Ursachenforschung ist keine Strategie

Ursachenforschung ist keine Strategie

Postby Freeyourgender » Wednesday 24. July 2019, 22:36

Als ich in einer Konversation darlegte, dass wir in der TS-Debatte auf das biologische Geschlecht, was durch das Gehirn
vorgegeben wird, rekurrieren müssen, um die Geschlechterdiskussion aus der Beliebigkeit zu holen, und auch aus der
sprachlichen Unsichtbarkeit, die sich nur auf soziale Geschlechter (Gender) bezieht,
wurde als Argument vorgebracht, dass nicht verstanden werden würde, dass dadurch vor medizinischer Bevormundung
geschützt werden könne. Und es wäre ja dann leicht möglich für Mediziner_innen, sich wiederum Klassifikationen auszudenken.

Natürlich nicht. Das ist aber doch auch nicht die Aufgabe einer Ursachenforschung,
das würde ja die Benennung der Ursache sofort in Frage stellen,
wenn ich eine Absicht mit dem Ergebnis verbinde.

Eine Ursachenforschung ist keine (politische) Strategie.

Die Ursache des TS-Phänomens aufzuzeigen, kann sich nicht auf politische Prozesse ausrichten,
die die benannte Ursache missbrauchen könnten.

Das wäre in etwa so, als würden wir es vermeiden, aufzuzeigen, dass Du ohne Fallschirm nicht überleben wirst,
wenn Du aus dem Flugzeug springst, nur damit vor dem Sprung deine Sinne klar bleiben, und Du entspannt bleibst.

Es geht doch nicht darum, die bestmögliche Strategie zu entwickeln, in einer Welt sich zu assimilieren,
die Menschen nur ihr zugewiesenes biologisches Geschlecht zuerkennt, in einer Welt sich bestmöglich anzupassen,
die meint, ein Genital oder Chromosomensatz würde zu 100% ein Geschlecht definieren können.

Es geht darum, aufzuzeigen, was ist.

Um dieses aus der Unsichtbarkeit zu holen.

Eine Selbstaussage über Dein Geschlecht ist das einzige was zählt, und dass diese Selbstaussage einen pränatal biologischen Ursachenkern hat, der dann zur Identität erst führt, ist eine wichtige Erklärung, die wir mitliefern müssen.

Sogenannte Transsexuelle sind Frauen und Männer in ihrem Sinne, nicht im Sinne ihres zugewiesenen Genitalgeschlechts.
Sie sind biologische Frauen und Männer, aufgrund ihres Gehirns.
Das liefert sie nicht irgendwelchen Fremdbestimmungen oder Deutungen aus. Ganz im Gegenteil,
verweisen wir nicht auf diese biologische Ursache im Gehirn, sind wir in der Ich-Wünsch-Mir-Was-Welt,
und bieten allen Meinungsgegnern alle Argumente, uns das abzusprechen, was wir von uns wissen.



aus
"Ich bin kein Transmensch"
Salammbo-Verlag 2019
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