Dein Identitätsname

Dein Identitätsname

Postby Freeyourgender » Sunday 21. September 2014, 05:23

Einer der ersten Schritte für deine mentale Harmonisierung (=Kompensation)
deines Identitätsgeschlechtes (=Gehirngeschlechtes) mit Deinem Körper,
ist Deiner Identität einen Namen zu geben.

Dein Identitätsname.

Du verkoppelst so Deine Handlungen mit Deiner Identität,
und bist mit Deiner Identität im Gespräch.
Du lernst, indem Du spürst wie Du Dich selbst immer näher kommst,
das dies Du bist, und das andere, das zugewiesene.

Jede Email unter der Du Deinen Identitätsnamen setzt,
wird ein Teil von Dir, als hätte Dein Identität es gesagt.

Und wenn eine Antwort kommt, wird Deine Identität angesprochen,
und Du fühlst, das es richtig ist, wer hier angesprochen wird.

Du bist im Zentrum, Du fühlst Wärme und Geborgenheit, Du bist dann bei dir.
Eins mit Dir.

In Foren verwendest Du Deinen Identitätsnamen und andere
skizzieren über diesen Namen und dem was Du schreibst ein Profil,
das Du bist, ohne es mit einem unpassenden Namen des anderen Geschlechts
zu verzerren und zu maskieren.

Dir wird Dein Identitätsname bald so vertraut, als wäre es Dein Name,
den Du einmal von anderen bekommen hast.

Nein - Dein Identitätsname hat sich Deine Identität selbst gegeben.
Sie kann sprechen, und sie spricht jeden Tag durch ihren Namen
mit anderen, die sie über Email, in Foren und Chats so kennengelernt haben.

Kennengelernt und lieben gelernt haben.

Diese Menschen "sehen", ohne Dich zu sehen, Deine Identität

Und liebende Menshen, Deine Identität liebende Menschen,
werden diesen Namen auch verwenden,
wenn sie Dich real treffen,
egal wie Du aussiehst.

Es wird selbstverständlich nur dieser Name für sie in Frage kommen.

Nicht Dein Genitalname.

Du brauchst keine VÄ, wenn Du an diesem Punkt bist,
sofern Du keinen zwingenden administrativen Grund darin siehst.

Für Deine Harmonie nützt Dir eine formelle VÄ auch nichts, und auch keine PÄ.

Diese mentale Verschmelzung, von Deiner Identität mit Deinem Bewusstsein,
kannst Du ganz unabhängig von Stempeln und Paragraphen machen,
ja - Du musst es sogar, da diese Harmonisierung Dir niemand abnimmt.

Du findest Menschen, die Dich nur mit diesem Namen kennen und lieben.

Du wirst erstmalig für Deine Identität geliebt.

Ein elementares wichtiges Erlebnis.

Du lernst, das fremde Menschen am Anfang keine Rolle spielen,
das sie später auch nur eine geringe Rolle spielen,
das musst Du erst später begreifen lernen.

Du lernst, das Dein Aussehen für liebe Menschen keine Rolle spielt,
das assoziative Fremdwahrnehmung von Geschlechtern,
keine Rolle spielt, wenn Menschen in Liebe Deine Seele und Identität berühren.

Du bekommst erstmalig Akzeptanz, durch Deine Art, Deine Offenheit,
das was Dich ausmacht, ohne auf andere Dinge achten zu müssen,
nichtmal auf Kleidung, nichts ist wichtig,
außer das Du Du bist, und das Du Dich mit deinem Identitätsnamen,
den Du Dir gibts bejahst, und den Mut hast, diesen anderen,
Dich per Email, in Foren, in Chats mitzuteilen.
Du wirst es spüren, das dann der Schritt
in die reale Welt, nur über diese Menschen führt,
um dann weiterzugehen, für die nächsten Schritte.

Du wirst lernen, das Du zwar ein Problem hast,
Deinen Körper noch zu harmoniseren,
aber dies ist nur dann möglich,
wenn Du ja zu deiner Identität sagst, diese nicht versteckst
und liebende Menschen findest, die Dir die Hand geben,
um Dich mitnehmen. Dir halt zu geben.

Ich war selbst auch in einer tiefen Krise,
und als ich in der tiefsten Krise war,
lernte ich über Email eine taubstumme Frau kennen,
wo ich lernen musste, das ich ihr keinen youtube Link eines Videos schicken konnte,
das keinen Untertitel hat,
und ich musste lernen, das sie Musik nicht kennt,
und das sie die Welt, die ich kannte, nur zu einem Bruchteil wahrnehmen kann.

Ich habe gelernt, das Menschen, die meine Identität nicht sehen können,
nichts anderes als Wesen sind, die meine Welt nicht wahrnehmen können,
und ich habe gelernt das das für mich nicht mehr schlimm ist,
ich habe gerlent, das das eher für sie schlimm ist,
denn ich kann mehr sehen, als sie, mehr als das was sichtbar ist,
als einen Penis und eine Vagina.

Als einen Genitalnamen.
und einen Pass.

Menschen und ihre Identitäten sind aufregender.

viel mehr aufregender,
denn sie können sogar sprechen, lachen und weinen.




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"Niki"

Postby NikiLE » Tuesday 6. March 2018, 18:37

Ich habe auch mal Glück gehabt: mein zweiter, in Ausweis und Melderegister eingetragener Vorname ist "Nikolaus". Diesen zweiten Namen kann ich - rein rechtlich gesehen - ohne weiteres als "Rufnamen" führen. Dafür muß nichts geändert werden - man tut es einfach, nennt sich so. Und das gängige Diminuitiv "Niki" ist zudem androgyn: kann männlich oder weiblich sein. Bei meiner spezifischen "Transgenderei" (das "-ei" am Schluß ist auch so ne gewisse Distanzierung von nicht wirklich geliebten Ausdruck "transgender"), die eben keine eindeutige Zuordnung zu Mann oder Frau zulässt, fahre ich damit sehr gut:

"Ich bin Niki - ob der Niki oder die Niki, das könnt Ihr Euch aussuchen, is' nich' so wichtig für mich !"

Das ist natürlich ein bissl angegeben - in Wirklichkeit kann ich mir das nicht rein belieblig, willkürlich aussuchen, ob ich gerade mehr männlich oder mehr weiblich sein will. Es hängt von meiner Stimmung ab - mal fühle ich mich so, mal so; und vor allem hängt es davon ab, wie ich "in Anspruch genommen werde", von der jeweiligen Umweltbeziehung. Je vertrauter, sicherer, behaglicher und kuscheliger ich mich fühle, um so fraulicher werde ich - je unheimeliger, fremder, aggressiver ich meine Umwelt wahrnehme, um so männlicher werde ich. Aber auch das ist nur die Tendenz: manchmal lasse ich mich, wenn ich aggressiv als Mann angesprochen werde, in die Frau fallen und damit läuft die Aggression dann oft ins Leere. Zwischen den Stühlen zu sitzen hat eben nicht nur Nachteile ...

Es gibt eine - recht häufige - Situation, in der ich aber "Kerl total" werde: wenn ich psychoanalytisch denke, schreibe, spreche - wegen meiner sehr starken Identifikation mit meinem "Adoptivvater" Sigmund Freud.
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Re: Dein Identitätsname

Postby JasminRheinhessen » Wednesday 7. March 2018, 20:47

Ja, wenn Du in den Kampfmodus, in die Abwehrhaltung übergehst, fühlst Du dich männlicher, hier würde ich sagen,
dass Du trotzdem die gleiche Identität hast, Du hast immer die gleiche Identität,
nur ist diese, wie immer, eine Mischung aus den Aspekten der dualgeschlechtlichen Normierungen, die wir weiblich und männlich nennen,
mit den dazugestellten klischeehaften Verhaltensmustern.
Wenn Du also in Kampfmodus bist, näherst Du dich den männlichen Klischees und interpretierst Dein Fühlen als männlich.
Die falsche Abgrenzung zwischen weiblich und männlich wird auch in Vornamen abgebildet, wenn diese Regel verletzt wird,
fühlen wir uns befreit, wie z.B. bei unisex Namen wie Niki, Chris oder Kim.
Ja, es ist eine Befreiung, immer, wenn die dualgeschlechtliche-heteronormative Konstruktion geoutet wird als Konstrukt.
eine weibliche Identität kann, muss sich aber nicht durch eine Vagina bestätigt wissen
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