Feb. 2017: FAZ-Artikel verweist auf Gehirngeschlecht

Feb. 2017: FAZ-Artikel verweist auf Gehirngeschlecht

Postby Freeyourgender » Monday 27. February 2017, 19:46

Der am 25.02.2017 von Miray Caliskan verfasste Artikel auf faz.net ist ein Novum in der Medienlandschaft
der großen Medien seit langem.

http://www.faz.net/aktuell/politik/transgender-zwischen-mann-und-frau-14891654.html

Denn das Gehirn als Ursache für die sogenannte "Transsexualität" wird normalerweise regelmässig nicht in Betracht gezogen,
Hirnforschungsstudien ignoriert.

Dass nun im Frühjahr 2017 ein Artikel auf einem Medium wie faz.net auftaucht,
der sich für "Gender" starkmacht, und sogar Rupert Lanzenberger und Dick Swaab, langjährige Größen der Hirnforschung erwähnt,
dürfte einen Grund haben: Trump.

Hoffen wir, oder träumen wir davon, dass es den Machern des Artikels um die Menschen ging, um die sie schrieben,
und nicht nur darum, nun auf Argumente zurückzugreifen die Transsexualität in den Bereich des Angeborenen bringen,
nur um diese gegen Trump zu verwenden. Das wäre... schade.

Trump scheint also hier einen kleinen? Wandel in der Argumentationslinie der Verweigerer zu bewirken,
die bisher alles im Bereich des Psychischen ansiedelten. (>Genderisierung)

Wir befinden uns aber, wenn wir die Indizien der Hirnforschung bejahen, im Bereich der Biologie.
Denn nichts anderes als die Physis ist Thema der Hirnforschung;
Die Art der neuronalen Vernetzung. Die Gehirnstruktur. Steuerung durch Botenstoffe. Chemische Prozesse.
Also alles andere als die kognitive Prägung, sondern es geht um das Angeborenensein.

Die perse-Entpathologisierung ist natürlich überfällig, die Eintragung im ICD10, mit F64.0 ein Dauer-Skandal.
Hier schießt nun die FAZ mit ihrer gemeinten Hilfe für "TS" mit dem Satz über das Ziel hinaus, indem sie schreiben (S. 2 des Artikels)

"Die Vermutung, dass Trans-Personen psychische Probleme aufweisen,
weil sie sich mit ihrem biologischen Geschlecht nicht identifizieren können, ist demnach schlichtweg falsch."

Quelle:
http://www.faz.net/aktuell/politik/transgender-zwischen-mann-und-frau-14891654-p2.html

Natürlich ist diese Aussage nur dann richtig, wenn wir den psychischen Schmerz nur auf die Schnittstelle beziehen,
die diese Menschen mit der Gesellschaf haben. Also mit der Fremdwahrnehmung.

Unabhängig dazu gibt es aber das Problem der Eigenwahrnehmung, die ebenso eine "Baustelle" im Leben dieser Menschen ist.
Inwieweit hier Leid entsteht, wie groß dieses ist, ist individuell. Auf keinen Fall trifft aber zu:
Es gäbe kein Leid für jemanden selbst, nur in Beziehung mit der Gesellschaft.

Hier sollte die FAZ beim nächsten Artikel genauer ausdifferenzieren.

Genauso wie es per se keine Pathologisierung geben darf, gibt es per se keine Welt ohne Probleme für diese Menschen,
auch wenn wir eine Gesellschaft mit maximaler Problemfreiheit hätten.

Auf der 4. Seite noch ein Fauxpas: Das Wort "Hirngespinste" wird zwar den "Gender-Gegnern" in den Mund gelegt,
aber zeilennah folgen Hinweise auf Rupert Lanzenberger und Dick Swaab, die Hirnforschungsstudien vorgelegt haben.
Das Wort ist fast schon in diesem Zusammenhang ein Eigentor.

Natürlich hätte sich FYG gefreut, wenn Trans-Begriffe gar nicht mehr verwendet würden,
aber dies können wir noch nicht erwarten. Es handelt sich nämlich nicht um Trans-Personen, wie oft geschrieben,
sondern um Frauen und Männer, und außerhalb des dualgeschlechtlichen Systems dann um Menschen,
je nachdem, welche Aussage diese Menschen von sich treffen. Trans* klingt wie Alien, und meint immer das Falsche.
Trans ist ein Begriff aus der genitalistischen Verständniswelt: Penis=Mann, Vagina=Frau.
Das dies falsch ist, dass Genitalien keine (Gehirn)geschlechter definieren, beweisen uns Intersexuelle sichtbar.
Sogenannte Transsexuelle sind Intersexuelle, wenn wir den Parameter Gehirn als geschlechtsmitbestimmenden Faktor miteinbeziehen.

Eine Sammlung von Hirnforschungsstudien, u.a. auch der hier im FAZ-Artikel erwähnten Lanzenberger und Swaab:
http://www.freeyourgender.de/forum/viewforum.php?f=77

Wer sich für Theorie interessiert, das FYG Erklärungsmodell "Ursache der Geschlechtsidentität" gibt es jetzt auch zum Anhören,
ganz wichtig in diesem Vortrag ist die Differenzierung zwischen Fremd- und Eigenwahrnehmung.



Details zum Infocast:
http://www.freeyourgender.de/forum/viewtopic.php?t=1199



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