In meinem Bücherregal gefunden: "Falsche-Anrede-These"

In meinem Bücherregal gefunden: "Falsche-Anrede-These"

Postby Rosi » Monday 16. February 2015, 01:32

"zurückgelehnt"

Das Thema wurde ja grundsätzlich schon häufiger auch anderenorts diskutiert, dennoch möchte
ich meine Gedanken hier hinterlassen.

Der erste Gedanke der einem dazu in den Sinn kommt ist, das es einfach an der Gewohnheit
der Menschen liegt und sie sich mit der "neuen" Anrede einfach schwer tun. Als naheliegender
Grund dafür erscheint eine gewisse Unkonzentriertheit des Gegenübers.

Da dies aber auch bei Menschen vorkommt, die uns nicht von früher kennen, also nur in der
jetzigen Erscheinung kennengelernt haben und aus irgendwelchen Gründen von unserer
Vergangenheit wissen, erscheint die Erklärung anhand von Gewohnheit und Unkonzentriertheit
nur ein Teil der Wahrheit zu sein. Denn auch ein Gewöhnungseffekt wie bei einer Namensänderung
nach Heirat, ist hier nicht in gleicher Weise gegeben.

Auch selbst bei einem Menschen, von dem wir wissen, das er im amtlich richtig zugewiesenen
weiblichen Geschlecht (Frau) auf die Welt gekommen ist, werden wir uns auch im unkonzentriertesten
Moment nicht in der Anrede vertun, obwohl dieser Mensch einen (Damen-)Bart hat und mit tiefer,
männlich klingender Stimme spricht. Da ist irgendeine tiefe Selbstverständlichkeit in uns.

Da der Mensch ja immer stark von sich selber ausgeht, wäre eine mögliche These, dass es
für uns Menschen einfach und schlicht unvorstellbar ist, das jemand sein Geschlecht wechseln
kann. Denn diese "Versprecher" kommen tatsächlich in Momenten der Unkonzentriertheit, ohne
durch den bewussten Verstand "gefiltert" worden zu sein - also ein Stück weit aus den Tiefen
des (unterbewussten) Verstandes.

Die Frage ist nun, ob es da wirklich nur an Vorstellungskraft fehlt, oder ob diese, für uns nicht
nachvollziehbare, Unerklärlichkeit ein Zeichen dafür ist, das man das Geschlecht tatsächlich
nicht wechseln kann. Dies wäre im Umkehrschluss dann der Hinweis und auch ein Argument
für uns, dass wir schon genau so tatsächlich auf die Welt gekommen sind.

Denn ganz so tiefsichtig wie teilweise die menschliche Wahrnehmung beschrieben wird, ist diese
nicht. Da gibt es weniger diesen „durchschauenden“, „aufdeckenden“ oder „offenbarenden“ Effekt
im unterbewussten Bereich - eine Wahrnehmung die uns gar an unseren Bewegungen oder Gesichtformen
erkennt - abgesehen von Offensichtlichem. Man kommt mittlerweile viel erklärbarer zu unserem
Wahrnehmungsergebnis.

Ein wichtiger Bestandteil der Personenwahrnehmung ist die Inferenz. Hier werden über die tatsächlichen
Wahrnehmungen hinaus, unbewusst Schlüsse auf weitere nicht beobachtbare oder nicht beobachtete
Eigenschaften der Person gezogen. Dabei wird in dem von mir genannten Zusammenhang, zuerst die
Stereotypisierung eine Rolle spielen. Dies äußert sich in der Tendenz, Menschen die Merkmale des
typischen Angehörigen einer Gruppe zuzuschreiben – in diesem Fall geboren „als“ Mann. Entsprechend
werden alle weiteren Wahrnehmungen durch einen Reihefolgeeffekt aufgrund der Kenntnis „als Mann
geboren“ beeinflusst. Fortgesetzt wird aufgrund der abgeleiteten Erwartungen, die Wahrnehmung in
dieser Hinsicht gefiltert.

Ein weiterer Bestandteil ist die Selektion, die dafür verantwortlich ist, dass nur sehr wenige Informationen
bei der Personenwahrnehmung verarbeitet werden. Es werden, auch abhängig von den vorgenannten
Effekten, nur wenige Reize bewusst wahrgenommen und gleichzeitig hinsichtlich ihrer Bedeutsamkeit
interpretiert – Fehldeutungen sind da nicht selten.

Unabhängig dieser Gegebenheiten, ist es mir – wenn ich in mich hinein horche/denke – nicht möglich, mir
vorzustellen (!), dass jemand sein Geschlecht wechseln kann. Ich habe beim besten Willen keine Vorstellung,
aufgrund welcher Umstände so etwas geschehen könnte. Mir fehlt jegliche Erklärung für einen solchen
Vorgang. Und ich gehe davon aus, jedem anderen Menschen auch.

Weil wie schon gesagt, der Ausgangspunkt der Wahrnehmung und deren Bedingungen immer man selber ist,
die Wahrnehmung also auf den eigenen Möglichkeiten aufbaut (Inferenz und Selektion), wäre es doch folgerichtig,
wenn ein Geschlechterwechsel nicht „wahrgenommen“ werden kann und dementsprechend immer wieder die
„ursprüngliche“ Anrede herausrutscht. Besonders, wenn der Verstand nicht „verbiegend“ eingreifen kann.

Vielleicht stelle ich den Gedanken noch einmal anders bzw. deutlicher auf. Könnt Ihr Euch einen (inneren)
Geschlechterwechsel vorstellen oder erklären?

"in die Runde geschaut"
Rosi
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Re: In meinem Bücherregal gefunden: "Falsche-Anrede-These"

Postby JasminRheinhessen » Monday 16. February 2015, 13:08

Eine hochinteressante Fragestellung.

Dein Artikel zeigt auf,
dass ein Mensch:

1. der einen Menschen sieht, von dem er NICHTS weiß, einen Fremden,
also ohne jegliche Informationen aus seiner Vergangenheit von ihm zu kennen,
einer Assoziation folgen muss, um für sich zu sagen:
"Ich sehe einen Mann, Ich sehe eine Frau"

2. der einen Menschen sieht, von dem er die Vergangenheit kennt,
seinem Verstand folgen müsste um für sich zu sagen:
"Ich sehe einen Mann, Ich sehe eine Frau"
Hier unterlaufen ihm "Fehler", seinen Verstand richtig zu interpretieren,
er benutzt "trotzdem" die "falsche" Anrede wieder besseren Wissens.
Evt. spielt hier der Faktor eine große Rolle, der bereits schon unter Punkt 1 zutrifft:
Dass eine unbewusste Einschätzung den Verstand hier "ständig überschreibt",
und dieser Mensch sich daher "mehr konzentrieren" muss,
als wenn er sich nur seinen Einkaufszettel merken soll.

3. scheinbar die Assoziation in die Wiege gelegt bekommt,
oder er erlernt diese und sein Gehirn wird kognitiv geprägt,
um zu wissen, ich sehe einen Mann, eine Frau.
Wahrscheinlicher ist, dass die Fähigkeit in der Hauptsache angeboren ist,
der angeborene Anteil die meiste Wirkung für eine Assoziationsvorgabe liefert,
wie ein Mensch indiesem Fall assoziiert,
da diese Vorgabe bei jedem Menschen sehr stark ausgeprägt ist,
und es hier scheinbar keine bedeutende Varianz gibt,
die ein Zeichen für eine mehr oder weniger starken kognitiven Einfluss geben könnte.

Es ist unstrittig: Alle Menschen haben extreme Schwierigkeiten,
sich gegen ihre (angeborene?) Grundaussage zu wehren,
die sie als Assoziation interpretieren.
(>Conchita Wurst)
Evt. wirkt beides: Ene stark angeborene Komponente plus
die kognitive Prägung, wenn uns von unserer Kindheit an,
Mädchen, Frauen, Jungen und Männer umgeben,
die wir auch also solche für uns beschreiben,
wie Äpfel und Birnen, und nicht einfach wie Obst.
Der bereits angeborene Anteil dürfte aber den entscheidenden Einfluss nehmen.


Dieser Faktor, des Punkt 3 ist zentral,
denn er führt anscheinend zum "Fehler", sich immer wieder zu "versprechen",
obwohl bekannt ist, dass es sich hier um eine Frau handelt, abseits der
unbewusten Assoziationseinstufung, und nicht um einen Mann.

Auswertung der Frage: Mann/Frau ?:
Es ist anzunehmen, dass hier sehr viele kleine Details zur Auswertung kommen,
die gesamte morphologische Ausprägung, auch im bekleideten Zustand,
und dass es hier von diesen vielen Details eine handvoll "Main-Criterias" gibt,
die in sekundenschnelle eine Einteilung vornehmen, ohne eigenes Zutun und bewusstem Nachdenken.

Welche "Main-Criterias" dies sein könnten, darüber kann spekuliert werden,
evt. gibt es dafür Studien, vielleicht sind es Verhältnisse zwischen den Elementen der Gesichtszüge,
evt. auch schon ganz lapidar die Kopfgrösse und Form.
Auf jeden Fall ein Bundle aller Criterien zusammen, die in verschiedener Gewichtung wirken.
Hat ein "Criteria" einen Mann ausgegeben, stoppt die Assoziationssuche,
der "Scanner" wird nicht mehr benötigt und kümmert sich nicht weiter um die Feststellung,
liefert als Ergebnis: Mann.
Dieses Ergebnis "Mann" wird anscheinend unumstösslich, bzw. fast nicht mehr löschbar,
im "Eprom", im unflüchtigen Speicher im Gehirn abgespeichert,
und dieses Ergebnis der Person zugewiesen.
Dieses wird dann immer aufgerufen, wenn diese Person im Gehirn verhandelt wird,
eine neue Assoziation und Bewertung der Frage findet nicht mehr statt.
Da kann "er" noch so oft in einem Dialog rational "erzählen", was "er" sei,
der Speicher überschreibt wie ein Hegemon sämtliche weitere rationale Impulse.

Vor allem wenn dies Impulse sind, die verbal herangetragen werden,
Impulse von Sätzen, die einen Sinn liefern, und die daraus diejenigen Assoziationsmuster umschreiben sollen, die ja zum Ergebnis bereits führten,
und im umgeschriebenen Zustand ein anderes Ergebnis liefern sollen.
Ein wahrlich extrem schwieriges Unterfangen, da ein Mensch keinen direkten Zugriff
zu seinem Unbewussten hat, genau zu diesen Assoziationsmustern.

Es ist auch anzunehmen, dass ein Assoziationscluster gar nicht mehr umgeschrieben werden kann,
zumindest nicht in wenigen Jahren, vielleicht erst in der nächsten Generation,
wenn ein Kind diese erworbenen kognitv neuen Erkentnisse, die aber nicht zur Wirkung kamen, als Talente vererbt bekommt, und diese dann evt. besser wirken.

Denn es ist Fakt, dass der Verstand nicht direkt zur Löschung oder Veränderung der Assoziatonsmuster führen kann, auch nicht nach der kognitiven Lernphase (es wurde mitgeteilt direkt oder indirekt, dass es sich um eine Frau handelt), nicht gegen das alte fest abgespeicherte Assoziationsmuster ankommt,
dass immer wieder sagt: Das ist ein Mann.

Vor allem dann nicht mehr, wenn das Gehirn nach einer initialen Bewertung,
also bei dem Ersten Sichtkontakt bereits ein Ergebnis im Eprom des Gehirns abgelegt hat,
dass dann immer wieder nur abgerufen wird,
es gar nicht mehr zu einem neuem "Scanvorgang" kommt, dieser sogar unbewusst unterdrückt wird,
da ein Revidieren der Meinung auch emotional "verneint " wird. (>Homophobie, Transphobie)

Der Betrachter hat dann, erfährt er rational, dass es sich um eine Frau handeln soll,
gegen 2 Fronten zu kämpfen:
Gegen sein Ergebnis, dass bereits abrufbar im Gehirn abgespeichert wurde,
und dass immer wieder eingeblendet wird, sobald diese Person sichtbar ist.
Und gegen die 2. Front, sein Assoziationsmuster, das zu seinem Ergebnis führte,
dieses müsste ja, wenn das Ergebnis revidiert werden soll,
umprogrammiert werden, was, so ist es zu vermuten, anscheinend über das Bewusstsein nicht möglich ist.

Vielleicht könnten hier Studien unter Hypnose eine Umprogrammierung ermöglichen.
Evt. ein Feld für Forscher.
Diese beiden beschriebenen Effekte lassen den Betrachter immer wieder zu dem Ergebnis kommen:
Hier ist ein Mann.

A: Triggerung der Frage, 1. initialer Sichtkontakt:
1. Der Scanvorgang setzt ein mit evt. angeborenem Assoziationsmuster: Ergebnis Mann
2. Abspeichern: Mann

B. Erneute Triggerung, plus rationale Information, dass es eine Frau sein soll:
1. Abruf aus dem Speicher: Mann, kein erneuter Scanvorgang mehr
die Rationale Information, meist durch Sinnvermittlung verbaler Art oder durch Text,
hat keinen Einfluss mehr, wirkt nur noch auf der moralischen Ebene,
nicht mehr auf der Wahrnehmungs- und Verstandesebene, die bereits das
Ergebnis Mann ausgewiesen hat.

C. Erneute Triggerung, plus rationale Information, dass es eine Frau sein soll:
1. Abruf aus dem Speicher: Mann, Moralebene: Nutzt Anrede: Frau

D. Erneute Triggerung, plus rationale Information, dass es eine Frau sein soll:
1. Abruf aus dem Speicher: Mann, Moralebene: Will Anrede Frau nutzen,
verspricht sich, und setzt das Ergebnis aus dem Speicher verbal um: Sagt aus Versehen Mann


Der Betrachter schafft es dann, durch seinen Verstand zu sagen:
"Hallo Gabi !" - sollte er keinen Konzentrationsfehler machen,
hat aber im Hinterkopf für sich und denkt:
"Da ist Heinz, ich muss ihn mit Gabi ansprechen, da Heinz sagte er ist eine Frau"

Im "Eprom" für das Geschlecht dieser Person ist nicht abgelegt:
"Gabi", sondern Heinz.
Heinz muss erst richtig "übersetzt" werden,
bleibt aber vom Verstand immer Heinz, auch wenn "Gabi" verbal gesprochen wird.

"Heinz" kann hier anscheinend nicht mit normalen bewussten Methoden gelöscht werden,
Er kam in den Speicher durch die Assoziation, die bei der initialen ersten Bewertung das Ergebnis "Mann" lieferte.

Es ist auch anzunehmen, ist "Heinz" erst einmal im Speicher abgelegt worden,
könnte das Passing sehr sehr gut sein, es würde schwierig werden,
hier wieder eine komplette Löschung vorzunehmen.
Dies dürfte auch eine Aufgabe von Forschungsstudien sein, inwieweit das möglich ist.

Wenn die Assoziation, die zum Ablegen von "Heinz" im "Eprom" führt,
eine angeborene Assozation ist, diese Frage ist nicht abschliessend geklärt,
könnte sie evt. ein Teil des Limbischen Systems sein.
Dieser Teil im Gehirn führt immer wieder zu einer "Korrektur" von Dingen,
die der Mensch für "richtig" und logisch" hält.

Ein Betrachter dreht den inneren Teil der Maske immer automatisch nach außen,
dafür ist das Limbische System im Gehirn verantwortlich
http://de.wikipedia.org/wiki/Limbisches_System



Bei einer Verdrahtung im Gehirn, die diese Korrektur nicht vornimmt,
also ein Mensch, der auch den inneren Teil der Maske auch so wahrnimmt wie er ist:
eine nach innen gedrehte Maske, sehen die Hirnforscher dann ein Indiz für eine "Störung",
womit sie eine Abweichung meinen, von der "Norm-Verdrahtung".



Diese Erkenntnis bedeutet,
dass wir eine Akzeptanz von Menschen,
die die Folge einer "richtigen" Assoziation beim Betrachter ist,
nur über die rationale Ebene gewinnen können,
eine Gesellschaft, eine Kultur muss diese immer wieder vermitteln:
Wie das Lesen und Schreiben.
Da ja das angeborene Status Quo im Moment dazu bei den meisten Menschen,
scheinbar nicht dazu in der Lage ist. (>Ich sehe einen Mann, keine Frau )



Kann diese Unfähigkeit,
eine Frau als Frau zu assoziieren,
und nicht als Mann,
geändert werden ?


Ein Kind, dass nicht Lesen und Schreiben kann, kann dies nicht,
hat es nicht gelernt. Eine andere Kultur in Afrika, ein Stamm, sieht das evt. nicht vor.

Wir müssen für Akzeptanz von Gehirngeschlechtern dann in unseren Gesellschaften,
und Kulturen dafür sorgen, das "Lesen und Schreiben von Gehirngeschlechtern" gelernt wird.

Das "Lesen und Schreiben" von Identitätsgeschlechtern, die als Basis Gehirngeschlechter haben.

Ansonsten erhalten wir im jetzigen Analphabeten-Modus immer Unverständnis, Ablehnung,
Angst vor dem Unbekannten.
Denn einen Menschen als Mann zu sehen ist eines.
Ihn verstehen zu können, wenn er sagt, dass er eine Frau ist, ist das andere.
Verstehen über den eigenen Verstand hinaus ist hier gefordert.
Über die eigene angeborene "Erkenntnis-Meldung" hinaus, die sagen will: "Das ist ein Mann."

Schwer. Aber nicht unlösbar.



Warum kann es eine Veränderung geben ?

Ein Ausblick:

Was angeboren wird, ist ja kein Fixum.

Wir haben ja hier eine Mutation der Fähigkeiten:

Beethoven, Rachmaninow, Johann Sebastian Bach hatten,
und das ist unstrittig, eine spezielle Verdrahtung im Gehirn,
als Basis, die sie von Kind auf befähigten, das zu tun,
was sie von "normalvedrahteten " Menschen unterschieden hat.
Diese "Talente" entdeckten sie, förderten sie.
Es gibt Menschen, die entdecken ihre speziellen Fähigkeiten nie,
sie sind aber sehr oft vorhanden.

Dieser Bereich widmet sich der Frage:
Wie werden Talente weitergegeben.
Forschungen haben festgestellt: Meist in der 2. Generation:
War der Opa oder die Oma z.B. eine begnadete Musikerin,
ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eines der Enkel einen Teil dieser Fähigkeiten
mit angelegt bekommt.

Diesen Effekt können wir bei allen Arten von Fähigkeiten nachweisen.

Es ist also maßgeblich, was ein Mensch heute denkt, lernt und tut.
Diese Fähigkeiten werden weitervererbt, zum Teil, oder nicht, je nachdem.

Wenn dies nicht der Fall wäre, gäbe es keine herausragenden Talente,
keine Varianz, alle Babys wären gleich. Das ist nicht der Fall.

In welcher Form diese "Übertragung" stattfindet, in der DNA oder wo auch immer,
ist sicher ein Feld der Hirnforschung, dieses müsste man an dieser Stelle nun recherchieren.

Es kann aber sicher sein, dass eine Kultur, die gelernt hat,
durch aktives Denken und Akzeptieren,
dieses Verhalten als Fähigkeit weitervererbt,
und das dann Kinder, nach und nach diese angeborenen Assoziationsmuster
nicht mehr in der Art zeigen, wie sie es heute tun.

Wenn es diesen Effekt nicht gäbe,
gäbe es keine Mentalitäten verschiedener Kulturen.


Vererbte Fähigkeiten und Talente, wie auch kulturelle Mentalitäten:
Beweis für unbewusstes Reagieren auf bestimmte Trigger
auf einer bestimmten vorher festgelegten Art,
auch emotional.


Eine Kultur, die Folter und Barberei nicht anprangert, die dies als Normal ansieht,
gab es früher vor hunderten, tausenden Jahren,
wie im Tierreich wurde hier Verhalten gezeigt,
dass hier keinen Errror in der Emotion hervorruft.

Wir haben heute diese Bewertung geändert:
durch Moral, Anstand, Werte, Ethik, durch Regelwerke,
die immer der nächsten Generation Werte vermittelt wurden:
Anfänglich durch Erziehung und kognitive Prägungen unseres Gehirns,
dass einen Anteil weitergibt, mehr oder weniger,
dann einen Teil weitervererbt.

Desshalb haben wir heute Kulturen, die emotional eine starke Gegenreaktion auslösen,
wenn Barberei vollzogen wird: Es entsteht ein Aufschrei in der Gesellschaft:
Das geht nicht, das ist indiskutabel: Assoziation:
"Nein - wollen wir nicht. Lehnen wir zutiefst ab. "
Dazu kommt, dass diese Ablehnung zusätzlich mit emotionaler Empfindung begleitet wird
(>Gewissen)

Dieses Ergebnis dürfte nicht allein auf Erziehung beruhen,
denn sonst hätten wir eine viel höhere Varianz der Akzeptanz für Barberei.
Ein Teil fände es gut, ein Teil würde es nicht interessieren, ein Teil stark verurteilen.
Wir haben aber den Effekt, dass es der überwiegende Teil stark verurteilt,
und hier Gefühle entwickelt, die dies verneinen.
Der Teil der nicht "reagiert, "dem Barberei egal ist", und der es gut findet,
ist extrem gering.

Ein Beispiel kann hier das Hitlerregime liefern:

Der allgemein gütlige Konsens und Kulturstatus der Menschen in der Weimarer Republik
war gegen Barberei.
1. Durch den Status Quo der Kultur selbst, wir befanden uns ja Anfang der 20iger Jahre
des 20 Jhd. und nicht mehr im römischen Reich.
2. Die Menschen hatten direkt die Vergangenheit des 1. WK verurteilt,
also wurden zusätzlich kognitiv auf Ablehnung gegen Barberei geprägt.

Ergebnis: Wir hatten es im grossen Feld mit "guten Menschen" zu tun,
die so schon geboren waren, und zusätzlich geprägt wurden durch die lezten Jahre des 1.WK.,
dessen Wertemuster um Werte kreiste, die alles andere im Sinn hatte,
als zu morden.
Werte wie Zwischenmenschlichkeit, Liebe, Künste, Schönheitsempfinden
wurden hier stark ausgebildet:
Beispiele:
Jugendstil durch alle Kunstarten, ein Stil der Emotion und Schönheit über Zweck hebt.
Anfang der 20iger bis ca 1929, bis zum Einsetzen der Weltwirtschaftskrise,
bei der wieder existentielle Emotionen und Ängste in den Vordergrund traten,
hatten wir einen bemerkenswerten Zeitabschnitt im Bereich der Lesben- und Schwulenbewegung, wenn man den Status Quo betrachtet, von dem aus sie begann,
bis zu deren Ende ca. 1929. Es war die Erste große Bewegung und auch die schnellste bisher,
schnellste in Bezug auf Veränderung die erfolgte innerhalb der Zeitspanne von wenigen Jahren.

Auf diese kognitive und auch pränatal geprägte humanistische Kulturbasis stieß das NSDAP Regime, und schaffte es, Zigtausende Menschen für das Morden zu begeistern.
Die Wirksamkeit dieses Regimes begann ca. 1930 in der breiten Gesellschaft sichtbar zu werden.
Das Ergebnis der "Umprogrammierung", und zwar der erfolgreichen Umprogrammierung von tausenden Menschen, die vorher "gut" waren, konnten wir 1939 sehen.
Und hier ist nicht die Wehrmacht per se gemeint, die ihren Dienst verrichtete, in der Regel wiederwillig, von Kettenhunden angetrieben die hinter ihnen gingen,
sondern die von sich aus begeisterten, die sich in der SS fanden, in den sogenannten Einsatzgruppen, die für die Massaker verantwortlich zeichneten.
Also diejenigen, die direkt antihuman agierten, ganz bewusst.

Diese Menschen hatten die Moralwerte von Menschen, die Tieren glich.
Natürlich hatten diese Menschen, bedingt durch ihre bereits erfahrene Kulturprägung,
nicht mehr den Stand von Tieren.
Das NSDAP Regime, hätte, wenn es im 2. oder 3. Jhd. gewirkt hätte,
nicht 10 Jahre und länger Judenhetze betreiben müssen, oder Hetze gegen Menschen,
die nicht arisch sind.
Diese "Umprogrammierung" dauerte einige Jahre, und sie hat funktioniert.
Propaganda ist nichts anderes, als eine Umprogramierung von Werten über Emotion.

Als Beispiel darf hier der Film
"Jud Süß – Film ohne Gewissen"
http://bit.ly/1DXAmQZ
genannt werden.

Die Menschen die in den Kinosaal gingen, waren "gut".
Sie gingen als "Böse" wieder aus dem Saal.
Ohne dass sie davon etwas bemerkten.
Ihre Moral änderte sich, und sie fühlten sich auch noch dazu legitimiert.
Sie dachten weiterhin sie wären "gut".


Zitat Wiki:
Der Schriftsteller Ralph Giordano, nach nationalsozialistischem Sprachgebrauch ein
„jüdischer Mischling“, schildert als Zeitzeuge die von ihm miterlebte Reaktion des Publikums
und seinen eigenen Gefühlszustand nach einer Filmvorführung:

„An dieser Stelle ging ein Stöhnen der Wut und der Abscheu durch die Kinoreihen,
eine offenbar ununterdrückbare Gefühlsäußerung, die von der starken Wirkung des Films zeugte. […]
Als nach dem Abspann das Licht anging, herrschte denn auch große Stille – als wären die Zuschauer gelähmt. Die Luft war schwer, die mörderische Wirkung des Films überwältigend präsent.
So präsent, dass ich glaubte, mich nicht erheben zu können, ohne erkannt zu werden.“
Zitat Ende.



Nach dem 2. WK, waren diese zigtausenden Menschen aber noch da,
sie lößten sich ja nicht in Luft auf, bzw. konnten auf Knopfdruck wieder umprogrammiert werden.
Viele Verurteilte beharrten auch in ihren letzten Aussagen, auf die Richtigkeit ihrer Taten,
was ein Beweis für die Veränderung gelten kann, die unbewusst erfolgte, und die zu einer anderen Wahrnehmung führt.
Wer als Mitläufer bewertet wurde, begleitete seine Ämter in der BRD weiter.
Dass diese Menschen auch während der Phase der "Entnazifizierung" insgeheim zu dem standen,
was sie taten, davon darf in vielen Fällen ausgegangen werden.

Aufarbeitung und Teil der "Umprogrammierung" zurück zum Humanismus:
"Die Mörder sind unter uns"
Erster deuscher Spielfilm der Nachkriegsgeschichte, mit der 21-jährigen Hildegard Knef,
die 1946 in der Kulisse des zerbombten Berlin eine KZ-Überlebende spielt





Es kann also, eine kognitive "Umprogrammierug" erfolgen, die, wenn sie weiter fortgeführt würde,
weitervererbt wird, mehr oder weniger (>Mentalitäten)

Es spielt also eine Rolle festzustellen, welche Assoziationen wir jetzt haben,
um dieses Defizit bewusst in das Ziel zu überführen,
diese Defizite durch Änderungen der Assoziationsmuster neu zu programmieren.

Ein skrupelloser Mörder, dürfte diese Emotionslosigkeit, wenn er nicht allein aus Rache handelt,
und seine Tat eine direkte Ursache in seiner Biographie hat, diese Veranlagung bereits in der Wiege mitgeliefert bekommen haben.

Wenn wir also festhalten, dass Kultur, Werte, Moral, dass diese Werte zum Teil bereits in der Wiege des Individuums zum Teil anliegen und bereits verdrahtet sind,
können wir daraus folgern, dass es wichtig ist,
Menschen aufzuklären, was sie unterlassen sollen,
weil es anderen Menschen schmerzt.
Diese Unterlassung führt zu Bewusstsein, etwas anderes tun zu müssen, als man von sich aus meint,
was richtig ist, dieses Umdenken erfährt einen Lernprozess,
dieser Lernrozess erzeugt eine kognitive Prägung,
eine Neuverschaltung des neuronalen Netzerks im Gehirn.
Beim Lernen werden tatsächlich physikalisch im Gehirn "Datenautobahnen" angelegt,
diese Veränderung kann vereerbt werden.

Ein Beweis für das Entstehen von Datenautobahnen ist das Lernen und das Vergessen.
Wenn wir "am Ball bleiben", lernen wir im Effekt immer effektiver,
wenn wir Pausen einlegen, von 1- 2Wochen, werden wir uneffektiv.
Die Datenautobahnen haben sich wieder verkleinert, müssen neu zementiert werden.
Diese Erkenntnisse sind bereits in der Hirnforschung nachgewiesen.
Der Bau dieser "Autobahnen" geht nicht gleichmässig, sondern in Stufen,
es passiert eine zeitlang recht wenig, dann entsteht wieder ein Schub.
Viele Menschen geben ein Hobby auf, weil sie meinen sie kommen nicht weiter,
sie befinden sich in der Phase, in der das Gehirn nachkommen muss,
hören sie zu früh auf, können sie nicht den Effekt der nächsten Stufe der Lernphase erleben,
haben kein Erfolgserlebnis, geben zu früh auf.
(>Vera F. Birkenbihl)

Für diesen Artikel soll nur Wichtigkeit haben,
dass durch Lernen eine physikalische Veränderung im Gehirn selbst verstofflicht wird,
also nicht nur Gedanken in einem Speicher gehalten werden.
Diese Erkenntnis ist wichtig, um den Ansatz der Vereerbung von Talenten zu untemauern,
und damit auch zu der Fähigkeit, eine Assoziation umzuprogrammieren.


Umzuprogrammieren insofern auch in der Hinsicht:
Die Nichtakzeptanz zu unterlassen, gegenüber Menschen,
deren Gefühle sie nicht verstehen können.

Diese Lernprozesse sind die Vorraussetzung, dass sich Kutluren in eine Richtung entwickeln,
die eine Verbesserung für Menschen beinhaltet, die man unter Humanismus zusammenfassen kann,
eine Verbesserung für Menschen, die Nichtakzeptanz jeden Tag erleben müssen,
die darunter leiden, die sie in den Suizid treiben kann.

Dieser Artikel könnte auch ein Plädoyer für den Bildungsplan darstellen,
der Kindern bereits diese Ziele vor Augen führt.
Es ist nur zu klar, dass hier Ressentiments ausgesprochen werden,
von Menschen, die diesen Paradigmenwechsel als "gegen ihre Kultur" verstehen.
Gegen ihr "Programm", gegen ihre Vedrahtung im Gehirn.

Dieser Artikel kann aber auch als Plädoyer für die Website FreeYourGender gelten,
denn eines macht sie ununterbrochen:
Sie regt das "Um"denken an.

Und wie sagte Antje Schrupp hier im Vortrag
"Mit Netzwerken zum Erfolg"
http://antjeschrupp.podspot.de
sehr treffend sinngemäß:
Die Anzahl der Menschen, die ich auf meiner Webseite habe, ist kein Qualitätsmerkmal,
für die Chance eines Paradigmenwechsels, für die Chance, etwas in der Welt zu bewegen.
Wenn ich stark polarisiere, ist es klar, dass ich nur wenige Besucher habe,
aber wenn ich es schaffe, bei 3-4 eine Revidierung ihrer Meinung zu erreichen,
habe ich mehr in der Welt bewegt und verändert,
als wenn ich 2000 Besucher auf der Seite habe,
deren Meinung ich nur bestätigt habe.

Menschen, deren "Gehirn" sich unbewusst gegen Paradigmenwechsel,
die ihre Akzeptanz betreffen wehrt,
was sie akzeptieren können und nicht,
und hier ist können erstmal richtig, und nicht wollen,
denn das Wollen muss erst das Nichtkönnen ablösen,
haben in der Regel keine Argumente,
dass was sie anbringen als "ihr Argumente", drückt nur ihre Emotion aus,
ein klares Zeichen, dass ihre Einstellung nicht kognitiv geprägt wurde,
sonst hätten sie konkrete Argumente zur Verfügung:




Indizes:
Nichtakzeptanz - FYG0025
Fremdbestimmung - FYG0019
eine weibliche Identität kann, muss sich aber nicht durch eine Vagina bestätigt wissen
http://www.freeyourgender.de

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