Fragestellung bezüglich des Begriffs gaOP

Fragestellung bezüglich des Begriffs gaOP

Postby Freeyourgender » Sunday 1. February 2015, 07:27

Deutsche Gesellschaft für Transsexualität und Intersexualität e.V.

Website:
http://dgti.org

FYG beschäftigt seit längerem schon,
wie der Begriff gaOP,
der für geschlechtsangleichende Operation
oder auch
genitalangleichende Operation steht
innerhalb der dgti Verständniswelt verhandelt wird.

Die Frage ist:
Wie erklärt die dgti einem Außenstehenden,
Nichtwissenden, auf welches Geschlecht sich die Operation bezieht ?

die Frage konnte oder wollte ? im Travesta-Forum nicht beantwortet werden,
obwohl sich unter den Replies einige FYG bekannte gaOP-Frauen befanden:
http://www.travesta.de/index.php/forum.html?do=show&what=start&id=96029

Die Frage soll nun an dgti gerichtet werden,
das sollte doch kein Problem sein oder ?

Etwas schwierig gestaltet sich die Kontaktaufnahme,
kein Twitter und Facebook, die Kontakt/Impressum-Seite enthält auch kein allgemeines Kontakformular,
sondern verschiedene Zuständigkeitsbereiche bezüglich des Internetauftritts,
dann die Beratungsstellen für Individualberatung und die Email der Geschäftsstelle.

Unsere Frage ist keine Individualberatung, denn FYG möchte wissen,
wie dgti diese Frage als dgti in ihrer Funktion als SHG, diesen Punkt nach außen kommuniziert,
uns bleibt also nur noch die Email der Geschäftsstelle, auch wenn wir hier Gefahr laufen,
nur an ein Verwaltungsorgan zu geraten.
Evt. wird unsere Email ja weitergeleitet und es gibt eine Pressesprecher_in,
die die Frage dann für uns offiziell im Namen der dgti beantwortet.

Wir warten einfach ab was passiert und senden nun die Frage an die Bundesgeschäftsstelle der dgti.


Diese Frage wurde per Email am 1.Februar 2015
an patricia.metzer@dgti.org versendet:



Betreff:
Frage zu einem allgemein verwendeten Begriffsterminus


Liebe dgti e.V.,

folgende Frage ist keine Individualberatung,
sondern an die dgti als SHG,
die TS und IS in Deutschland vertritt, gerichtet,
sie möchte als Ergebnis eroieren,
wie die dgti diese Frage nach außen kommuniziert:


"In den Medien wird ja noch sehr oft "Geschlechtsumwandlung" verwendet,
obwohl von vielen SHGs hier als Terminus

"geschlechtsangleichende Operation"
oder
"genitalangleichende Operation"

vorgeschlagen wurde und wird.

(falls ich hier nicht auf dem neuesten Stand sein sollte berichtigt mich bitte)

Für mich stellt sich nun die Frage,
wie das ein Leser nun verstehen soll:

An welches Geschlecht wird die Operation denn angepasst ?

An das "Gefühlte" ? "Eingebildete" ?
wie soll ein Außenstehender hier den Verständnisbogen bekommen ?

Sicher, das Geschlecht sitzt zwischen den Ohren,
das wird so ähnlich in manchen Textstellen auf SHG Seiten wiedergegeben,
das Gehirngeschlecht ist also verantwortlich, dass wissen WIR,
aber wird das von den Medien irgendwo kommuniziert ?
so daß es auch Außenstehende so verstehen können ?

Oder verbleiben die Medien in dem Glauben,
dass es sich um einen "Wahn" handelt ?
Also F64.0 entsprechend, eine psychische Verhaltensstörung,
eine Art "Einbildung" und "Wunsch" ?
Der aktiv aus einem männlichen Gehirn entspringt,
im Falle einer "Transfrau" ?
Aber nicht aus dem weiblichen Gehirn ?
Wie es der Aussage "das Geschlecht sitzt zwischen den Ohren"
dann gerecht werden würde ?

Von den Sexologen und Pathologen wird die Version
"das Geschlecht sitzt zwichen den Ohren", eindeutig nicht wiedergegeben,
(>F64.0 soll später ab 2017 dann von "Gender Incongruence" abgelösst werden)
sondern hier verbleiben die "Betroffenen" im "Hebammengeschlecht",
im erstzugewiesenen Geschlecht,
was den Begriff gaOP (geschlechtsangleichend, genitalangleichend) dann ohne Bezug läßt,
da ja das "gegensätzliche " Geschlecht zum Körper,
für die Pathologen, Sexologen und auch dann die Medien,
an das sich die Operation angleichen will, gar nicht existiert ?

Der Terminus
"geschlechtsangleichende Operation"
oder
"genitalangleichende Operation"

steht doch auf keinem Verständnis-Sockel für Außenstehende ?

Denn die denken ja in Genital-Geschlechter.

Wenn ich mich an etwas ANGLEICHE,
muss das GESCHLECHT schon vor der OP da sein,
aber dieser Sachverhalt wird doch im offiziellen Diskurs nirgendwo verhandelt ?

oder hab ich was übersehen ?

die Hirnforschungs-Ergebnisse werden ja nicht anerkannt.


Der Terminus

"geschlechtsangleichende Operation"
oder
"genitalangleichende Operation"

müsste fundiert und nachhaltig,
auch in den Medien wie z.B. Talkshows erklärt werden.

Besonders dann, wenn es später ab 2017 nur noch "TG" gibt,

denn sonst kann man sich diese Begrifflichkeit letzten Endes auch schenken.

Was sagt die dgti dazu ?
Wie erklärt die dgti einem Außenstehenden diesen Begriff ? (>gaOP)
Natürlich führt diese Begriffserklärung zu einer Ursachenbenennung,
desshalb ist dieser Punkt von zentraler Wichtigkeit.

FYG freut sich, von dgti hier Auskunft zu erhalten.

Jasmin.

FYG ist ein ThinkTank, der das Thema TS, IS von allen Seiten beleuchtet, und keine Paradigmen kennt,
die Kommunikation mit dgti zu dieser Frage wird hier dokumentiert:
http://www.freeyourgender.de/forum/viewtopic.php?f=468&t=523&p=846#p846

>Ende Email an die dgti
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Stellungnahme der dgti

Postby Freeyourgender » Wednesday 4. February 2015, 14:41

.
Die folgende Stellungnahme wurde von Andrea für dgti am 1. Februar verfasst und für FYG freigegeben:



Hallo Jasmin,

Patricia hat Deine Anfrage an mich zur Beantwortung weitergeleitet.

Die Frage ob nun die Begrifflichkeiten Geschlechtsangleichende OP bzw. genitalangleichende OP oder der Terminus
Geschlechtsumwandlung richtig sind, wirft erst einmal die Frage auf, von welchem Geschlecht wir denn ausgehen.


Würden wir also das genitale Geschlecht als den Maßstab nehmen dann könnte man eventuell tatsächlich von einer
Geschlechtsumwandlung reden. Etwas, was aber auch nur dann ginge, wenn die Fortpflanzungsfähigkeit im dann ja neuen Geschlecht, sowie manch andere Funktionalität des neuen Genitalgeschlechts keine Rolle spielen würden.

Sprich selbst wenn wir von einem genitalen Geschlecht ausgehen würden, müssten sich die OP-Verfahren noch deutlich verbessern um tatsächlich von einer Geschlechtsumwandlung zu reden mit dem bisherigen Möglichkeiten ist es letztendlich auch bei dieser Betrachtungsweise nur eine geschlechtsangleichende Operation. Die Frage ist bei dieser
Betrachtungsweise nur die an was die Angleichung erfolgt. Es kann bei dieser Sichtweise nur eine Angleichung an das
jeweils andere Genitalgeschlecht sein.

Wir können also erst einmal festhalten, dass der Terminus Geschlechtsumwandlung in jedem Fall ungeeignet ist.

Wenn Du nun die Frage aufwirfst, an was die Angleichung denn nun stattfinden würde, kommen wir um eine Frage nicht herum, die Frage lautet dann nämlich, gibt es eine wissenschaftlich unbestrittene Ursache für das Phänomen, dass es
Menschen gibt die sich mit ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht nicht oder nur unvollständig identifizieren
können?


Und diese Frage beantwortet die dgti mit einem klaren Nein. Es gibt zwar verschiedene Erklärungsmodelle für das
Phänomen Transsexualität, die zum einem Teil die Ursachen in der Sozialisation und zum anderen Teil in hirnorganischen
Anlagen sehen, aber keine dieser Thesen kann auch nur annähernd als gesichert gelten.


Wenn einige Wissenschaftler bei Transfrauen weibliche Hirnstrukturen finden, und dieses als Nachweis einer
hirnorganischen Ursache deuten, ergeben sich zwei Probleme, das erste Problem ist, dass diese weiblichen
Hirnstrukturen durchaus auch bei einzelnen glücklichen Männern zu finden sind. Das andere Problem ist, die
Neuroplastizität, was nämlich bedeutet, dass sich das Gehirn ständig durch Umwelteinflüsse letztendlich durch jeden
Denkprozess verändert. Hier hätten wir also ein Henne-Ei-Problem, fühlt der Hirnträger sich dem anderem Geschlecht
zugehörig, weil er die entsprechende Hirnstruktur hat oder hat er die entsprechende Hirnstruktur weil er so fühlt.


Dazu kommt das Problem, dass es, was bei dieser Situation nahe liegt, kein eindeutiges Diagnoseverfahren gibt. Deutlich
wird dieses auch in der Tatsache, dass es sich bei der Diagnose Transsexualität um eine sogenannte Ausschlussdiagnose
handelt, sprich ist es nichts anderes muss es Transsexualität sein.

Von daher redet die dgti auch nicht von einem Hirngeschlecht sondern von einem Identitätsgeschlecht. Letztendlich ist
das einzige verlässliche Diagnoseverfahren dieses Identitätsgeschlecht, den Betroffenen zu fragen.


Dieser Betrachtungsweise das Geschlecht letztendlich vom empfundenen Identitätsgeschlecht und nicht von
irgendwelchen körperlichen Merkmalen (Genitalien, Hirn, DNA…) abhängig zu machen folgt übrigens auch die
Menschenrechtsdiskussion (nachzulesen in den Yogyakarta Prinzipien) und das Bundesverfassungsgericht in seiner
Entscheidung die Voraussetzungen nach §8 TSG zu streichen.


Anstatt also auf ständig wechselnde Erklärungsansätze für Transsexualität zu setzen, setzt die dgti auf die aktuelle
Menschenrechtsdebatte, die diese Frage ebenfalls nicht stellt, und fordert ein, dass jeder Mensch das Recht haben soll
seinem Identitätsgeschlecht entsprechend zu leben, ohne dabei von Medizinern oder Juristen oder wem auch immer
bevormundet zu werden. Und dieses auch unabhängig von einem binären Geschlechtermodell.

Dieses bedeutet dass aus Sicht der dgti jeder Mensch das Recht hat in seinem Identitätsgeschlecht von allen Behörden,
Institutionen, Medizinern und auch dem Rest der Gesellschaft akzeptiert zu werden und dabei die medizinischen
Maßnahmen zur Angleichung seines Körpers an das Identitätsgeschlecht in Anspruch nehmen kann, die er für sich, für
erforderlich hält.


Eine geschlechtsangleichende OP ist also eine OP, welche die äußeren Geschlechtsmerkmale an das Identitätsgeschlecht
angleicht.

Lieben Gruß
Andrea F. Ottmer
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Reflektion zur dgti Stellungnahme

Postby Freeyourgender » Wednesday 4. February 2015, 14:58

Interessant ist nun für FYG,
dass dgti ein Identitätsgeschlecht kennt,
das bedingungslos zu akzeptieren ist,
ohne Einflussnahme von außen
(>Gutachter-Debatte)

Hier stellt sich also die dgti hinter die Petition von Dorothea Zwölfer,
mit der Dorothea das Gutachterverfahren anprangert:
https://www.openpetition.de/petition/online/herr-de-maizire-neuer-ausweis-fuer-transsexuelle-menschen-ohne-teure-gutachten

Wir sind innerhalb der dgti mit dem TS-Diskurs im Bereich ICD 11 (Gender Incongruence) angekommen bzw. sehr nah an diesem.

Diese Änderung gegenüber ICD 10 hat eine fast vollständige Entpathologisierung zur Folge.
Die Einschränkgung "fast vollständig" bleibt desshalb erhalten, da es zumindest noch ein
medizinisch zu verhandelnder Zustand ist, aber keine psychische Verhaltensstörung mehr.

Strategisch und taktisch kann die dgti-Stellungnahme als Gewinn betrachtet werden,
wenn man bemerkt, welche Situation wir vorher hatten,
und wenn man berücksichtigt, wie die Sexologen und Pathologen-Lobby,
die Hirnforschungsergebnisse nicht anerkennen, bzw. nicht berücksichigen,
diese Ergebnisse also nicht als Argumente innerhalb eines Diskurses mit diesen Parteien,
Wirksamkeit entfalten können.

Wenn man die Stellungnahme unter genderpolitischen Gesichtspunkten bewertet,
ist sie vertretbar,
um einen Landgewinn zu erzielen (die fast vollständige Entpathologisierung).

Unabhängig davon, ob wir uns dem genähert haben, was wirklich ist, oder nicht,
bleibt also im Moment die Verhandlung und der Vergleich von Erklärungsmodellen vorzunehmen.
Ist es legitim, die sich zum jetzigen Zeitpunkt aus der dgti-Stellungnahme,
die sich daraus ergebenden Probleme aufzuzeigen,
trotz des nun erhaltenen Vorteils der fast vollständigen Entpathologisierung.

Das Bewusstmachen dieser Probleme ist wichtig, damit der Diskurs weitergeführt,
und weitergekämpft wird.


Identitätsgeschlecht

Das FYG-Erklärungsmodell kennt auch ein Identitätsgeschlecht,
allerdings hat dieses "Geschlecht", dass durch kognitive Prägung entsteht (auch für die dgti)
einen biologischen Unterbau, das Gehirngeschlecht.
Dazu im Detail:
http://www.freeyourgender.de/forum/viewtopic.php?f=138&t=77#p115
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Nachteile, durch Nichtberücksichtigung des Gehirngeschlechte

Postby Freeyourgender » Wednesday 4. February 2015, 17:07

Nachteile, durch Nichtberücksichtigung des Gehirngeschlechtes

Dieser provokante Titel, includiert, also ob es eine Option wäre,
das Gehirngeschlecht zu berücksichtigen,
als ob es eine Frage wäre, ob es dieses gibt.

Wenn wir sagen: Das Gehirngeschlecht gibt es, wir verweisen auf die oder jene Studien,
dann ist eine Diskussion über Vor- und Nachteile obsolet.

Desshalb will FYG an dieser Stelle diesen Punkt offenlassen,
und rein auf Argumente verweisen, als ob es eine Option wäre, sich dafür zu entscheiden,
ob mit oder ohne Gehirngeschlecht eine Identität zu beschreiben sei.

Diese Einstellung der freien Wahl, bringt den Diskurs an dieser Stelle auf Augenhöhe der dgti,
die ja auch - aus Mangels an Beweisen - ihr Statement nicht zu einer Wahrheit macht,
sondern ein Erklärungsmodell benennt.

Das ist ohne Wertung. Es geht in jedem Fall immer um ein Ziel:

Welche Folgen hat das eine oder andere Erklärungsmodell für die Menschen, die das Erklärungsmodell erklären soll,
bzw. die sich damit erklären sollen.

Ein Erklärungsmodell ist ja per se nicht besser oder schlechter,
vor allem dann nicht, wenn es den Anspruch auf Wahrheit nicht hat.

Es ist aber dann besser oder schlechter, wenn wir sehen,
das das eine Erklärungsmodell mehr Nachteile beinhaltet, als das andere.

Wenn wir hier also eine Liste an Nachteilen benennen,
kann jeder sehen, ob es sich lohnt, für ein anderes Modell zu streiten.

Klar ist: FYG ist eine Webseite, die für das Erkärungsmodell des Gehirngeschlechtes schreibt.
Und das schon seit Monaten.
Wir wollen also sehen, welche Nachteile sich ergeben.

Dabei bleiben wir ganz entspannt, holen uns einen Kaffee und ein Stück Kuchen,
lassen unseren Testosteronlevel nicht ansteigen,
und lesen einfach mal,
was sich hier ergibt,
wenn wir nur ein Identitätsgeschlecht kommunizieren,
das kognitiv entsteht, aber das Gehirngeschlecht außen vor lassen.

die Nachteile werden in einzelnen Postings hier in diesem Thread gelistet,
um sie in Social Media besser verlinken zu können.
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identität ist keine Option - keine Gesinnung, Ideologie

Postby Freeyourgender » Wednesday 4. February 2015, 18:53

Identität ist keine Option - keine Gesinnung, keine Ideologie

Der Titel skizziert bereits das Folgeargument,
dass die Gegenseite dann in der Hand hat,
wenn der Identität kein Gehirngeschlecht zugrundegelegt wird.

Gut zu sehen an dem Beispiel der Politik de AfD bei der Bürgerwahl in Hamburg 2015
http://www.freeyourgender.de/forum/viewtopic.php?t=533#p862

Hier fallen die Stichworte: Moral, Gesinnung, Ideologie.

Das kommt genau aus dem Grund, da wenn eine Identität als Option verkauft wird und wählbar sein soll,
kann man auch auf dieser Ebene dagegenanargumentieren.

Wenn eine Identität aber gegeben ist, ist dies nicht mehr möglich,
dann würde hier eine direkte Diskriminierung von Menschen gegeben sein.

Eine Identitätsgeschlecht wird also bis auf die Ebene heruntergebrochen,
eine "Meinung" zu sein,
und kann dadurch angegriffen werden,
ohne dass dieser Angriff als Diskriminierung geoutet werden kann.

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Identität wird mit sexueller Präferenz verwechselt

Postby Freeyourgender » Wednesday 4. February 2015, 23:17

Dadurch, dass kein biologisches Geschlecht im Diskurs verhandelt wird,
wird es noch schwieriger für Außenstehende, Identitäten von sexuellen Präferenzen zu trennen.

Dies misslang schon bereits bei dem Diskurs mit dem Begriff "Transsexualität",
der allein schon durch Abkürzungen in LGBT sehr schwer verständlich wurde für Menschen,
die sich nicht eingehend mit der TS-Thematik befasst hatten.

Hier kam es und kommt es bis heute zu Verwischungen mit sexuellen Präferenzen.
Manchmal geschehen diese aus Unwissenheit, manchmal auch aus der Intention heraus,
diese Identitäten nicht akzeptieren zu wollen.

Dieses Zitat:
Die homosexuelle Orientierung (oder bi-, trans- und was auch immer sexuelle)
ist heute noch für die Mehrheit der Bevölkerung keine erstrebenswerte Ausrichtung.

stammt von einem Blogartikel, der gegen "Genderwahn" anschreibt.
https://wolkenschieberin.wordpress.com/2014/12/10/genderwahn-und-fruhsexualisierung-die-strategische-zerstorung-der-menschlichen-gesellschaft/?preview_id=388
Ohne den Artikel zu werten, das Zitat soll das Dilemma aufzeigen.

Wenn nun, und so ist es geplant, der Begriff Transsexualität aus dem Diskurs komplett herausfällt,
ein Mensch nur noch eine "Gender Incongruence" aufweist,
wird es fast nicht mehr möglich sein, einem Angriff der Gegenseite, die nicht akzeptiert,
zu begegnen, und zu sagen, dass es sich hier um "Identitäten" handelt.

Dazu kommt die Tatsache, dass Begriffe die die LGBTTQ-Befürworter verwenden,
die Argumentation der Gegenseite noch beflügeln, Begriffe wie: "sexuelle Identitäten",
wie auf einem Flyer des Aktionsplanes "Echte Vielfalt"
http://echte-vielfalt.de/wp-content/upl ... 140815.pdf

Sicher, gut gemeint, aber liefert den Gegner eine Steilvorlage, und ein Kontra-Argument ist nicht in Sicht,
wenn dann Vermischungsargumente kommen, es wäre alles nur "sexuell intentiert".

In diesem Flyer wird der Begriff Transsexuell bereits mit Transgender gleichgestellt,
und diese Menschen werden so erklärt, dass sie mit ihrem "richtigen Geschlecht" wahrgenommen werden möchten,
und viele sich auch körperlich ihrem "richtigen Geschlecht" angleichen wollen.

Ja das ist schön und löblich, nur fehlt hier die Definition, was den der Außenstehende unter
dem "richtigen Geschlecht" verstehen soll.
Wir haben hier ja das biologische Geschlecht nicht verhandelt oder ?
Denn der Leser kennt unter Geschelcht nur das biologische Geschlecht.
Sehr schwierig und unbefriedigend.

Am wichtigsten Punkt hört die Erklärung des Flyers auf,
wie auch mit dem nicht mehr erklärtem Begriff Identitätsgeschlecht der dgti,
der ja auch das Wort Geschlecht beinhaltet, und das kann nur biologisch sein.
Denn Geschlecht ist nicht Gender.

Und genau an dieser Unsauberkeit der Definition wird das Gegenargument ansetzen,
und Transsexuelle werden sich nicht im Alltag argumentativ wehren können.

Transsexuelle , der Begriff ist dann ab 2017 auch obsolet, denn der ICD 11 enthält ab 2017 diese Definition nicht mehr,
so falsch diese wahr:
Die "Betroffenen"(SIC!), des Krankheitsbildes, konnten sich wenigstens darin argumentativ verstecken,
so tragisch dieser Nutzen der Diskreditierung durch die Pathologen auch gewesen sein mag,
aber nun sind sie verbal völlig unsichtbar - dramatisch.

2017 wird dann der Krankheitsaspekt entfallen, und wir haben aber wieder kein Geschlecht,
denn uns fehlt der Erklärungs-Unterbau, den z.B. der Flyer mit dem Begriff "richtigen Geschlecht" meint.

Denn die Antwort, dass dieses "richtige Geschlecht" das Identitätsgeschlecht sei, wäre nicht ausreichend,
um sich gegen Angriffe der Genderwahn-Vertreter zu wehren, keine Chance - wie auch ?

Wenn wir nicht klipp und klar, das Wort Geschlecht nicht nur erwähnen, sondern auch fundiert definieren,
was wir damit meinen, werden wir keine Chance haben, ernst genommen zu werden.

Nicht von denen, die uns verstehen wollen, und nicht auch von denen, die uns nicht verstehen wollen.

Der Diskurs Identitäten wird im Diskurs sexueller Präferenzen, wo heute schon TS sehr stark angesiedelt wird,
obwohl dies falsch ist, vermischt werden, und morgen, wird diese Trennung noch schwerer zu halten sein.

Eine Transfrau die sich von Männern angezogen fühlt, ist heute für einen Menschen, der das nicht versteht,
oder ablehnt "ein schwuler Mann".
Das wird 2017 noch schwerer wegzuargumentieren sein, wenn diese Transfrau dann ein Transgender ist,
der eine Option haben soll, ob er Transgender sein möchte.
Überspitzt formuliert könnte man hier unterstellen: Wunsch-Travestie für den Alltag.

Wenn ich aber erklären kann, dass ein Gehirngeschlecht weiblich geprägt sein kann,
kann der Außenstehende, sofern er möchte verstehen, dass diese Frau, die er für einen Mann hält,
eine Frau ist, und dass diese dann hetero ist, wenn sie einen Mann anziehend findet.

In der Gesellschaft ist über die Nichterklärung des "richtigen Geschlechts", wie im Flyer als Beispiel genannt,
oder wie der Erklärungsversuch der dgti, über einen Begriff wie "Identitätsgeschlecht", sehr schwer zu vermitteln,
was sie darunter verstehen soll.
Es fehlt der Bezug, die Logik für einen Menschen, der das verstehen möchte oder soll.

Viele werden das ganze Thema dann einfach auf sexuelle Spielarten und sexuelle Präferenzvorlieben herunterbrechen,
was fatal ist, denn niemand unterzieht sich einer schweren Genitaloperation, oder springt von der Brücke,
weil er mit seiner sexuellen Präferenz nicht zurechtkommt.
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