschaft, künstliche Befruchtung. Es gibt viele Möglichkeiten der Reproduktion.
Daher kann diese nicht Familie definieren. Reproduktion ist ein Teilaspekt. Und Reproduktion generiert nicht automatisch per se Liebe.
Liebe entsteht zwischen zwei Menschen, unabhängig der Genitalien. Genitalien können nicht Denken.

"Kinder in Gefahr. Gender hätte Konsequenzen für das moderne gesellschaftliche Leben", schreibt ein Erzbischof.

Erzbischöfe und modernes Leben. Das schließt sich schon im direkten Definitionskern aus.

"Gender-Indoktrination in Kindertagesstätten"

Barton sah diese Zeilen mit trockenem Hals, er hatte sich diese Propaganda nie genau angesehen, warum auch,
ihn hatten nur die Wirkungen dieser Kampagnen interessiert, die Wirkungen, die ihn zu einem Sexologen machten.
Zu einem Entscheider über Menschen.

"Frauenpriestertum und Ende des Zölibats gefordert - eine Gefahr zieht am Himmel auf"

"Die skrupellose Homo-Lobby"

"Radikaler Aktionsplan gegen Homophobie, befürworten von Gender-Indoktrinationsstätten"

"Aberwitziger, absurder Gender-Lehrplan, der fächerübergreifend die Akzeptanz sexueller Vielfalt
und die Behandlung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften für Kinder vorsieht."

Barton nahm sich ein Glas, füllte es mit Wasser.
Ja - gleichgeschlechtlich. Diese Ignoranten, gleichgenital ist das, was sie denken. Oder gleich-chromosomal.
Deren Geschlechtsdefinition ist eine Farce. Intersexuelle werden immer regelmässig ausgeblendet.
Sicher. Sie outen diese Lüge ja sichtbar. Desshalb tabuisiert, zwangsoperiert. Stigmatisiert.

Wie sie winseln, Angst haben vor dem Monster, dass Genitalien ihre Männlichkeit nicht mehr definieren.
"Gender" wird zu einem Monster für diese patriarchalen Genitalrassisten.
Ja sicher, "Gender" nimmt ihnen ihren "Ausweis", andere, nämlich Frauen, unterdrücken zu können.
Der Penis als Bajonett. Ohne Bajonett keine Gewalt und Macht mehr.
Sie schreien, ihr Machtverlust läßt sie fast in Ohnmacht fallen. Wir haben eine französische Revolution.
Das Volk stand auf gegen den Adel. Jetzt steht es auf, gegen den Schwanz. Der Menschen legitimiert über andere zu herrschen.
Legitimation per Geburt. Das hat dem Adel schon gefallen. Das ist immer so schön absolut und ununmstösslich.

"Gender-Wahn. In deutschen Schulen sollen Fragestellungen der sexuellen Orientierung behandelt werden."

Wer gegen den Schwanz als Machtlegitimitation aufbegehrt, wird als Genderwahnsinniger zwangspathologisiert.
Ja - der Begriff "Wahn"... neue Paradigmen, Kulturwandel wird pathologisiert. Wer sagt, die Erde ist rund wird für verrückt erklärt,
oder, wenn er dies nicht selbst zurücknimmt, wird diese Stimme aus dem Weg geschafft.

Wir haben ein Politikum, es geht nicht um einen Streit der Medizin, der Forschung, der Wissenschaft, es geht um Macht.
Um den Angriff auf das Patriarchat. Wir sind Teil einer Revolution.
Es geht um Freiheit oder Unterdrückung. Die Regenbogen stehen für Ersteres.

"Die grünlinks-versiffte Lügenpresse mit ihrem linksgrünen ideologischen Feldzug"

Barton nippte am Wasserglas, brachte den Computer in den Ruhemodus.
Er selbst brauchte noch etwas länger.

Es war gegen Mittag. er ging zum Fenster.
Er spürte, das jemand anderes nun am Fenster stand.

Carol.

Sie schaute hinab, das Treiben, es war wieder ein wunderschöner Apriltag, blauer Himmel.
Ihr Blick war mit Liebe erfüllt. Sie wollte alle Menschen umarmen.
Nicht dominieren, sich an ihrer Ohnmacht ergötzen, die Bettler im kapitalistischem System erpressen.
Sie möchte nur noch Küssen.
Streicheln.
Liebkosen.

Sie stellte sich vor, sie hätte einen Rock an, Nylons, Strumpfhosen.
Eine weibliche Frisur, Bluse, Schmuckaccessoires. Eine Blume im Haar wie SuKi.
Sie würde bezaubernd aussehen.

Ein schöner Gedanke.

Alle könnten sehen, dass sie nicht zum Patriarchat gehören würde.

Höchstens sie würde patriarchal handeln. Nein. Bloß nicht.

Das würde sie entkräften, indem sie einfach Menschen einen Luftkuss gibt, die sie zweifelnd anschauen könnten.

Ihnen Dinge sagt, wie: "Ich hab Dich lieb."

"Du bist eine Frau? Ja - das hast Du gesagt, also bist Du eine Frau. Das ist dann keine Frage mehr,
wenn Du es sagst. Ich freue mich, dass Du Dich gefunden hast."

Carol ist eine Frau, die für Polygamie und freie Liebe steht.
Niemanden einsperren möchte. Liebe darf niemand einsperren.
Liebe ist Liebe. Nichts anderes. Keine Qual, Zwänge, Regeln, Erwartungen.

Carol genoss den Anblick der Frauen, die schon Röcke trugen im April, bewunderte ihre Beine, ihre Schenkel,
die meist bestrumpft waren.

Carol ist lesbisch. Ohja. Das ist sie.

Carol nahm sich vor, nur noch für Liebe zu stehen. Für die freie Liebe.
Nur noch das zu tun, was Menschen gut tut, nichts mehr was sie verletzt.

Künstler sind Menschen, die die Kunst als Ventil sehen, als Flucht aus der Unterdrückung,
der Regelwerke, des Despotismus, des Meinungsverbotes, der Heteronormativität,
der Grenzen in welcher Form auch immer.

Desshalb sind Künstler und Menschen, die Künstler abwerten, nicht kompatibel.

Carol war eine Frau, und sie beschloß eine Künstlerin zu sein, eine Künstlerin der Liebe.

Kunst ist ein Heiligtum. Davon zu träumen ist Freiheit.
Davor dürfen keine Stiefel stehen.
Schmutzige Stiefel, in denen ein Psychologe zuhause ist.
Uniformen in Weiß.

Carol beschloss einen Aufsatz zu schreiben, sie wollte viele Aufsätze nun schreiben und verteilen,
sie wußte sehr viel, dass konnte der Selbstimmungskampagne helfen.
Ja - sie könnte Chloe verlieren, wenn sie ihren Job verliert, aber soweit möchte sie noch nicht denken.
Sie musste für die Liebe kämpfen. Für die Menschen, die als Gender-Wahnsinnige bezeichnet werden.
Das ist ihr wichtiger, als ihr eigenes Glück mit Chloe. Das hält sie jetzt am Leben.
Das schafft ihr die Schuldgefühle vom Hals, die sie hat, einst Teil des Unterdrückungssystems gewesen zu sein.

Carol möchte helfen, eventuell Operationen zu verhindern. Nicht immer sind diese nur für diese Menschen selbst wichtig,
sondern werden wegen genitalrassistischem Gesellschaftsdruck vollzogen.

Carol geht zum Schreibtisch. Das Wasser schmeckt fantastisch. Die Sonne scheint ins Büro.
Wirft Schatten der Möbel auf den Teppich.

Ja - Carol weiß, dass sie alles richtig macht. Ihr Leben wird nun ein Genuß werden. Sie hat sich gefunden.
Und tut das, was sie tun muß. Dass es das richtige ist, spürt sie daran, dass sie sich gut dabei fühlt.

Ein Bauchgefühl, ein positives, nicht zu verwechseln mit dem Bauchgefühl, das Bauchschmerzen meint,
und angeführt worden ist, als Grund, Menschen ihre Menschenrechte zu verweigern.

Carol übernimmt den Wortschatz von JasminRheinhessen, Carol wird dieses Werk weiterführen, kämpfen.

Sie schreibt:
Wie auch in vielen Kapiteln bereits beleuchtet, gehört dieser Artikel auch zu einer pragmatischen, theoretischen Betrachtungsweise,
die die Vermeidung einer gaOp unterstützen könnte.

Carol fließen die Wörter nur so aus den Fingern, die Tastatur des Computers kommt fast nicht hinterher, so schnell schreibt sie,
wissend und sich freuend, dass in wenigen Minuten wieder ein Artikel von ihr im Klinikzentrum zu lesen sein wird.

Die Gedanken, eine gaOP zu vermeiden sind wichtig und werden dann legitim, wenn ich mich für mich selbst bereits harmonisiert habe,
und Angleichungen nur noch erwäge, um den Druck von außen nachzugeben.
Der Gesellschaft gerecht zu werden, und zwar des Anteiles der Gesellschaft, der identitätsblind ist.

Eine gesunde, sich in bereits wieder in Harmonie befindende Frau mit männlichem Genital braucht deshalb keine gaOP,
weil sie aus dieser gesunden Harmonie heraus, andere mentale Bewältigungsstrategien entwickeln kann, die eine gaOP vermeiden,
z.B. dass ich meinen Penis als Kitzler wahrnehme, als Teil meiner weiblichen Identität.

Diese Bewältigungsstrategie müssen gaOP-Frauen für sich auch schaffen,wenn Ihnen bewußt gemacht wird,
von identitätsblinden Menschen, die mit ihnen in Kontakt kommen, dass ihre Neovagina keine Vagina ist.

Es ist für sie bedeutend schwerer im Nachhinein, nach einer OP, sich dieser Aufgabe zu stellen, da diese Anforderung unvermittelt an sie herantritt, vor allem dann, wenn die OP nicht zufriedenstellend war und auch besonders dann, wenn sie vor der OP diese mentale Arbeit
nicht geleistet haben. Sich auf die OP verlassen haben, die alle Probleme lösen würde, und nun diese Dinge nachholen müssen.

Eine nongaOP-Frau hat für diese Harmonisierung jahrelang Zeit, es ist ein ständiger Prozess nach der Realisierung für sich,
dass sie eine Frau ist, bis sie dann mit sich im Einklang ist.

Eine gaOP-Frau hat, wenn sie sich dem Trugschluss hingibt, diese Harmonisierung könnte alleinig mit dem Skalpell stattfinden,
es ungleich schwerer, und oftmals schafft sie es nicht, zieht sich aus der Gesellschaft zurück,
flüchtet in Alkohol oder Drogen, um die Nichtharmonisierung mit ihrem Körper zu verdrängen,
oder sieht überhaupt keinen Ausweg mehr und wählt den Freitod, nach der OP, weil verzweifelt, weil sie meint,
jetzt gäbe es keinen Ausweg mehr.

Gerade aber das mentale Beschäftigen mit dem Körper den ich habe, und die Fähigkeit, diesen mental anzugleichen,
rettet die nongaOP vor diesem Dilemma.
Nein - nicht alle können sich mental harmonisieren. Aber der Versuch sollte unternommen werden. Es lohnt sich.
Und nein - mentale Harmonisierung meint nicht Therapie. Therapie ist von außen. Mentale Harmonisierung ist das, was ich selbst denke.
Selbst veranlasse. Selbst mit mir tue. Therapie von außen kann Gewalt sein. Nein - das meine ich damit nicht.
Mentale Harmonisierung ist keine Gewalt und auch nichts, was schädlich ist. Es ist ein Versuch, Dinge anders wahrzunehmen.
Diese Versuche sind wichtig. Sie können Glück bedeuten.

Wenn es gelingt spüren sie, dass sie authentischer wahrgenommen werden, und celebrieren gerne schon während ihrer Selbstfindungsphase und Harmonisierungsphase ihre Weiblichkeit, ziehen sich sexy an und gehen gerne in die Öffentlichkeit, auch wenn sie oft nicht perfekt sind,
da es für sie auf "Stealth" nicht ankommt, ein Leben das in der CIS-Welt sich assimilieren will,
dadurch sind hier die Hürden bedeutend niedriger als bei gaOP-Frauen, die der Gesellschaft körperlich eine Frau präsentieren und als Frau auch äußerlich assoziiert werden wollen.
Assoziiert werden wollen für den Teil der Gesellschaft wohlgemerkt, der nicht fähig ist, ihre Geschlechtsidentität zu sehen, also identitätsblind ist.

Dieses Problem wiederum bricht die nongaOP-Frau durch ihr Äußeres, dass ein Zwischen darstellt sofort auf,
der Betrachter ist gezwungen sich mit ihrer Identität auseinanderzusetzen, da keine Assoziation für ihn passend wird,
auf die er zurückgreifen kann.

Oder er hat im seltenen Falle bereits Kontakt mit Frauen und Männern gehabt, die nonkonformes Aussehen haben,
und weiß sofort, wie sie fühlen und denken, und dass es innerlich Frauen und Männer sind, aber äußerlich Zwischenwesen.
Zwischenwesen ist auch nur eine Gedankenstütze, die auch irgendwann aufgelöst sein wird,
wenn wir das duale Denken im Kopf, schwarz/weiß, 0 und 1 auflösen, und zu einem Geschlechterdenken gelangen können,
das völlig abgekoppelt vom Aussehen stattfinden kann. Wohlgemerkt kann, nicht muss. Es darf auch Frauen und Männer geben dürfen,
die für sich ein bestimmtes Aussehen anstreben. Nonkonformität als Bereicherung, nicht als Ersatz der Konformität.

Das paradoxe ist nun, dass gerade das Zwischenwesen dass sie während des Paradigmenwechsels "verkörpern",
sehr hohe Anziehungskraft auf einige Frauen wie Männer ausübt.

Meist auf diejenigen Frauen und Männer, die ihr jeweiliges YIN oder YANG, also ihre gegengeschlechtliche mentale Ergänzung verdrängen.

Äußerlich nicht eindeutig als Frau oder Mann zu assoziierende Zwischenwesen entstressen diese Frauen und Männer,
die normalerweise ihr Yin oder Yang verdrängen.

Es führt oft zu einem Loslassen, einem Bejahen, was sie selbst unterdrücken.

Daher wird diesen Zwischenwesen von diesen Frauen und Männern große Sympathie entgegengebracht,
da dies auch bedeutet, Geschlechterrollenzwänge verlassen zu können.
Von diesen Menschen, die nicht in Transphobie abgleiten, in Abwehrreaktionen, sondern schon so weit sind,
dass sie zulassen können, ja sogar diese Impulse suchen, um weiterzukommen, in ihrer Selbstfindung.

Ich nenne dies den "Pippi-Langstrumpf-Effekt".

Der nongaOP-Frau, wie auch dem nongaOP-Mann kommt also von diesen Frauen und Männern, und das sind nicht wenige,
ein hoher Faktor des Begehrtwerdens entgegen, für diese Frauen und Männer sind die nongaOP-Frauen und nongaOP-Männer der Trumpf,
der Joker schlechthin.

Dieses Begehrtwerden ist sehr wichtig, während ihrem Weg zur Selbstfindung, der ja auch oft von Zweifeln begleitet wird.

Sicher ist es ein Problem, das z.B. ein Betrachter, einen Penis als Penis sieht, und nicht wie z.B. eine nongaOP-Frau vielleicht als Kitzler.
Das wird aber aufgehoben dadurch, dass sie im Mittelpunkt stehen kann, ihre Bühne für das Celebrieren ihrer Weiblichkeit bekommt,
die Weiblichkeit, die sie sonst noch für diesen (genitalen) Betrachter hat:
Ihre Beine, Po, ihr Busen ihre geschminkten Lippen sind für den Noch-Verdrängungs-Mann wesentlich.

Hier erfüllt sie sich das Begehrtwerden, die ihre innere Frau verlangt, ihr Kitzler, für genitaldenkende Betrachter_innen der Penis,
ist sozusagen die Besonderheit, für sie selbst ist es ihr Kitzler, genial, und gleichzeitig der Schlüssel, der sie zum begehrten weiblichen (Zwischen)Wesen macht.

Es entsteht also in der Attraktivität, die sie ausstrahlt für Betrachter_innen, dass sie ihren restlichen weiblichen Körper gestreichelt bekommt,
und dass nicht nur mit Blicken, eine Win-Win-Situation.

Dadurch ist es bedeutend leichter, in Harmonie mit sich zu kommen, besonders dann, wenn die Eigenharmonisierung bereits geglückt ist,
es aber noch auf die Fremdwahrnehmung ankommt, also um die Harmonisierung mit der Gesellschaft geht.

Um dieses Szenario auf gaOP-Frauen zu übertragen:
Sie verlieren ihre körperliche Attraktivität und Anziehungskraft, weil dass was sie wahrnehmen und das was der Betrachter wahrnimmt zwar genauso verschieden ist, wie bei der nongaOP, aber dass, was der Betrachter wahrnimmt einer hohen Gefahr ausgesetzt wird,
dass dies für ihn nicht attraktiv erscheint, wenn wir die Attraktivität auf rein körperliche Aspekte herunterbrechen.
Wenn wir bedenken, dass er um die Biographie seiner Frau weiß, dann verfällt die Sogwirkung des Zwischenwesen-Effektes.
Der Pippi-Langstrumpf-Effekt wird damit neutralisiert.

Es erscheint für den genitaldenkenden, identitätsblinden Betrachter nur dann attraktiv was er sieht, wenn der gaOP es gelänge,
das er nichts von ihrer Operation erfährt und gleichzeitig sie eine körperlich anziehende Frau wäre,
im Vergleich zu anderen CIS-Frauen.

Diese Hürde ist so hoch, dass sie in den seltensten Fällen erreichbar ist. Sie ist quasi illusorisch.
Sicher, sie ist erreichbar. Aber warum sich kaputt trainieren, für das Ziel, die 100m unter 10 Sekunden zu schaffen. Für wen?

Es kommt so gut wie immer irgendwann zu einem Outing mit dem Partner, und dann fehlt vielen Partnern das Verständnis,
ihr genitalistisches Denken verhindert dann, diesen Körper attraktiv zu finden.
Sie hatten dass ja auch nicht mit sich verhandelt, als sie den Partner kennengelernt haben, sie werden dann ins kalte Wasser geworfen,
das muss mißlingen, wenn wir uns daran erinnern, was es für mentale Arbeit in der Selbstfindung kostet, dass soll nun der Partner
in wenigen Tagen bewerkstelligen können, dieses Umdenken? Und ja ich wiederhole mich hier: So gut wie unmöglich.

Desshalb leben viele falsch zugewiesenen Frauen mit Partnern zusammen, die selbst auch diese Entwicklung durchgemacht haben oder durchmachen.

Falsch zugewiesene Männer wiederum haben gar keine Chance für diese Illusion, sie konfrontieren ihren Partner immer mit ihrem Outing.

Das kann sogar paradoxerweise ein Vorteil sein, wenn sie sich selbst bereits harmonisieren konnten und es nur noch auf die Gesellschaft
ankäme zu entsprechen.

Denn sie wissen, dass sie genitalistisch denkenden Betrachter_innen nicht entsprechen können und verzichten oft auf eine Operation.

Zurück zur gaOP-Frau: Nach dem Verlust der Attraktivität also, die vorher durch die "Besonderheit" des Zwischen gegeben war,
wir erinnern uns, entfällt oft das für die weibliche innere Seele so wichtige Begehrtwerden, was Frauen dringend brauchen,
was für Frauen zu ihrer Identität gehört, das Begehrtwerden, um die Harmonie zu stützen und überhaupt die weibliche Identität
auch mit einem Partner spüren zu können.

Es kommt nun die eigene Zerrissenheit dazu, falls die OP mißglückt ist, die gaOP-Frau wird zu ihrem eigenen Betrachter, der sagt:
Nein, gefällt mir nicht.

Im Falle einer mißglückten OP kann es also auch leicht sein, dass eine bereits auf anderer Ebene gewonnene Selbstakzeptanz
wieder in sich zusammenfällt.

Damit haben wir dann beide Schnittstlellen, die des Betrachters und der eigenen Betrachtung negiert,
von beiden Seiten gilt der Körper als nicht attraktiv.

Ein Fiasko.

In dieser Situation wird sexuelles, reine körperliche Sexualität fast nicht mehr genussvoll lebbar.

Eine ausweglose Situation.

Besonders dann dramatisch, wenn wir uns vor Augen führen, dass die sexuelle Energie einer unserer stärksten Motivatoren ist.
Für alle Dinge die wir tun, für alle unsere Ziele.

Wenn man sich diese Ausweglosigkeit vor Augen führt, müsste die gaOP-Frau alles tun, um ihre Harmonisierung ohne OP mental umzusetzen.
Leider ist ihr das meist, durch ihre eigene Wahrnehmung, die auf ein bestimmtes äußeres Aussehen abstellt, auf ihre Neovagina, verwehrt.
Ja, es ist keine Option, ob eine mentale Harmonisierung vollzogen werden kann. Es ist keine Schokolade, die wir aus dem Regal nehmen können.
Wenn diese nicht verfügbar ist, durch unser Angeborenensein, dann müssen wir auch diesen Weg gehen. Das ist der härteste Weg.
Diesen Menschen muss unser ganzes Herz gehören. Wir müssen diese Menschen unterstütze, wo wir können.
Aber wir dürfen nicht den Fehler machen, diese Ausweglosigkeit dieser Menschen als Definition, die nur eine Bewältigungsstrategie unter
mehreren Möglichkeiten darstellt, aber für diese Menschen die einzige ist, dass wir diese Definition für andere als Mittel anpreisen,
dass zur Lösung führt, ohne die mentale Harmonisierung mit anzudenken.
Ja, die mentale Harmonisierung wird von diesen Menschen, die so geboren sind, dass sie diese nicht leisten können verachtet,
da sie ihr eigenes Leid in Frage stellt, sie könnten es ja anders lösen, könnte dann gesagt werden. Nein. Nein. Nein.
Diese Differenzierung müssen wir hier dringend vornehmen. Die einen können es nicht. Aber die anderen. Und die anderen dürfen
darüber nachdenken dürfen. Dafür habe ich hier diesen Aufsatz geschrieben.

Carol drückte den Button. Der Aufsatz war nun im Klinikzentrum für alle lesbar.
Der Dritte Aufsatz, den sie geschrieben hatte seit gestern. Alle dachten er stammt von Dr. Edward Barton.
Aber diesen Menschen hat es nie gegeben. Diesen Aufsatz hat Carol geschrieben. Carol Rose. So nannte sie sich ab sofort.
Eine Rose als Symbol der Liebe. Und Carol war jung. Sie musste noch alles lernen, wie in einer Pubertät ihren Körper ausbilden.

Er ging zum Hormondepotschrank, für Patientinnen. Um Carol eine Hormoncreme zu bringen.
Patientinnen, ja. Diese Wörter wird Carol aus ihren Gedanken streichen. Frauen, Männer, Menschen. Das waren sie.
Aber keine Patientinnen. Carol möchte Brüste. möchte Chloe sehen machen, dass sie eine Frau ist, die begehrenswert war.
Während Carol die Hormoncreme auf ihre Unterarme auftrug und diese aneinanderrieb, um diese einzureiben,
wußte sie, dass sie sich um das Mädchen nun kümmern wird. Dazu gehörte nicht nur die Hormonsubstitution, sondern auch
der mentale und physische Kampf gegen Menschen wie Gordon. Diese waren Gift. Jeden Tag versprühten sie ihr Gift.
Gift muss mit Gift bekämpft werden, dachte Carol, als sie die Whisky-Flasche nahm und sie in den Abfluß der Dusche entleerte.
Alle Flaschen wurden von Carol entleert, Cognac, alles.
Dann ging Carol, das junge Mädchen, zum Schreibtisch zurück. Und versprach ihr selbst, nur noch Dinge zu tun,
die ihr und andere Freude bereiteten. Vielleicht war ja Chloe auch noch ein Mädchen, und würde mit ihr weiterspielen wollen.
Auch wenn Carol in einer kleinen Wohnung leben würde. Ohne Status. Ohne Macht.


Image

"Two Childrens with Crowns of Flowers"
Gaston Bussière
Bildlizenz: Public Domain


weiter mit Kap. 1.2.57
http://www.freeyourgender.de/forum/viewtopic.php?f=555&t=1254



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eine weibliche Identität kann, muss sich aber nicht durch eine Vagina bestätigt wissen
http://www.freeyourgender.de

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