warum der Penis ein Kitzler sein muss...

warum der Penis ein Kitzler sein muss...

Postby JasminRheinhessen » Monday 29. December 2014, 12:53

mit dieser provokativen Titelzeile werden eine ganze Facette von Fragen aufgeworfen, die zu beantworten Gegenstand dieses Artikels sein soll:

warum der Penis ein Kitzler sein muss...

Wir haben ein Problem. Die Gesellschaft kennt nur 2 Geschlechter:
Mann und Frau - die Biologie kennt deren mehrere,
ob es 8, 11, 14 sind, oder noch mehr, liegt an der Definition - egal - > wichtigste Erkenntnis: es gibt nicht nur 2 Geschlechter.

Das nützt aber der Gesellschaft nichts, wenn Biologen über Gonaden, Chromosomen und Hormone fachsimpeln:
Die Gesellschaft sieht, assoziiert und weist zu.

Anfänglich das Baby dass von der Hebamme begutachtet wird, und als Mann "fremdbestimmt" wird.
Alles kein Problem, solange man das psychisch-biologische Geschlecht, die Geschlechtsidentität ,
deren biologische Basis das Gehirn und damit das Gehirngeschlecht ist, unberücksichtigt lassen will.
Nur geht das nicht, wie wir am Thema Transidentität(SIC!) sehen können.

Wenn also der Penis ein Penis bleibt, ist kein Umdenken möglich. "Oh !"

Zumindest nicht für jemanden, dem Geschlechtsidentitäten fremd sind.
Für jemanden, der nur nach dem Äußeren assoziiert: Er sieht einen Penis und sagt sich: MANN.

Für diese Spezies an Menschen, die so denken, hilft nur die Holzhammer-Methode:
Nein - Penis ist nicht gleich Mann - Penis kann auch Kitzler sein !

Noch ein "Oh !"

Also muss überlegt werden, bevor fremdbestimmt wird. Und noch schlimmer für den Betrachter:
Er könnte sich gezwungen gesehen fühlen, dass Objekt der Betrachtung zu fragen was es denn sei.
Da wird doch liebend gern nach dem eigenen Verstand und Weltbild fremdbestimmt.
Ist einfacher. Man muß dazu auch nicht umdenken oder etwas dazulernen. Das ist lästig.

Nach der gestelllten Frage: Was bist Du ?, würde er es von, in unserem Falle, von ihr, selbst hören:
Ich bin eine Frau, mein Penis ist kein Penis sondern ein Kitzler. Ja - denkt der Betrachter, gut das ich gefragt habe !
Und wer an dieser Stelle des Artikels schmunzelt, für diesen Schmunzel-Effekt muß attestiert werden:
Du denkst leider genitalistisch, und mußt noch lernen. Lästig ?
Der Artikel hilft Dir dabei, sofern Du es willst.
Nebeneffekt: Du schenkst Akzeptanz, und hilfst, Suizide zu vermeiden. Immer noch lästig ?

Der fragestellende Betrachter weiß nun, dass allein das Äußere zu beurteilen nicht zum gewünschten Ergebnis führt.

Sein Pardigma: Penis ist Mann, wurde aufgebrochen, zerstört - unbrauchbar.

Ziel erreicht !

Völlig belanglos ist dabei, dass für das betrachtende Objekt - die Frau - tatsächlich ihr Penis als Kitzler empfunden werden könnte,
da sie sich mit diesem psychologischen "Trick" harmonisiert hat, ihr Gehirngeschlecht mit ihrem Körper in Einklang gebracht hat.
Verdrängung ? Ja. Eine Neovagina für eine Vagina zu halten, ist nichts anderes - und dann legitim,
wenn ich dadurch in Harmonie komme.

Zwischenbemerkung: Leider schließt der "Trick" (>Verdrängung) meine Neovagina für eine Vagina zu halten aus,
eine "Penis-Frau" für eine Frau zu akzeptieren. (>Definitionskrieg der Bewältigungsstrategien)

Einen Penis für einen Kitzler zu sehen - dies zu vermitteln ist fast aussichtlos - evt. dann möglich wenn der Betrachter
selbst eine Gehirn-Körper-Diskrepanz hat, und damit über ein differenziertes Körperbewußstsein verfügt.

Dieses differenzierte Körperbewußstsein beginnt damit zu verstehen,
dass eine richtig zugewiesene Frau nie über die Unabhängigkeit zwischen ihrem Gehirn und ihrem Genital nachdenken wird,
da sie nie in ihrem Leben in Frage stellen muß, das sie deshalb Frau ist, weil es zwischen ihren Beinen so aussieht wie es aussieht.
Und weil dass für sie selbstverständlich ist, wie ein Stein der zu Boden fällt, wird sie jede Abweichung von diesem Gesetz als
Nonsens verwerfen. Eine falsch zugewiesene Frau kann diesen Gedankenbogen der Unabhängigkeit der Genitalien sehr wohl in Gänze
nachvollziehen, sie erlebt es ja in ihrem eigenen Körper.
Dieses gegenseitge Verstehen untereinander, zwischen diesen Mensschen, die sich in ihrer Identität nicht mit ihrem Genital übereinstimmend sehen, führt in der Regel zu Partnerschaften im Alltag, in der sich 2 dieser Menschen auch zusammenfinden,
denn wer möchte mit einem Partner zusammen frühstücken, der nicht sieht, wer da gegenüber sitzt und ihm den Kaffe eingießt:
Die Frau oder ein Mann ? Ein Mann dann, wenn hier ein Penis den Kaffee eingießt, und nicht die Geschlechtsidentität.
Drittes "Oh !"

Und ja - wir sprechen von Gefühlen - nicht von Funktionen.
Denn es geht bei Geschlechtsidentität immer um das Gefühl - die Psyche - und das Eigenerleben.

Hier spielt es keine Rolle, was die Hülle, die morphologische Ausprägung des Körpers aussagt, der Körper und das Genital der Umwelt mitteilen zu meinen hat.

Der Psyche ist das egal.

Bzw. in dem Sinne egal, als dass sie sich nicht nach dem Körper richtet, und der Körper dann der Psyche folgen muss,
weil die Psyche das so will - und dieses Defizit - dass der Körper nicht so ist, wie die Psyche sich das so vorstellt,
ist ein Problem, und es ist klar:
In erster Linie muß das Individuum zum einen mit sich selbst in Harmonie kommen.
Zum anderen braucht es die Akzeptanz der Gesellschaft.
Wenn ersteres gelingt, durch Verdrängungen (Neovagina = Vagina, Penis = Kitzler),
bleibt als 2. Schnittstelle die Gesellschaft, die diesem Verdrängungstrick zwar nicht folgen muß,
aber Akzeptanz schenken kann, sofern sie es will.
Denn es kann nicht verlangt werden, das ein Blinder die Farben sehen muß,
es genügt, das er lernt und weiß, das es sie gibt.


Diese Problemlösung kann vielfältiger Art sein: Ich mache eine gaOP -und empfinde meine "Neovagina" - ja unromantisch - aber es muss an dieser Stelle nochmal zur Veranschaulichung leider sein - ich empfinde meine Neovagina als Vagina.

Dann habe ich 2 Dinge erreicht:

1. ich habe meinen Körper "geändert", da ich meinen Penis als Penis sehe und er nicht zu meinem Gefühl passt,
meine Neovagina ist zwar keine Vagina, aber ich schaffe es -diese als Vagina zu sehen.

2. Da ich auch das Äußere angeglichen habe, haben die Betrachter keine Probleme mich richtig als Frau zu assoziieren.
Zumindest was die Vagina betrifft - der restliche Körper ist nicht Thema dieses Artikels.

Der Punkt 2 ist bei der Bewältigungsstrategie: Mein Penis ist ein großer Kitzler leider nicht gegeben:
Der Betrachter sieht einen Penis. Das betrachtende Objekt - die Frau - sieht diesen nicht als Penis.
Das kann sie aber nicht vermitteln.


Interessant ist hier folgendes:
Beide Bewältigungsstrategien, haben eines gemeinsam:

Beide können nicht vermitteln, was sie innen sind.

Der Betrachter würde die gaOP-Frau vor der OP auch falsch assoziieren,
erst nach der gaOP assoziiert er richtig:

Es findet also keine Vermittlung, Erklärung des Inneren für den Betrachter statt:
Die gaOP-Frau muss sich nicht erklären. das macht ihr Äußeres für Sie.

Wenn sie sich erklären müsste, evt. weil die gaOP schief ging und die Vagina einfach nicht so aussieht wie eine Vagina,
dann hat sie wieder das Problem, ihr Inneres zu "erklären.
Dies versucht sie durch das Skalpell zu umgehen. Der Betrachter stellt im besten Falle keine Fragen.
Bleibt aber festzuhalten: Der Betrachter lernt nicht, auf das Innere zu achten.
Anmerkung: Die OP braucht die gaOP-Frau zwar auch für ihre Eigenwahrnehmung,
sie erklärt aber dem Betrachter in den seltensten Fällen, da diese OP eine Bewältigungsstrategie war. (>stealth)


Die Frau mit grossem Kitzler ist auf einen Betrachter angewiesen, der es schafft das Innere zu sehen.
Wenn der Betrachter die Verbindung Penis = Mann verwirft, ist er gezwungen auf das Innere zu achten.

Das heißt, um den Betrachter zu erklären, was Innen ist - ist es am einfachsten zu sagen:
Der Penis ist mein grosser Kitzler.

Das dies psychisch wirklich so ist - ist nicht vermittelbar.

Der Betrachter muss das so hinnehmen - es gibt sicher noch andere Dinge in seinem Leben die er nicht versteht.

Wenn der Betrachter es hinnimmt - und Penis = Mann verwirft - ist der entscheidende Schritt gemacht.


Das bedeutet im übrigen auch für die gaOP-Frau vor der OP die Chance, dass Menschen,
sie nicht weiterhin fremdzuweisen, wenn sie sich erklärt hat.


Die Titelzeile, warum der Penis ein Kitzler sein muss - bezieht sich also auf den Betrachter: Für diesen muß er ein Kitzler sein.
Weil er dann zum Ausdruck bringt, dass er Gehirn und damit die Geschlechtsidentität von den Genitalien abkzuoppelln imstande ist.

Für das betrachtende Objekt, die ihren Penis als Kitzler sieht
muß er es nicht sein, sondern er ist es.

Penis=Kitzler >
dies ist ein wichtiger Gedankensprung, um den Betrachter zu zwingen, das Äußere genauso zu verwerfen,
wie es der Besitzer bereits getan hat, wie er es mit seinem Körpers tut, indem sie ihren Penis als Kitzler sieht.


Die Aussage: Penis=Kitzler ist also mehrfach:

1. es ist eine Metapher, Menschen, die Geschlechtsidentitäten nicht verstehen, von ihren gewohnten Assoziationen zu lösen.

2. es ist für den durch Genitalismus falsch zugewiesenen Menschen die Möglichkeit ein Zeichen zu setzen,
sich vom Genital (mental) zu lösen, ohne das Skalpell anzuwenden.
Diese mentale Flexibilität bringt diese Frau in Harmonie, ihr Gehirngeschlecht ist ist damit unabhängig zu ihrem Äußeren,
und unabhängig von Funktionen von Körperteilen, diese Unabhängigkeit von Psyche und Körper sehen wir ja auch bei den Menschen,
die die gaOP durchführen.
Es ist klar: Die einen "ändern" ihre Genital mental, indem sie es für sich neu assoziieren - die anderen ändern es auch äußerlich.
Beides führt zur Harmonisierung - was für beide das Ziel ist.

Das die Harmonisierung über eine gaOP, die Verständniswelt Penis=Mann aufrechterhalt, und damit die nongaOP von den gaOP
nicht als Frau akzeptiert werden können, ohne ihre eigene Bewältigungsstrategie verwerfen zu müssen,
ist dann wieder ein anderes Problem.
(>Definitionskrieg der Bewältigungsstrategien)



Indizes:
Harmonisierung - FYG0010





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