Transsexuellengesetz - J' Accuse

Antworten
Benutzeravatar
Carol Rose
Beiträge: 134
Registriert: 11 Sep 2019, 09:27
Wohnort: Münster
Kontaktdaten:

Transsexuellengesetz - J' Accuse

Beitrag von Carol Rose » 08 Dez 2019, 20:48



#Transsexuellengesetz #SOGISchutzG #Konversionstherapieverbot

2019 wurde nach Protesten von Regenbogen-Organisationen und SPD, Grüne und Linke ein modifiziertes Transsexuellengesetz abgelehnt. Viele verlangten die Löschung dieses seit 1981, zwischenzeitlich vom BVerfG als verfassungswidrig angegriffenen Sondergesetzes, einige Paragraphen in diesem Gesetz wurden ausgesetzt. Es ist aber nach wie vor gültig und bedingt ein Gutachterverfahren und ein Amtsgerichtsverfahren für die Personenstandsänderung. (Änderung des Geschlechtseintrags im Geburtsregister)

Am 29.10.2019 veröffentlichte das Bundesministerium für Gesundheit einen Referentenentwurf eines für Anfang 2020 geplanten Gesetzes (SOGISchutzG), das Homosexualität dahingehend schützt, dass sie nicht infrage gestellt werden darf. Dieser Schutz wurde mit 1 Jahr Haft strafbewehrt und mit der Selbstbestimmung nach Grundgesetz begründet.

Die Aufnahme entstand aus Empörung, da hier Transsexualität nicht berücksichtigt wurde. Hier kann nach wie vor keine Selbstbestimmung in Bezug auf die eigene Aussage über das Geschlecht in Anspruch genommen werden. Andere entscheiden nach wie vor über Geschlecht und geben vor, dies prüfen zu können. (ergebnisoffene Gutachterverfahren, Amtsgerichtsverfahren)

Der Diskurs über das selbstbestimmte Geschlecht erstreckt sich über das Wissen, dass ein Genital kein Geschlecht beschreibt oder definiert.
Die ersten Missverständnisse ergeben sich allein aus der Nutzung des Begriffes "Geschlecht". Deshalb, weil der Begriff Geschlecht sich in biologischer Hinsicht in unserem aktuellen Sprachgebrauch auf die Reproduktionsmöglicheit zeugen und empfangen bezieht. Deshalb kommen viele zu dem Schluss, dass das Genital eine eindeutige Aussage über ein Geschlecht liefern könnte. Diese Genitalbezogenheit in Bezug auf Geschlecht ist aber ein Trugschluss, da Frauen mit nur einem X-Chromosom zwar ein weibliches Genital haben, aber keine Kinder bekommen können. Das genannte Beispiel ist nur eines von vielen. Wir müssen wissen, dass ein Gehirn vor der Geburt eine Prägung und ein Wissen über sein Geschlecht erhält, auf der physischen Ebene über die neuronale Vernetzung. Das Gehirn als weiteres Geschlechtsorgan zu betrachten ist notwendig, um zu verstehen, wie Menschen zu ihrer Selbstaussage über ihr Geschlecht kommen, die von der Reproduktionsfähigkeit abweicht. Auch sogenannte CIS haben diese Selbstaussage, sie schauen nicht erst zwischen ihre Beine, um zu wissen was sie sind. Nur wird ihre Aussage nicht Gegenstand von Diskussionen, da ihre Aussage zufällig mit ihrem Genital übereinstimmt. Oft führt aber auch die Ablehnung "anders"(SIC) zu sein, zu einer Selbstaussage, die mit einer starken Verdrängung einhergeht, die bis zu Transphobie reicht. Die spätere kognitive Prägung hat für die Selbstaussage eine entscheidende Bedeutung, also das Umfeld, in dem ich lebe. Es ist ein Unterschied, ob ich zulassen kann, was ich fühle, oder starke soziale Repression zu erwarten habe. Dein pränatal geprägtes Gehirn triggert Deine Selbstaussage, die dann in Abhängigkeit zu Deiner kognitiven Prägung gebracht wird.

Um meine Selbstbestimmung über meine geschlechtliche Identität innerhalb eines Staates ausüben zu können, muss es Wege geben, wie ich ohne Mitbestimmung anderer am Standesamt mein Geschlecht korrigieren lassen kann. Denn das zugewiesene Geschlecht aufgrund meines Genitals (Geschlechtseintrag im Geburtsregister des Babys) kann, muss aber nicht richtig sein.

Zu diesem Video gehören diese Videos, die zeigen, dass das SOGISchutzG auch Transsexualität in seiner Selbstbestimmung berücksichtigen muss:










TSGREFORM ist der YouTube-Kanal von
http://www.freeyourgender.de



Antworten

Zurück zu „Gesetzgeber“