was wir als "normale" Beziehung bezeichnen...

was wir als "normale" Beziehung bezeichnen...

Postby JasminRheinhessen » Sunday 12. August 2018, 12:59

ist nichts anderes als das Ergebnis einer patriarchalen Eiskaffee-Mischung.
Wer Liebe und Sex nicht trennen kann, wer Sex nicht genießen kann, wie ein Stück Schokolade,
hat zu viel Patriarchat "inhaliert". ist gehirngewaschen worden. Herzlichen Glückwunsch.

Stell Dir vor, Du möchtest Dir eine bestimmte Tafel Schokolade gönnen,
und jetzt hat schon eine Andere davon genascht, jetzt willst Du sie nicht mehr,
sie würde Dir ja "nicht mehr schmecken". Hat sich die Schokolade irgendwie verändert?
Nein - Du hast Deine Einstellung zu ihr verändert, weil mit der Schokolade irgendetwas passiert ist.
Du richtest Dich also nach Umständen, Verhalten, nach Normen und Regeln, aber die Schokolade,
die ist immer dieselbe! Nur wird sie für Dich, unter bestimmten Umständen, mehr oder weniger attraktiv, begehrenswert.
Ist das nicht völlig daneben? Siehst Du das nicht auch so?

Partnerbörsen, es gibt sie viele, wir unterscheiden aber tatsächlich Partnerbörsen, bei denen es um "Beziehungen" geht,
und Partnerbörsen, oder Singlebörsen, bei denen es um "Seitensprünge" und "Abenteuer" geht, so wird Sex gerne umschrieben,
damit es nicht so "anrüchig" klingt.
Allein schon diese Trennung vollziehen zu müssen, weil es der "Markt", also die Gesellschaft, also die Erwartungen und Gedanken
der Massen erfordern, ist eine Konsequenz des Patriarchats.

Sex ist im Patriarchat anrüchig, und nur im Herrenzimmer darf darüber mit zotigen Witzen geschmunzelt werden,
eine Frau bringt Sex in reiner Form immer um ihren "guten Ruf".

Eine klassische, "saubere", also patriarchatskompatible Beziehung ist also immer erstmal "ohne Sex",
die liebe, wartende, passive blütenblätterauszupfende Frau, die dasitzt und auf ihren Prinz wartet,
ist ein Produkt des Patriarchats. Jede Frau, die davon abweicht, erzeugt Aufruhr.
Pippi Langstrumpf zum Beispiel. Sie erzeugt Aufruhr und ist Revolution.

Und dann muss aufgepasst werden. Immer schön patriarchatskompatibel bleiben liebe Frauen!
Was ihr sucht mehrere Männer, wollt eine 3er-Beziehung mit zwei Männern, oder sogar 4er mit Drei?
Damit könnte sich ein Mann rühmen, er würde dann sogar als Casanova, Playboy oder Schürzenjäger gelten.
Julio Iglesias hätte mit 3000 Frauen geschlafen, so heißt es. Er bewässert diese Aussage zwar nicht,
aber allein diese Annahme gereicht ihm zum Vorteil, macht ihn für Frauen noch begehrenswerter.
Da muss er doch etwas Bestimmtes haben, etwas Besonderes, den will ich auch!
Die Frauen merken aber nicht, dass dies eine patriarchale Gehirnwäsche ist, der sie hier unterliegen,
dass sie genau dann positive Gefühle haben, wenn sie sich einen Schürzenjäger angeln.
Eine Frau, die das gleiche tut, gilt als Schlampe, als Flitchen.
Juliane Werding prangert in ihrem Lied "Daisy" das Patriarchat an, zeigt an, dass auch Frauen
mehrere Männer haben sollen dürfen... und bricht hier ein Tabu. Warum das ein Tabu sein soll,
liegt in der Regel- und Moralwelt des Patriarchats. Regeln werden durch Moral zementiert.
Deshalb fällt uns auch nicht mehr auf, dass Religionen Frauen unterdrücken.

Polygamie ist den Männern vorbehalten, aber die Frau, die er hat, besitzt nur er, sie darf nicht wie er.... herumvögeln.
Moralisch ist das Ganze mit der Treue- und Eifersuchtstablette manifestiert, die wirkt immer. Sie ist so fest verankert,
dass sie als gut und richtig wahrgenommen wird. Wir erinnern uns: Das liebe, wartende, blütenblätterzupfende Mädchen...
Das Treue und Eifersucht nichts anderes als die Tochter der Besitzliebe ist, vergessen viele. Liebe darf nicht opfern.
Auch wer sich selbst gerne opfert, ist bereits gehirngewaschen. Nicht mehr zur Schokolade greift, obwohl sie ihm gut tun würde.
Die meisten Morde passieren im Bekannten- und Verwandtenkreis, innerhalb intensiver Beziehungen, Partnerschaften.
In Ehen. Eifersucht ist eine Krankheit, ausgelöst durch patriarchales Besitzdenken. Sie macht unfrei. Liebe geiselt schrieb Lisa Fitz.
Sie meinte die patriarchale Liebe, ja, die geiselt, die Teilnehmer dieser Liebe hangeln sich durch einen Dschungel von Verhaltensregelwerken,
bis sie nicht mehr klar denken können. Frei lieben können sie schon gar nicht mehr. Ständiges Hinterfragen, ständige Zweifel, ständige Angst.
Liebt er mich? Hat er eine andere? Was sagen die Leute? Ist er nicht zu jung für mich?

Und da sind wir beim nächsten Regelwerk, das sich natürlich wieder durch die Ambivalenz auszeichnet, die Frauen ausgrenzt:
Männer dürfen jüngere Frauen haben, Frauen aber nicht jüngere Männer. Dass es Frauen gelingt, nun langsam dieses Tabu zu brechen, dem geht ein langer Kampf voraus,
ähnlich wie die der Suffragetten, die vor 100 Jahren kämpften, dass Frauen heute wählen dürfen, und gewählt werden dürfen.
Eine Joan Collins war es, die die konservativen (patriarchalen) Massen mit dem Alexis-Fieber infizierte. Nein - das geht doch nicht,
eine Frau, ältere Frau, die mit jungen Männern flirtet. Der Denver Clan brachte das Patriarchat in diesem Punkt ins Wanken. Paradoxerweise
kolportierte diese Serie Patriarchat pur. Aber diese Rolle sollte anscheinend für Aufruhr sorgen, das ist gelungen, wie bei Pippi Langstrumpf.
Das Brechen von patriarchalen Normen erzeugt immer Aufruhr, und für Fernsehfilme bedeutet das eine hohe Einschaltquote.
Oder eine Presse, die sich an Altersdifferenzen abarbeitet, wie ständig bei Berichten über Brigitte Marie-Claude Macron, die Frau des französichen
Staatspräsidenten, 24 Jahre älter wie er! Geht gar nicht! Darüber müssen wir berichten! Lasst die Druckerschwärze nicht trocknen!

Ja liebe Frauen, liebe patriarchal geprägte Frauen, die sich dem Patriarchat unbewusst andienen:
Achtet immer darauf: Seid treu! Der Mann darf höchstens etwas älter sein, nie jünger! Sex ist etwas, was nur bei ausgeschaltetem Licht stattfindet!
Der Nachbar sollte das nicht mitbekommen! Alle Fenster zu! Wenn ihr einfach nur vögeln wollt, nehmt eine Datingportalseite, wo es um Seitensprünge geht,
aber lasst euch nicht erwischen! Euer Ruf ist ruiniert, für immer! Ihr könnt dann die Stadt wechseln!
Genießt nur heimlich! Zieht euch nicht frivol an! Lasst keine Zweifel aufkommen, dass ihr eine redliche ehrbare, bodenständige Frau seid!

Sei eine Idiotin! Wie viele der anderen auch! Entziehe Deinem Körper das schönste und intensivste Gefühl, dass Du ihm schenken kannst. Kompensiere dann diesen Entzug mit Konsum, mit Besitz, mit materiellem, oder mit Frustessen. Wie wäre es mit Schokolade? Da ist viel Serotonin drin, das Glückshormon, das hilft Dir! Das ist aber auch in Bananen drin, aber iß diese nicht lasziv im Büro, wenn Deine Arbeitskollegen zusehen, sie könnten denken, Du würdest ihren Schwanz blasen wollen! Das schadet Deinem Ruf!

(aus Salammbo, Band 1)
eine weibliche Identität kann, muss sich aber nicht durch eine Vagina bestätigt wissen
http://www.freeyourgender.de

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