FYG-Grundsatz: "die Frauen", "die Männer" gibt es nicht

FYG-Grundsatz: "die Frauen", "die Männer" gibt es nicht

Postby Freeyourgender » Sunday 22. February 2015, 16:37

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FreeYourGender-Grundsatz: "die Frauen", "die Männer" gibt es nicht

Die FreeYourGender-Verständniswelt baut auf der Existenz von Gehirngeschlechtern auf.
Diese sind gewichtet und nicht binär.
http://www.freeyourgender.de/forum/viewforum.php?f=137
Es entstehen daher Geschlechter innerhalb diesem Erklärungsmodell,
die eher weiblich oder eher männlich sind, eher mittíg oder sehr weiblich oder sehr männlich sein können, alle Stufen auf der Skala sind möglich.
Eine binäre "genitalistische duale Ordnung", wie es die Dudendefinition von Frau und Mann aufzeigt,
die lediglich auf die Fortpflanzungsfähigkeiten des Menschen abstellt,
und dadurch die Kategorien Frau und Mann definieren will,
gibt es in der FYG-Verständniswelt nicht.

Daher kann es nicht "die Frauen" und "die Männer" geben.

Es gibt aber Eigenschaften, die eher weiblichen Gehirnen entspringen,
und Eigenschaften die eher männlichen Gehirnen entspringen und zugeordnet sind.
Das es nun vermeintlich Frauen gibt, die eher männliche Eigenschaften aufweisen,
in ihrem Verhalten, Empathie, Denken und Artikulieren,
liegt einzig daran, dass wir diese als Frauen in genitalistischem Sinne sehen,
aber vergessen, dass sie ein eher männliches Gehirngeschlecht haben kann.



Indizes:
Gehirngeschlecht - FYG0023
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Also spricht der Weise :

Postby NikiLE » Wednesday 14. March 2018, 20:03

"Es ist unerlässlich, sich klarzumachen, daß die Begriffe "männlich" und "weiblich", deren Inhalt der gewöhnlichen Meinung so unzweideutig erscheint, in der Wissenschaft zu den verworrensten gehören und nach mindestens drei Richtungen zu zerlegen sind. Man gebraucht männlich und weiblich bald im Sinne von Aktivität und Passivität, bald im biologischen und dann auch im soziologischen Sinne. Die erste dieser drei Bedeutungen ist die wesentliche und die in der Psychoanalyse zumeist verwertbare. Ihr entspricht es, wenn die Libido oben im Text als männlich bezeichnet wird, denn der Trieb ist immer aktiv, auch wo er sich ein passives Ziel gesetzt hat. Die zweite, biologische Bedeutung von männlich und weiblich ist die, welche die klarste Bestimmung zulässt. Männlich und weiblich sind hier durch die Anwesenheit der Samen- respktive Eizelle und durch die von ihnen ausgehenden Funktionen charakterisiert. Die Aktivität und ihre Nebenäusserungen, stärkere Muskelentwicklung, Aggression, größere Intensität der Libido, sind in der Regel mit der Männlichkeit verlötet, aber nicht notwendigerweise verknüpft, denn es gibt Tiergattungen, bei denen diese Eigenschaft vielmehr dem Weiblichen zugeteilt sind. Die dritte, soziologische Bedeutung erhält ihren Inhalt durch die Beobachtung der wirklich existierenden männlichen und weiblichen Individuen. Diese ergibt für den Menschen, daß weder im psychologischen, noch im biologischen Sinne eine reine Männlichkeit oder Weiblichkeit gefunden wird. Jede Einzelperson weist vielmehr eine Vermengung ihres biologischen Geschlechtscharakters mit biologischen Zügen des anderen Geschlechts und eine Vereinigung von Aktivität und Passivität auf, sowohl insofern diese psychischen Charakterzüge von den biologischen abhängen, als auch insoweit sie unabhängig von ihnen sind."

Sigmund Freud: Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie, 1905 III. Die Umgestaltung in der Pubertät, Differenzierung von Mann und Weib, Fußnote 1
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Re: FYG-Grundsatz: "die Frauen", "die Männer" gibt es nicht

Postby JasminRheinhessen » Thursday 15. March 2018, 13:06

spannend, mein 1. Freud-Text, den ich gelesen habe, und noch spannender, dass ich es erst als Fußnote mitgeteilt bekam,
wow - sehr interessant
eine weibliche Identität kann, muss sich aber nicht durch eine Vagina bestätigt wissen
http://www.freeyourgender.de

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Re: FYG-Grundsatz: "die Frauen", "die Männer" gibt es nicht

Postby NikiLE » Thursday 15. March 2018, 16:46

Das ist mein Adoptivvater: Sigmund Freud (1856 - 1939), den ich hiermit vorgestellt und hoffentlich gut eingeführt habe ... er wird Dir noch sehr oft begegnen, denn ich bin beinharter Freudianer (als Analytiker ganz Kerl, wie mein Adoptiv-Vater), habe ca. 2/3 des Gesamtwerk von ihm gelesen, praktiziere ja auch nach ihm - als autodidaktische Dilletantin.

Freud hatte kein Problem mit Frauen, auch nicht mit lesbischen Frauen. Seine Lieblingstochter und Schülerin Anna, die ich fast so hoch schätze, wie ihren Vater, war lesbisch. Sie hat mit ihrer Frau (und deren Kindern) zeitweise in Freuds Wohnung gelebt - Freud unterstützte deren Scheidung, beriet auch ihren schwierigen "Ex" ... und das alles um 1900 herum ! Es gab noch eine zweite berühmte Schülerin Freuds: Marie Bonaparte, "Prinzessin Georg von Griechenland" war ihr offizieller Titel. Sie kam als Patientin zu ihm wegen ihrer Frigidität - Freud kitzelte (hihi) ihren Penisneid aus ihr heraus. Sie erinnerte sich, zwei Hausangestellte bei der Fellatio beobachtet zu haben als Kind. Getragen vom typischen Bedürfnis des Analysanten nach "Realitätsprüfung" machte sie von ihren Möglichkeiten - sie war ungeheuer reich, Milliardärin nach heutigen Begriffen - Gebrauch, trieb diese inzwischen hochbetagten Angestellten auf und erhielt die "Realitätsprüfung" - die beiden waren selbst erschrocken, als sie sich vom jungen Mädchen "bespannt" sahen ... sie wurde zuerst Freuds letzte Schülerin, lebte auch über viele Jahre regelmässig bei Freuds in Wien, rettete die Freuds 1938 vor den Nazis ...

Freud wird heute von den Feministinnen gerade wegen des Penisneids und noch einiger anderer Details seiner Theorie verteufelt, darauf werde ich noch zurückkommen.

Er schrieb sehr viel, das "GW" umfasst 17 Bände. Wer wollte die Psychoanalyse propagieren und: Geld verdienen, was ihm auch glückte. Er war sehr geldgierig. 1 h Prof. Freud kostete 40 Kronen, 1 Industriearbeiter verdiente damals 120 Kronen im Jahr. Er war Einkommensmillionär, was er auch sein mußte, weil er hatte eine riesige jidische Mischpoke am Hals. Zeitweise leben über 30 Personen in seinem Haushalt und auf seine Kosten.

Deswegen sind seine Schriften - bis auf die allerersten - bewußt populärwissenschaftlich geschrieben, mit solidem Abiturwissen gut zu lesen.

Sein Stil ist brilliantes Thomas-Mann-Deutsch - es gibt heute einen Sigmund-Freud-Preis für wisssenschaftliche Prosa. 1930 erhielt er den Goethepreis der Stadt Frankfurt a.M. - völlig zurecht. Seine literarisch schönste Schrift ist auch diejenige, die ich allen, die sich für Freud interessieren, zum Einstieg empfehle: "Das Unbehagen in der Kultur" - ich habe mich auch selten so über eine Lektüre gefreut: für mich ist das "Unbehagen" die psychoanalytische Begründung des Rechtsanarchismus, dessen Credo da lautet: nicht nur auf "den Staat", sondern auch auf "die Gesellschaft" zu pfeifen !
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