Heterosexualität - Die vermeintliche Norm -

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JasminRheinhessen
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Heterosexualität - Die vermeintliche Norm -

Beitrag von JasminRheinhessen » 05 Jan 2015, 11:13

Heterosexualität wird unter ätiologischem Gesichtspunkt nicht hinterfragt.
D.h., es wird nicht hinterfragt, warum ein Mensch heterosexuell ist.

Hinterfragt wird aber, warum ein Mensch schwul oder lesbisch ist.
Die Abweichung, die Devianz von einer vermeintilchen Norm, legitimiert,
vermeintlich deviante Menschen zur Rechenschaft zu ziehen,
bzw. sie indirekt dazu zu veranlassen sich zu rechtfertigen,
(> als schwul geoutet, warum nicht als hetero geoutet ?)
und auch, ihnen eine Ursache ihres Verhaltens zuzuordnen.

Wenn Abweichungen nicht geduldet werden,
ist es vorteilhaft die Ursachen als negativ zu benennen - z.B. als psychisch krank.
Dies wird auch in anderen Bereichen gerne gemacht:
Zu sagen: Onanie macht krank - ist nichts anderes als eine Stigmatisierung.
Natürlich ist krank nicht per se negativ, wird es aber,
sobald wir dem Normanspruch der Gesellschaft folgen: Krank ist außerhalb der Norm.



Um etwas zu stigmatisieren, muß es als Abweichung definiert sein.

Hier kommen wir zu dem wichtigen Punkt zu erkennen,
dasss es nicht darum geht
Heterosexualität und Homosexualität
zu definieren,
sondern dass es darum geht,
Abweichungen zu definieren.

Der Punkt ist also,
das ätiologisch nicht die Ursachen benannt werden,
warum es abweichendes Verhalten gibt,
sondern das abweichendes Verhalten per Definition definiert wird.
Es wird durch Definitionen Norm und Abweichung geschaffen, erzeugt.
Sehr gut zu sehen in der Definition "Transsexualität".

Dies wird deutlich, daran, wie bereits erwähnt,
das gültige Normen, wie Heterosexualität nicht hinterfragt werden,
aber im Gegensatz dazu, dasss von dieser "Definition" Abweichende.

Hetero ist eine Defintion, ein Artefakt der Gesellschaft,
das Abweichungen generiert, die außerhalb dieser Definition liegen,
diese Abweichungen müssen ausgeschaltet werden,
durch Stigmatisierung.
Alles was nicht geduldet wird, legt die Definition der "Norm" fest,
in diesem Fall "hetero".

Nur desshalb gibt es die Defintion "hetero."

Hetero hat ätiologisch gesehen keine Ursache,
da es nur ein Artefakt ist.

Wenn wir in einer Gesellschaft leben würden,
in der Bisexualität die "Norm" wäre,
müsste Heterosexualität sich rechtfertigen und hinterfragt werden.

Eine Behauptung, dasss es mehr bisexuelle Menschen gibt,
wie heterosexuelle,
könnte bewiesen werden allein dadurch,
indem man die Definitionen so festlegt,
dasss diese Behauptung wahr wird.

Der Beweis wäre also kein Beweis, der sich auf die Ursachen stützt,
sondern auf Definitionen.

Nichts anderes findet aber in der Aussage:
Die meisten Menschen sind hetero statt.
Die Aussage folgt einer Definition von hetero,
die jeder Mensch anders sehen könnte.


Diese in der Hauptsache bisexuelle Gesellschaft darf es aber nicht geben,
da Heterosexualität für Hirarchien (Staat, Kaiser, Pabst)
für Ordnung und Steuerung von Menschen Wichtigkeit hat.

Hetero "sein zu sollen" bietet ein Regelwerk um Planungssicherheit über Individuen zu erlangen,
die man steuern möchte, kontrollieren möchte.
(>Bildungsplangegner Stuttgart 2014)

Sexuelle Revolutionen (68er, Flower Power Ära), werden daher vom Konservatismus bekämpft,
der Konservatismus, der nichts anderes zementiert als die Interessen derer,
die in der Hirarchie höher "mitspielen" dürfen.
Diese, an der Macht der Hirarchie Beteiligten, müssen sich daher konservativ verhalten,
um sich diese Macht zu sichern, sonst dürfen sie nicht mehr "mitspielen".

Ein hoher Beamter, ein hoher Politiker, ein hoher Kirchenvertreter,
sollte möglichst daher "nicht schwul" sein.
Die Verbindung von "vermeintlichen Normen" und Konservatismus bildet sich auch
in der Parteienlandschaft ab,
die Gay-Community wählt aus Diskriminierungsüberlegungen eher nicht die Union in Deutschland,
tendiert eher dazu links zu wählen, und das, obwohl sie das Parteiprogramm der Linken gar nicht wissen muß.
Es wird dann die Partei gewählt, die sich gegen diejenigen stellt,
die Vielfalt unterdrücken will.

Schwulsein muss gerechtfertigt werden.
indem man sich dazu äußert wie: "Ich bin schwul und das ist gut so".
Dieser Ausspruch kam von Klaus Wowereit (SPD), Berliner Bürgermeister 2001 bis 2014.
Ich bin hetero und das ist gut so. Warum sagt das nicht Angela Merkel (CDU)?
Weil Sie die Norm vertritt, und die anderen die Abnorm.
Wer "abnormal" ist, wird mit Häme überzogen, wie bei Guido Westerwelle gut zu sehen war.
Geouteter Bundesminisier des Auswärtigen (FDP) 2009 bis 2013.
Menschen fühlten sich beschämt, das "Schwesterwelle", mit seinem Lebenspartner sich in der Öffentlichkeit zeigt,
erst recht wenn er für Deutschland mit seinem Lebenspartner auf außenpolitischen Auslandreisen war.
Für wen müssen wir uns hier nun schämen ?
Für das Verhalten der "Norm", denn dieses ist "legitimiert", und wird von der Hirarchie, die die Macht ausübt
unterstützt, naürlich nur indirekt, aber wohlwollend.

Unterstützt von Staatshirarchien, allen Hirarchien die dafür sorgen, das es keine Abnorm gibt,
die ihre Machtstrukturen gefährden könnten, Machtausübung unkontrollierbar machen.
"Die kleinste Zelle des Staates ist die Familie", eine Standardaussage der Konservativen.
Das dies auch eine Regenbogenfamilie sein kann, die Kinder adoptieren möchte,
muss natürlich dann bekämpft werden.
Es könnte ja dazu kommen, dasss diese Menschen den Konservatismus nicht gut finden,
was nichts anderes heißt, dasss sie die jetzigen Restriktionen für sich nicht gut finden.

Daher wird jedes Individuum, dasss in den Bereich der Abweichung gerät,
die nicht mehr durch eine "Toleranzzone", die diese "duldet" und "erträgt, abgedeckt wird,
zurückdeligiert, dafür gibt es die Erziehung,

Früher noch für Jugendliche in Erziehungsheimen und
durch die Legitimation der Prügelstrafe für Eltern nachhaltig forciert, den "Erziehungsberechtigten".
Diese Prügelstrafen wurden auch von Lehrern, Pfarrern und allen Menschen ausgeübt,
die Macht über andere hatten, ohne dafür verfolgt zu werden.
(>Unterdrückung der Devianz)

Die Delinquenz, die Straffälligkeit, geht daher einher mit der Devianz.
Dinge die deviant sind, die abweichen, werden gerne strafbewehrt verfolgt
(Paragraph 175)

Heterosexualität ist ein Artefakt, ein Konstrukt, um Menschen zu steuern,
zu manipulieren und um Massenverhalten zu regulieren.

Wer nicht hetero ist, wer nicht normgerercht ist, ist gegen die Hirarchie.
Die Hirachie ist der Staat.
Wer schwul ist, wird somit zum Staatsfeind.
Wer das Wort wird durch "wurde" ersetzen möchte,
sollte sich den Test unterziehen,
sich für eine Beamtenlaufbahn zu bewerben und sich vorher zu outen.

Vielleicht hat derjenige ja Glück,
und es sitzt zufällig in der Hirarchie-Achse nach oben vor ihm ein Entscheider,
der nicht der "Norm" entspricht,
und der es schon auf diesen Stuhl geschafft hat.

Glück sollte man haben, wenn man abweicht.



Die Antwort auf die Frage, warum Heteronormativität so vehement verteidigt wird,
liefert das Patriarchat, dass sich allein durch den Penis legitimiert.

Desshalb wird alles bekämpft, was die Formel Penis=Mann auflöst,
desshalb wird alles bekämpft, was die Formel Genital=Geschlecht angreift:

Trans, Lesben, Bisexuelle, Schwule, Intersexuelle.

Sogenannte Transfrauen lassen das Patriarchat-Symbol unter ihren Rock wandern > geht gar nicht.
Eine Intersexuelle löst die Formel sichtbar auf, zeigt das Genitalien allein kein Geschlecht definieren.
Lesben greifen das Patriarchat an, indem sie Männer nicht benötigen,
Schwule sind Verräter, weil sie Frauen nicht benötigen, die sie unterdrücken sollen,
und weil sie oft "weibliche Attitüden" haben, damit die Autorität der Männer untergraben.
Transmänner holen sich einfach durch eine Operation das Penis-Symbol - > wird nicht anerkannt !
Transmänner bleiben für die genitalistische patriarchische heteronormative Welt Frauen,
weil sie mit weiblichen Genital geboren wurden, werden mit F64.0 im ICD10 pathologisiert,
genauso wie Transfrauen, denen man eine psychische Störung anhängt.
Transfrauen, die noch ihren Penis haben,
werden aus dem patriarchischen "System" durch Pathologisierung ausgegrenzt,
und/oder werden zur Operation gezwungen, wie es in Deutschland bis 2011 noch der Fall war,
um "Frauen" sein zu "dürfen".
(>Zwangs-OP bei TS wie auch bei IS (meist Babies): Entfernen des Patriarchen-Symboles,
da eine Frau nicht auf die Ebene des Patriarchen kommen darf)

Genitalismus, Heteronormativität und Patriarchat gehören zusammen
wie Nacht, Sonnenaufgang und Tag.
Artikel über das Patriarchat >>>
http://www.freeyourgender.de/forum/viewforum.php?f=222







Indizes:
Geschlechterrollenerwartung - FYG0002
Fremdbestimmung - FYG0019
Patriarchat - FYG0011
Nichtakzeptanz - FYG0025


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