Ken Jebsen-Interview mit Jürgen Elsässer Teil 1

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Ken Jebsen-Interview mit Jürgen Elsässer Teil 1

Beitrag von Freeyourgender » 27 Jan 2015, 12:50

Dieses Interview wird von FYG in seine Argumentationsmodule zerlegt.
Es bringt nicht viel zu sagen:
Elsässer ist das oder jenes,
es ist wichtig, die Diskriminierung zu konkretisieren,
dazu dient dieser Artikel.

Es wird jedes Argument genau geprüft,
mit dem Jürgen Elsässer seinen Standpunkt vertritt.

Ist es nur seine "Meinung" ?
Darf "Meinung" diskriminieren ?
Oder hat er stichhaltige Argumente ?

Wir schauen uns seine Argumente nun genauer an.

Zur Person:
Jürgen Elsässer ist Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Compact, Magazin für Souveränität
https://www.compact-online.de

Gegenstand des Interviews ist ein Spezialheft des Compact-Magazins mit dem Thema "Familie".
Sonderausgabe Compact Spezial "Feindbild Familie"




Titel der Zeitschrift: "Feindbild Familie"

FYG stellt hier bereits beim Titel der Sonderausgabe des Magazins fest,
dass hier ein Täter bereits im Vorfeld benannt wird:
Und zwar jeder, der nicht der "Familien-Norm" (>Heteronormativität, "Hetero-Ehe") entspricht,
ist somit der Täter, und die Familie, ist das Opfer, dass geschützt werden muß.
Hier spielt bei H. Elsässer im Kern die "Reproduktion", also das Zeugen der Kinder eine Rolle.
Das können wir hier an der Stelle vorab schon bekanntgeben.
Das Jürgen Elsässer eine eigene Familiendefinition hier hinterlegt,
die z.B. Regenbogenfamilien aus dieser Definition ausschließt,
verwundert nicht, wenn wir seiner Argumentation hier im Interview folgen.

Untertitel de Titels: "Politische Kriegsführung gegen Eltern und Kinder"

1. das Wort "Kriegsführung" ist unsachlich und populistisch, hat beinahe schon Comic-Charakter
2. Instrumentalisierung von Eltern und Kinder in der Ganzheit,
als ob alle Eltern und Kinder sich angegriffen fühlen würden
Sind Eltern von Regenbogenfamilien keine Eltern ?
Sind Kinder, die sich gerne adoptieren lassen würden, von Eltern, die sie lieben, keine Kinder ?
Wurden diese Eltern und Kinder auch gefragt ?
Oder sind nur diejenigen dann "Eltern und Kinder",
die sich von der "politischen Kriegsführung" angegriffen fühlen ?
Ein Angriff scheint es ja zu sein, denn eine Kriegsführung ist immer ein Angriff und keine Friedensmission.


Ken wirft hier nun Stichpunkte in den Raum,
die u.a. auf der Titelseite auftauchen:
"reißerische Schlagzeilgen" - O-Ton Ken Jebsen

FYG würde diese Begriffe gerne in einem Kabarett-Stück gegen Homophobie sehen,
aber vielleicht liefert uns Herr Elsässer dieses Kabarett-Stück in Real-Life.

Geburtensturz
sexuelle Umerziehung
Schulfach Schwul
Frühsexualisierung
Gender Mainstream
Raubtierfeminismus


Gender Mainstream ist in diesem Fall ein gekapertes Schlagwort.
Es wird hier in dieser Zeitschrift in eine negative Konnotation gebracht,
hat im Gender-Diskurs keine negative Attitüde.
Wir werden in dieser Analyse sehen, wie H. Elsässer Gender Mainstream für sich definiert.

Ken Jebsen leitete ja schon sein Interview mit der Bemerkung ein,
dass er über den Begriff "politische Kriegsführung" lachen musste,
aber bei dem Begriff "Raubtierfeminismus", stellt er süffisant fest:
"An der Stelle musste ich wirklich lachen" (Min 2:22)

FYG muss hier in der Prospektive schon vermuten,
dass es sich hier um reinen Populismus handelt.
Allein schon durch die Wahl der Schlagworte.

Aber wir wollen hier nicht vorverurteilen, es geht um Argumente,
und auf diese sind wir sehr gespannt.

Ken Jebsen bemerkt, das H. Elsässer sich hier Alice Schwarzer zum Feind macht.
Darauf Elsässer:
"Mit der hat jeder Probleme" (Min 2:30)

FYG: Wir denken, dass hier das Wort "jeder" nicht passt.
Natürlich sind nicht alle Feminist_innen Schwarzist_innen,
aber "jeder" ist hier absichtlich übertrieben,
um Alice Schwarzer zu diskreditieren.
Das das Wort "jeder" an dieser Stelle provokativ ist, muss Jürgen Elsässer klar sein.
Das ist dann die Zweite Instrumentalisierung, wie schon anfangs mit dem Untertitel der Zeitschrift.
Politische Kriegsführung gegen "Eltern und Kinder".
Der Satz könnte ja auch lauten:
Politische Kriegsführung gegen homophobe und transphobe "Eltern und Kinder".
Würde das Ihre Sichtweise differenzieren H. Elsässer ?

Ken Jebsen:
"Das gehört doch m.M.n. nicht in das Heft"




Das Niveau ist im Moment nicht sehr hoch für einen ernsthaften Diskurs.
Es kann also evt. noch besser werden.

Min 2:40
Ken Jebsen liest Auszüge aus dem Vorwort:

Zitat Vorwort:
"Im neuen Totalitarismus gibt es keine Intimität mehr,
die Staatsmacht tritt die Tür zu eurem Schlafzimmern ein."


Bald ist Karneval und Fasching !




die Steigerung ist leider zu lang für einen Tweet,
ohne die Quelle angeben zu können, aber das kann FYG nicht twittern,
ohne Quellenangabe, dass ist dann einfach "to hot":

"Im neuen Totalitarismus gibt es keine Intimität mehr,
die Staatsmacht tritt die Tür zu eurem Schlafzimmern ein.
und stiehlt uns die Kinder."


Das ist Comic, und wer das an diesem Punkt noch ernst nimmt, hat ein Wahrnehmungsproblem.

weiter gehts mit dem Vorwort, Ken zitiert:

"Papa und Mama seien austauschbar, so lernen schon die Grundschüler,
ihr eigenes Geschlecht könnten sie nach Belieben wechseln.
Im Aufklärungsunterricht gibt es Fleißkärtchen für Pornokompetenz...
....Ihr schwuler Mann Sepp zappte von einer Schwulensendung zur nächsten,
kein Wunder, dass die Scheidungsrate steigt."


Ken fragt bei Min 3:12 -

"Das ist doch nicht ihr Ernst ?"

Jürgen Elsässer distanziert sich:

"Es ist ja die Pflicht des Chefredakteurs, etwas zu poentieren,
aber wir haben natürlich eine Entwicklung,
wo eine Art sexuelle Umerziehung stattfindet,
die schon sehr früh beginnt...."


Ken nimmt uns hier die Frage ab, er hakt nach:

"Was meinen Sie mit sexueller Umerziehung ?"

die Antwort von Jürgen Elsässer:

"...dass man versucht der Bevölkerung und auch schon den Kindern beizubringen,
es gibt keine Zwei Geschlechter mehr".


FYG an Jürgen Elsässer:
Was hat Homosexualität mit dem Dualgeschlechter-Diskurs zu tun ?
Was hat Transsexualität(SIC!), dass ist das was sie offiziell verhandeln müssten laut F64.0 ICD 10,
mit dem Dualgeschlechter-Diskurs zu tun ?
Und ganz spannend: Welches Geschlecht Herr Elsässer hat ein Hermaphrodit für Sie ?

Ken stellt die nächste Frage:

"Wer ist denn "man", wer versucht denn das ?"

J.E., Min 3:35:
"Etwa der Senat von Berlin, der schon entsprechende Unterlagen 2009 in die Schulen reingebracht hat,
wo behauptet wird, sexuelle Identität ist frei wählbar,

(Anm. FYG: die sexuelle Identität wie auch die sexuelle Präferenz,
beides ist nicht frei wählbar, dass dies frei wählbar sei, ist eine Strategie des rechten konservativen Lagers und der Pathologen, die damit Menschen die außerhalb der vermeintlichen "Norm" liegen,
zu Tätern macht, indem sie wählen außerhalb der "vermeintlichen Norm" sein zu wollen,
und damit die Ursache dafür sind, andere zu "irritieren", zu "stören", und bei anderen
desshalb homophobe und transphobe Gefühle zu entwickeln".)

J.E. weiter:
"wo behauptet wird,
die heterosexuelle Beziehung, also dass was wir über Jahrtausende hinweg kennen,
dass heißt sozusagen, eine Zwangsheterosexualität, und wo..
und der beste Ausdruck ist doch jetzt in Facebook, in der amerikanischen Version gibt es keine
zwei Geschlechter mehr wo man sich im Profil anmelden kann, sondern 58.
Also man will den Leuten, und zwar von früh an schon, deutlich machen, hoppla, die Biologie interessiert uns nicht,
Mann und Frau ist eine soziale Kennzeichnung und hat nichts mit den biologischen Tatsachen zu tun,
und was dass für junge Menschen bewirkt,
wo unsereins schon durch diese Rocky-Horror-Picture-Show,
entweder amüsiert oder verwirrt ist, "

(Anm. FYG: mit "unsereins" meinen Sie dann auch ihre Person selbst oder ?
Das ist völlig unglaubwürdig, als Post-68er, können Sie das nicht glaubhaft machen,
dass Sie sich verwirrt fühlen, von einem Travestie-Musical, dass mittlerweile Staub von 40ig Jahren angesetzt hat, und über dass sich 1975 noch Konservative aufgeregt haben,
>http://de.wikipedia.org/wiki/The_Rocky_ ... cture_Show
die damals junge Kinder hatten - dass haben Sie evt. noch in Erinnerung ? -
aber diese Anekdoten nun im Jahr 2015 als Problem platzieren zu wollen,
Herr Elsässer, das ist nur billig, das würde selbst unglaubwürdig erscheinen,
wenn dies heute eine 70ig-jährige Frau sagen würde, das war ein Eigentor,
die RHPS ist ein Kunstwerk und wird als Komödie gefeiert, die Musik ist Kult,
und das Werkt gehört wie Hair von Andrew Lloyd Webber zur Zeitgeschichte,
darüber regt sich niemand mehr auf, bitte Jürgen Elsässer - wer denn ? Sie ???
das "verwirrt" können sie streichen, das ist ihrer Argumentationsfantasie entsprungen.)

J.E. weiter:
"...aber was das für Jugendliche bewirkt,
für ihre sexuelle Identität,
für ihre Selbstfindung,
und dann für Ihre Partnerwahl, dass kann man sich gar nicht vorstellen.
Aber dass ist in den Schulen drin !"


FYG:
Es ist interessant, wie Jürgen Elsässer sich am Schluss seines kurzen Statements sich über die
sexuelle Identität Sorgen macht, und über die Selbstfindung.
indem er sagt:

"aber was das für Jugendliche bewirkt, für ihre sexuelle Identität,"

Wo er doch am Anfang seines Vortrages,
gerade diese sexuelle Selbstbestimmung als Gefahr proklamiert mit:

"wo behauptet wird, sexuelle Identität ist frei wählbar"

Lieber Jürgen Elsässer, was Du hier machst ist zu versuchen,
transphobe und homophobe Stimmen für Dich zu gewinnen.
Dein Vortrag, zusammengeschustert aus Stichworten, die Du noch nicht sehr lange kennst,
geschweige deren dahinterliegende Definition,
höchstwahrscheinlich aufgegriffen in Artikeln die Du oberflächlich angelesen hast.

Denn wenn Sie den SINN dieser Wörter verstanden hätten,
wäre Ihnen dieser Fauxpas nicht passiert.

Keine fundierte Argumentation.

Und noch mehr:
FYG geht davon aus, dass Jürgen Elsässer selbst keine Meinung zu dem Thema haben kann,
die er sich über Jahre gebildet hat, da er populistisch mit Stichwörtern herumrudert.
Er hat sich nicht einmal das Argumentationswissen angeeignet,
über Dialoge, mit Menschen, die seine Meinung vertreten,
und kann daher diese Meinung nicht reflektieren - wie auch.
Denn das kostet ja auch eine Menge Zeit -
und die ist knapp im Populisten-Fight der Demagogen.

Das entlarvt ihn nicht nur als Stimmenfänger von Themen,
wovon er selbst keine Ahnung hat,
sondern noch viel schlimmer für ihn, als Populisten.

Jürgen Elsässer, damit können Sie nur bei Leuten punkten,
die selbst keine Ahnung von dem Thema haben,
aber sie halten mit diesen Phrasen keinem fachlichen Diskurs stand.

Für eine kurze Brandrede vor einem Puplikum innerhalb einer Pegida-Demo,
dass keine Gegenfragen stellt, dafür ist dieser Text geeignet,
aber nicht für einen Diskurs.

Der Bumerang solcher Luftnummer-Steilvorlagen, die Unwissenheit outen,
kommt aber innerhalb Social Media mit Rückschein-Garantie.
Fachwissen ist leider nicht populistisch, sondern Fachwissen spricht für sich.


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Ken Jebsen-Interview mit Jürgen Elsässer Teil 2

Beitrag von Freeyourgender » 27 Jan 2015, 15:17

"Das ist das signifikante" Min. 7:35"


Ken Jebsen:
"Wenn ich sie richtig verstanden, habe, machen Sie sich doch Sorgen um die Familie,
warum haben Sie eigentlich keine"

Jürgen Elsässer, Min 4:50:
"Das ist natürlich ein anderes Thema."

FYG Nachhilfe für Jürgen Elsässer:
Hier wäre besser:
"Ich muss kein Walfisch sein, um mich für Walfische einsetzen zu können"
Oder er kann jetzt bei Pegida lernen:
"Wir setzen uns auch für den Regenwald ein, obwohl wir hier keinen haben"
Polemik darf erlaubt sein.

Die weiteren Sätze können gerne im Video nachgehört werden,
Jürgen Elsässer versucht zu kommunizieren, dass er keine Kinder hat, weil er Post-68er ist,
und dass er das als Defizit sieht, dass er keine Kinder hat.
Hmm.... - wenn das kein Hiweis nach links war, dass "links zu sein" Kinder verhindert... :- )
Elsässer scheint mit links ein Problem zu haben, obwohl er ja früher links war, bevor er rechte
Themen vertreten hat - > was ihn nicht gerade glaubwürdiger macht.


Min 5:30
Ken Jebsen tritt hier in ein Fettnäpfchen:
Er verweist auf die "Vielfalt" die anzuerkennen ist,
bringt hier aber sexuelle Präferenzen mit sexuellen Geschlechtsidentäten durcheinander,
indem er homosexuell, hetero, bi und "Frauen in Männerkörper" mit Sexualität gleichsetzt.
Das Problem "Frauen in Männerkörpern" hat mit sexuellen Präferenzen nichts zu tun,
hier haben die Medien ganze Arbeit geleistet, indem sie dieses Thema im LGBT-Diskurs absorbiert haben,
nichts anderes drückt auch LGBT aus - T als Anhängsel.
Wäre ein schönes Spiel: Welcher Buchstabe passt nicht in die Reihe.

Ken weist hier auf einen wichtigen Punkt hin,
er sagt,
"dass man sich das nicht frei aussuchen kann".
Dies ist natürlich richtig und hebelt die wesentlichen Versuche aus,
von der "vermeintlichen Norm" abweichende Menschen als Täter zu stilisieren.
Und die, die diese "Abnorm" ertragen müssten, wären die Opfer.

Ken weist weiterhin darauf hin,
dass er diese Reaktionen als hysterisch einstuft,
und ganz wichtig - er erkennt richtig,
dass nicht die Zahl der "von der Norm abweichenden" gestiegen ist,
sondern nur die Zahl, derer die sich heute outen können,
ohne durch die verbesserte Situation nun soziale Einbußen hinzunehmen,
sei es im Job, in der Ehe, in ihrem sozialen Umfeld.
(> §175, >TSG-Gesetz)

Er schliesst ab mit dieser Feststellung und fragt:

Min 6:25
Wo ist das Problem ?

J.E. antwortet:
"Das Problem ist nicht der erreichte Stand der Liberalität, den ich begrüße,
also es ist natürlich gut, dass diese Schwulengesetze gefallen sind,
übrigens im "bösen Rußland" früher als im wiedervereinigten Deutschland."


FYG: Hier sieht man deutlich, was das ganze für ein Ziel verfolgt,
es geht nicht um Genderfragen, sondern um die höhere Politik, Compact-Politik.
Mit dieser Formulierung unterstreicht er die Kritik an die USA,
die zur Compact-Politik gehört. Das Genderthema wird instrumentalisiert.
Um damit Stimmen von möglichst vielen homophoben und transphoben Menschen zu bekommen,
für die eigentlichen politischen Inhalte von Compact - und diese sind rechts zu verorten.
Dies wird nicht offensichtlich für viele, weil auch linke Themen besetzt werden,
z.B. Gegner von EU, Banken, Finanz usw. > rechte Querfront-Politik
http://de.wikipedia.org/wiki/Querfront
Wie weit Jürgen Elsässer rechts zu verorten ist, darf jeder selbst entscheiden.
Kommt ja auch darauf an, wo man selbst gerade steht: Links, Mitte, Rechts...und ist relativ.

J.E.: weiter:
"...früher als im wiedervereinigten Deutschland, nämlich in Rußland 1993 und
im wiedervereinigten Deutschland 1994,
also den erreichten Stand der Liberalität und Offenheit, den begrüße ich"
(wiederholt sich hier)

Ken wirft ein:
"Das Heft kommt gar nicht so rüber!"

J.E., Min:6:52:
"Nein - aber weil ja versucht wird, dass jetzt mit aller Macht weiterzutreiben"

K.J.:
Wer versucht das ?

J.E.:
"Der Vorreiter ist ja Frankreich, ja - also Wiedereinführung der Schwulen-Ehe,
vor allem der Schwulen-Adoption, d.h., man höhlt, den Begriff Familie und Ehe aus."


K.J.:
"Was ist eigentlich eine Famlie für Sie."
(FYG: Richtig, es müssen erst Wortdefinitionen verhandelt werden,
sonst ist dieser Diskurs nicht zu führen)

J.E.:
"Eine Familie, und desshalb ist sie ja im Grundgesetz geschützt,
zeichnet sich dadurch aus,
vor anderen sexuellen Vereinigungsformen"

FYG: Das war ein Patzer: Familie heißt nicht automatisch Sex,
wie sieht es mit einem asexuellen Paar aus,
das Kinder adoptiert oder künstliche Befruchtung wählt,
oder mit einem Paar, dass sich nur liebt ?
...im Argumentatsionsnetz verheddert)

J.E. weiter:
"...dass sie mit der Absicht geschlossen wird,
Kinder in die Welt zu setzen,
und dadurch die Gesellschaft,
und das Volk zu reproduzieren."


(FYG: welches "Volk" ist gemeint? das deutsche ?, was ist deutsch,
auch die Deutschen auf Mallorca und in NewYork,
Jürgen Elsässer, beim Wort Volk bekommt man völkisch um die Ohren geworfen,
das wissen Sie, aber evt. müssen Sie noch für Unsichere die rechte "Duftmarke" setzen ?
Anders ist das Wort "Volk" an dieser Stelle nicht zu interpretieren,
es macht schlichtweg keinen Sinn.)

J.E. weiter:
"Und deswegen, steht sie unter besonderem staatlichen Schutz"

FYG:
Das Wort "Schutz" hat immer eine Rechtsbeschränkung
für Menschen zu Folge, aber dass nur als Randbemerkung.
Was ist dann mit den (Hetero)Familien,
die nie eine Absicht hatten, Kinder zu bekommen ?
Erhaschen die sich dann einen Vorteil durch den Staat ?
Finden Sie nicht aus, dass das unterbunden werden müsste ?
Vorher geprüft ?
Zieht eine Regenbogenfamilie, die ein Baby adoptiert,
kein Kind auf ? Reproduziert nicht ?
Oder Alleinerziehende Frauen ?
Dürften diese nicht dann in den Genuss der Steuervorteile einer Familie kommen ?
Davon gibts immerhin 2 Millionen ?
Was ist mit den Frauen, die keine Kinder bekommen können ?
Hier ist doch klar, das die Familien nach ihrer Auffassung nutzlos ist ?
Die dürften doch dann keine Steuervorteile bekommen, und auch nicht heiraten ?

K.J. hakt nach:
"Nur wegen der Reproduktion ?"
(bezieht sich auf den staatlichen Schutz)

J.E., MIn. 7:35:
Stottert: "Das ist das signifikante..."
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Ken Jebsen-Interview mit Jürgen Elsässer Teil 3

Beitrag von Freeyourgender » 27 Jan 2015, 17:27

Es geht weiter

Min 7:35

Ken Jebsen fasst die Ausführungen von Jürgen Elsässer zusammen und hält fest:

Familie wird deshalb staatlich im Grundgesetz verankert:

"Zum Schutz der Famlie und des Nachwuchses"

Jürgen Elsässer:
"Im Grunde ja"

und Ken Jebsen fügt an...:
"sonst muss man auch nicht heiraten"

dies als provokante Frage an Jürgen Elsässer gerichtet:

J.E.:
"Eigentlich nicht, aber der Staat sagt, ok, stottert,
wenn Männer, verbessert sich: wenn ein Mann und eine Frau
das Ziel haben länger zusammenzubleiben und Kinder zu bekommen,
dann wollen wir diese Form privilegieren,
weil wir der Staat haben ein Interesse daran,
dass die Bevölkerung nicht ausstirbt."


FYG: "Wir" der Staat ? Sprechen Sie jetzt pauschal für den Staat ? Interessant.
Wenn das Angela Merkel so formuliert hätte, dann wäre das nicht aufgefallen.
Vielleicht sollten Sie sich dann freuen,
dass viele zu uns kommen wollen, und auch viele Kinder haben werden,
aber dass sind keine Deutsche oder ?

"Wir haben in Deutschland 18 Mio Ehen,
und wir haben in Deutschland laut der letzten Statistik von 2006,
eine neuere gibts nicht, haben wir 60 TSD homosexuelle Partnerschaften,
d.h., 0,3 Prozent, macht es auch, aber in der öffentlichen Diskussion,
wird es mordmässig aufgeblasen, und wird so getan als ob wir uns um die 0,3 %
kümmern müssen, anstatt um die 18 Mio."


FYG:
Was wird den 18 Mio Familien, von denen sie sprechen, weggenommen ?
Dass Sie hier mit Zahlen relativieren ist ein Paradebeispiel für die Diskriminierung von Minderheiten.
Chapeau !


Das Thema wird nun von Ken Jebsen auf das Adoptionsrecht gelenkt,
er fragt:

"Sollen homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen, Ja oder Nein ?"

J.E.:
Mit langer Denkpause:
"Meines Erachtens, sollte dies möglich sein, es ist ja auch bisher schon möglich"

FYG:
Es gibt in Deutschland keine Möglichkeit, auf ein uneingeschränktes Adoptionsrecht,
bzw. auch volles Adoptionsrecht genannt, für eingetragene Lebenspartnerschaften (ELP),
in den Medien auch "Homo-Ehe"(SIC!) genannt.
Bisher ist es nur möglich, das leibliche Kind des Partners zu adoptieren,
aber nicht dessen Adoptivkind oder ein beliebiges Adoptivkind.
Dieses Thema war auch Thema vor der letzten Bundestagswahl im Herbst 2013,
siehe die FYG-Startseite:
http://www.freeyourgender.de

K.J. hakt nach Min 9:15:
"Also Ja oder Nein?"

J.E.:
"....aber es sollte nicht instutitionalisiert werden"

K.J. hakt nach:
"Gut, aber wir haben kein Problem damit, wenn es passiert"

J.E.:
"Meines Erachtens gibt es viel zu wenig, es gibt im Grunde nur eine statistische Untersuchung,
aus dem Jahr 2009, wo man das Schicksal von Kindern in homosexuellen
(macht Gänsefüsschen mit den Fingern) "Elternschaften" untersucht hat.
Aus dieser einen Unterschung wird geschlossen, ja Moment mal, es gibt gar kein Problem,
aber die Untersuchung ist empirisch total angreifbar, dazu haben wir auch einen längeren Artikel
in dem Heft drin, weil es wurden nur 600 Eltern befragt, also 2 Männer oder 2 Frauen,
sie wurden nur telefonisch befragt, und im Vergleich zu den 600 Eltern, die telefonisch befragt worden sind,
sind nur 95 Kinder befragt worden. Also eine unheimlich kleine empirische statistische Untersuchungsmenge,
wurde genommen um sie zu extrapolieren, um zu sagen, dass ist gar kein Problem."

K.J., nagelt jetzt das Problem auf die Person Elsässers fest:
"Also Herr Elsässer, ich schließe daraus, Sie haben ein Problem, wenn homosexuelle Partner ein Kind adoptieren,
kann man dass so sagen ?"


J.E.:
"Ich würde sagen, erstrebenswert ist es nicht, und der Staat sollte es nicht fördern."

K.J.:
"Aber Sie würden es nicht verbieten"

J.E.:
"Verbieten ist eine andere Sache."

K.J.:
"Also würde Sie es verbieten oder nicht."

J.E.:
"Nicht verbieten aber auch nicht fördern."

K.J. hakt verschmitzt nach, lacht:
"Was denn jetzt"

J.E.:
"sprachlos" - Ken hilft das Gespräch weiterzuführen

K.J.:
"Also bewerben würden sie es auch nicht,
werde schwul, dann kannst Du ein Kind adoptieren... "

J.E.:
"Aber es ist doch so, wenn eine Mann oder eine Frau ein Coming-Out hat,
und sozusagen lesbisch oder homosexuell wird*...


*FYG: Jürgen Elsässer, es "wird" niemand, sondern sie "sind" es

J.E. weiter:
"...und aus der alten Beziehung ist ein Kind da,
dann kann sie das mitnehmen,
dass ist ja bisher schon möglich, warum muss man das ändern*...


*FYG: ändern muss man das nicht, das bleibt ja - es geht ja um die Erweiterung,
dass man auch nichtleibliche Kinder adoptieren kann, bzw. bereits adoptierte Kinder, die schon da sind

J.E. weiter:
...ja - warum muss man das hochhypen...ja,

K.J. Min 10:55:
"Also für Sie ist das alles ein Hype, und er geht Ihnen ein bisschen gegen den Strich."

J.E.: (lenkt von seiner Person wieder ab und instrumentalisiert andere die dieser Meinung sind)
"Und das geht vielen Leuten gegen den Strich, Und was als Homophobie attributiert wird,
dass ist im Grunde sehr oft, nicht immer aber sehr oft, einfach eine Aversion gegen diesen Hype.
Niemand hat doch was dagegen, niemand ist übertrieben gesagt, aber die meisten haben doch nichts dagegen,
dass dieser alte Schwulenhass weg ist, und dass die entsprechenden Gesetze weg ist (ist-O-Ton),
aber dass jetzt überall in den Fernsehshows in diese Richtung gearbeitet wird,"
man kann ja kein Krimi mehr angucken,
ohne mit irgendwelchen homosexuellen Opfern konfrontiert zu werden.

Das ist ja völlig übertrieben.

K.J.: (spiegelt)
"Ich finde es übertrieben, dass sie das jetzt sagen"

K.J.: Min 12:10
"Was ist wenn jetzt 2 lesbische Frauen sagen, sie wollen ein Kind adoptieren,
hätten Sie dann weniger Probleme"


J.E.:
"Bei der Studie ist interessant, dass von den 600 Eltern, homosexuellen Elternpaaren, die befragt worden sind,
sind überdurchschnittlich viele Lesben, obwohl bei den eingetragenen Lebenspartnerschaften,
die männlichen Homosexuellen in der Mehrheit sind. D.h. offensichtlich in dieser Umfrage, haben sich die Männer,
die ein Kind adoptiert haben, gar nicht geäußert, deswegen hat man eine Schieflage zu den Frauen,
und offensichtlich 2 Frauen gehen mit dem Kind ganz gut um,
jedenfalls diejenigen die sich geäußert haben, und dass wird dann extrapoliert,
aber dass ist nicht seriös, dass ist keine Schnittmenge die man einfach hochrechnen kann."


FYG:
Interessant, dass Jürgen Elsässer Männern nicht diese Fähigkeit unterstellt,
Kinder auch genausogut erziehen zu können, wie 2 Frauen es laut der Statistik tun,
desshalb bastelt er aus der Tatsache, dass mehr Frauenpaare an der Statistik mitgewirkt haben,
ein Gegenargument.
Das ist ein Klassiker: Und er zeigt sich in dem Symptom,
dass ein küssendes Frauenpaar eine höhere Akzeptanz in der Gesellschaft hat wie ein küssendes Männerpaar.
Hier schiesst Jürgen Elsässer ein Eigentor in Richtung Homophobie, was ihm an dieser Stelle aber nicht bewusst ist.
FYG hat diesen Effekt beleuchtet:
"küssende Frauen und Männer, Devianz der Akzeptanz"
http://www.freeyourgender.de/forum/view ... t=352#p659


Min 13:10
FYG:
K.J. macht aus den genannten 0,3 Prozent der eingetragenen Lebenspartnerschaften,
gegenüber 18 Mio ("Hetero-Ehen"), dass Jürgen Elsässer als Argument hernahm,
dass man für diese 0,3 Prozent doch alles nicht so "mordsmässig aufblasen "müsse,
(siehe weiter oben hier im Artikel) einen Bumerang und sagt:

K.J.:
"Aber machen Sie da nicht ein Faß auf, wen betrifft es denn letztendlich"

J.E.:
"Moment mal, dass Faß wird doch nicht von mir aufgemacht, dass Faß wird ja von den Eliten
und vom Staat aufgemacht. Indem sie sagen, wir haben hier so ein Defizit,
dass wir das Thema in die Schulen reintragen müssen, und den Schülern schon vor dem 10. Lebensjahr
in Rollenspielen beibringen müssen, wie sie sich als Homosexueller bei der Partnerwahl anstellen müssen.
Da werden Rollenspiele gemacht in den Schulen, ich meine, dass ist doch irre."


K.J.:
"In meinen Schulen, wo meine Kinder hingehen, gibt es diese Rollenspiele nicht."

J.E.:
"Nein, nein, es gibt ja die Empfehlungen des Berliner Senats, da werden diese Rollenspiele skizziert,
des sind, sozusagen, Unterrichtsmaterialien, natürlich gibts dann viele Lehrer, die noch alle Tassen im Schrank haben,
und die diese Vorgaben nicht umsetzen, weil sie old-fashioned sind, Gott-Sei-Dank. Ja ?
Aber es gibt die Vorgaben, und die neue Lehrererziehung, die läuft auch in diese Richtung, d.h. diese Eltern,
wo jetzt vielleicht ihre Kinder hingehen, und die noch einigermassen vernünftig sind, die werden ja irgendwann
ersetzt werden durch neue Lehrer, die entsprechend neu ausgebildet sind."


K.J. sagt dazu als Antwort u.a.:

"Das halte ich für reisserisch"

FYG:
Ja Jürgen Elsässer, Sie sind eben nicht so
old-fashioned,
wie meinetwegen, der konservative Flügel der Union,
oder die katholische Kirche, dass sind sie eben als "Post-68er" nicht.
Und desshalb ist es eine Farce, dass sie hier die Fahne des Konservatismus hochhalten,
den sie nur als Alibi missbrauchen, um Stimmen für ihre Politik zu bekommen.

Es ist unerträglich, das Homosexualität im Sexualkundeuntericht tabuisiert wird,
denn dadurch wird das Thema automatisch von vorneherein bei der Erziehung außerhalb der Normalität gerückt,
und eine Stigmatisierung ist vorprogrammiert.
Aber dass ist so offensichtlich, dass sie das selbst wissen. Sie werfen sich hier auf dieses Thema,
da es populistischer Zündstoff ist, genau wie das Islam-Thema bei Pegida.
Diese Themen sind trojanische Pferde für ihre eigentlichen Themen.

An dieser Stelle Jürgen Elsässer, verweist FYG auf das Gleichheitsgesetz:
Wenn zwei Menschen sich entscheiden, die Verantwortung für ein Kind zu übernehmen,
haben sie die gleichen Pflichten wie ein anderes Paar,
dann haben sie auch die gleichen Rechte zu bekommen.
Dies gebietet das Gleichheitsgesetz im Grundgesetz.
Diese Meinung vertrat auch Jens Spahn CDU in der Talk-Show bei Maischberger
http://www.freeyourgender.de/forum/view ... =331&t=240


An dieser Stelle etwas Modernität:

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Ken Jebsen-Interview mit Jürgen Elsässer Teil 4

Beitrag von Freeyourgender » 27 Jan 2015, 21:50

Ab Min 14:40 geht es um das Schlagwort im Magazin:

"Feindbild Kristina Schröder"

Das Gespräch dreht sich nun einige Minuten um allgemeine Familienpolitik,
und hier speziell, wie und ob eine Mutter zu unterstützen ist,
die zuHause bleibt, und ihr Kind nicht in eine Kindertagesstätte (KITA) bringt.
Hier kann sich jeder positionieren wie er will,
es gab diese Debatte monatelang, und es wird auch in diesem Gespräch nichts wesentliches neues herauskommen,
außer dass dies eine Frage dessen ist,
welche Linie hier jeder für sich am besten, am gerechtesten, am liberalsten findet.

Mit dem Slogan "Feindbild Kristina Schröder", wird die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder aber benutzt.
Es wird als erstes ein konservatives Familienbild mit Kristina Schröder verbunden,
das klassische Bild, dass die Mutter Zuhause bleibt.
Als Zweites wird unterstellt, dass dieses klassische Bild von außen angegriffen wird,
von wem auch immer.
Diese Konstellation ergibt den Slogan: "Feindbild Krisina Schröder."

Das Interview kristallisiert dabei einen interessanten Ansatz von Jürgen Elsässer heraus,
nicht das FYG etwas gegen Verschwörungstheorien hätte,
sie sind durchaus legitim, schauen wir uns also an, was Jürgen Elsässer hier skizziert:

1. Jürgen Elsässer findet, dass das Erziehungsgeld von 100 Euro im Monat zu gering ist.
(lächerliche Summe)
>wichtig hier ist hier für FYG warum er das findet:
weil er das klassische Familienbild unterstützt, warum sehen wir gleich

2. Ansatz - wir kommen nun der Verschwörungstheorie (nicht negativ konnotiert) näher:

Min 16:58
"Man tut so, als ob es besser sei, für die Emanzipation,
wenn die Frauen arbeiten gehen, und die Kinder abgeben."


FYG: Wer hier "Man" ist, werden wir gleich noch erfahren.
dann weiter:

"Warum ist es emanzipiert, wenn eine Frau als Krankenschwester,
den Babies anderer Leute den Hintern abwischt,
aber wenn sie zuHause bleibt und den eigenen Kindern den Hintern abwischt,
dann ist es ein antiquiertes Frauen- und Familienbild."


FYG: Eine Frau ist dann emanzipiert, wenn sie keine Nachteile aus ihrer Entscheidung erhält,
wie auch immer diese ausfällt. Erwerbstätig mit KITA-Platz für das Kind,
oder zuHause bleiben ohne KITA.
Aber wir werden gleich sehen, warum Jürgen Elsässer hier das klassischere Frauenbild,
mit der Frau zuHause präferiert, und das tut er indirekt,
indem er anprangert, dass sie in dem Moment einen Nachteil hat ,wenn sie zuHause bleibt.
(lächerliche 100 Euro Unterstützung für erziehende Mütter die zuHause bleiben)

eine Schlagzeile des Magazins ist :

"Familienpolitik ohne Kinder"

Es geht nun im weiteren Gespräch um die Ursachenforschung.
Jürgen Elsässer führt Frankreich an, dort gäbe es noch mehr KITAS,
und eine bessere Steuerentlastung für Besserverdienende,
in Deutschland hingegen sagt er, würden die Besserverdienenden Paare bestraft,
wenn sie Kinder haben, während Ärmere, z.B. Hartz4-Empfänger, durch Kinder ihre
sozialen Unterstützungen aufstocken könnten.
Er meint damit, dass der Anreiz bei Besserverdienenden Familien durch die mangelnde Subvention
des Staates nicht hoch genug ist.
Er erklärt sich daher, dass in Frankreich die Akademikerfrauen mehr Kinder haben,
aufgrund der besseren Steuerentlastung.

Ken Jebsen führt aus, dass ein Paar, wo beide einen guten Job haben,
einfach die Möglichkeiten durch Konsum da sind, sich selbst zu verwirklichen,
und dass hier nun, der Einschnitt der durch ein Kind entstehen würde,
den Kinderwunsch bremst: Also lieber den Zweitwagen und den Urlaub in der Südsee.
Und nicht das Kind, dass nur Pflichten bringt und Freizeitverhalten einschränkt.
Ken Jebsen analysiet hier also ein allgemeines gesellschaftliches Problem,
weil es einen Trend gibt sich selbst zu verwirklichen.

Jetzt wird es spannend:

J.E.:
"Aber dieses gesellschaftliche Problem, dieser Trend sich selbst zu verwirklichen,
der ist doch angeschoben worden, durch das Grosse Kapital.
Wir haben doch hier auch das Zitat drin von Rockefeller,
Nikolaus Rockefeller der gesat hat, ich zitiere:


J.E.: liest das Zitat von Nikolaus Rockefeller:
"Der Feminismus ist unsere Erfindung aus 2 Gründen:
vorher zahlte nur die Hälfte der Bevölkerung Steuern,
jetzt fast alle, weil die Frauen arbeiten gehen.
Außer wurde dadurch die Familie zerstört,
und wir haben dadurch die Macht über die Kinder erhalten,
sie sind unter unserer Kontrolle mit unseren Medien."

J.E.: weiter:
usw usf.

FYG:
J.E. steuert hier, und das wird gleich noch deutlicher
auf seine Verschwörungstheorie (nicht negativ konnotiert) zu,
die auch im Magazin dargestellt wird, dazu gleich konkret mehr.

K.J.:
"Man muss nicht alles glauben was Herr Rockefeller sagt,
vielleicht hatte er vorher Drogen genommen",
und:
"da geh ich davon aus, wenn ich so ein Zitat von ihm höre"

FYG: Jetzt kommt der Punkt:

K.J.:
"Was ich auch immer rauslese, und aus diesem Heft sowieso,
oder auch wenn ich mit Ihnen über Familienpolitik spreche,
ich habe immer das Gefühl, dass Sie glauben, da sitzen irgendwo dunkle Mächte,
die wollen die Familie zerstören, sich der Kinder bemächtigen,
um diese dann in die Industriemaschine einzureihen"

J.E.:
Gestikuliert schon wild und bejaht, während K.J. noch ausformuliert:
"Ganz genau! , sehr gut ausgedrückt !, sehr gut zusammengefasst !"

FYG: (Beide Lachen über diese Theorie.)

K.J.:
"Das glaube ich nicht !, schüttelt mit dem Kopf"

J.E.:
"Das ist ein Projekt globalistischer Eliten"

FYG: Ist das nicht wunderbar ? Das Patriarchat steuert dann auch den Feminismus,
der zur Famlienzerschlagung gehört, dann ist Alice Schwarzer nur eine Gehilfin des Patriarchat. Genial.

J.E. weiter:
"Es wurde transportiert über die 68er, die den Hyperindividualismus als Freiheit verkauft haben.,
als ob, wie das Norbert Blüm in seinem Beitrag ganz gut sagt,
als ob das bindungslose Individuum,
dass das eigene Ego an die Erste Stelle setzt,
als ob dass mehr Freiheit hätte,
aber dass stimmt gar nicht.
Natürlich muss man die Kindertasche tragen, aber dann hat man auch Kinder,
und dass bringt auch was, da wissen Sie ( er meint K.J.) mehr drüber als ich.
Und da sind wir wieder bei mir, denn ich und meine Generation,
wir standen natürlich unter dem Eindruck dieser Ideologie,
des Hyperindividualismus, dieses Ego und...."


FYG:
Jürgen Elsässer scheint das kurz vor diesem Interview ersschienene Buch von
Joël Luc Cachelin, "Schattenzeitalter" gelesen zu haben ?
Hie wird vom Auto der Begriff "Hyperindividualismus" verwendet.
Untertitel:
" Wie Geheimdienste, Suchmaschinen und Datensammler an der Diktatur der Zukunft arbeiten",
erschienen März 2014 im Berner Stämpfli Verlag.
Der Autor ist unter wissensfabrik.ch und in Twitter @wissensfabrik zu finden


K.J. unterbricht ihn:
"Also Herr Elsässer ich muss da reingrätschen,
so wie ich die 68er erlebt haben, ich hab sie ja nicht erlebt, dafür bin ich ja zu jung,
um darunter gelitten zu haben, oder die Befreiung erlebt zu haben,
wo ich groß wurde war relative Freiheit da, hat auch mit meinem Elternhaus zu tun,
dass ist eine andere Geschichte, aber:
Die Verstaubtheit, aus denen die 68er hervorgegangen sind,
dass können Sie ja nicht abstreiten, dass war eine zugeknöpfte, spiessige Gesellschaft,
da blieb die Frau zuHause, der Mann hat das Geld nach Hause gebracht,
da wurde der Frau im Büro, der Sekretärin an den Hintern gefasst,
also es war einfach übel, da sind die 68er rein und haben gesagt,
was soll das eigentlich und haben da eben nicht nur den Muff von Tausend Jahren unter
den Talaren, sondern auch die Frau befreit, dass können sie nicht bestreiten.
Die Frau ist eben nicht nur so ein nettes Aushängeschild im Büro,
sondern Frauen dürfen heute Karriere machen, und sie ist trotzdem kompetent."

FYG:
Ken steuert hier gegen die These von J.E., der vorher meinte,
es wäre ein Freiheitsverlust durch die Individualisierung (mehr Selbstbestimmung) gewesen,
sich aus dem Dogma der Familienrollen zu befreien (Frauen und auch die Kinder),
und das klassische patriarche Familienmuster als antiquiert abzulehnen.

J.E.: proklamiert wieder in Richtung "Freiheitsverlust" durch Selbstbestimmung:
"Die Frau wurde doch aber gleichzeitig zu dem Sexualobjekt wie nie zuvor in der Geschichte.
Also diese sexuelle Revolution, die von Ihnen jetzt einseitig als Befreiung der Frau dargestellt worden ist, ist gleichzeitig auch die Objektifizierung der Frau gewesen."


K.J.:
"Ja, aber auf der anderen Seite müssen Sie sagen, man muss für alles einen Preis bezahlen,
man kann das auch umdrehen, auch Männer werden immer mehr zum Sexobjekt,
natürlich wird immer mehr mit Frauen Werbung gemacht, wenn es um Sex geht,
oder überhaupt für Produkte, aber bei Männern ist es genauso."


Min 23:50

FYG: Die Diskussion geht nun in die Richtung, das J.E. weiter seine These untermauert,
dass die 68er, durch die Individualisierung und der Befreiung des EGO-Triebs,
also das Befreien aus Familenrollen-Verpflichtungen, zu mehr Konsum geführt hat,
für diese Individuen, da der Konsumbedarf durch das "Mehr an Freiheit" und damit höherer Nachfrage, angestiegen ist.

Hier passiert J.E. ein Fauxpas:
Er sagt bei Minute 24:20
"Früher hat man den guten Sex in der Ehe gehabt,
und jetzt geht man ins Internet für 99 Cent bei Lara Croft,
oder bei sonstwen".


FYG:
J.E. spricht hier die Sexseiten im Internet an,
in die man sich für eine Gebühr, z.B. einen monatlichen Abobetrag einloggen kann.
Hier führt er eigenartigerweise einen Namen auf,
der nichts mit dem Erotik-Biz zu tun hat.
Lara Croft ist nichts anderes, als die weibliche Protagonistin des Computerspiels TombRaider
http://de.wikipedia.org/wiki/Lara_Croft

Leider kommen wir hier wieder zu dem Schluss, wie schon weiter oben in diesem Thread,
der Jürgen Elsässer hier Unsachlichkeit attestiert, und damit seine Thesen als zusammengebastelte
Konstrukte outet, die er mit Dingen untermauern zu versucht, die er selbst nicht kennt.
Das outet ihn als Populisten und Demagogen.
Verschwörungstheorien sind legitim, aber sie sollten plausibel sein.
Wenn ich eine Sexualisierung anprangere, dann sollte ich auch wissen,
was da in der Praxis läuft, und nicht Lara Croft für eine Sex-Angebots-Webseite halten,
denn wenn ich die Praxis nicht kenne, kann ein Hörer nicht davon ausgehen,
dass das was ich sage, irgendwo fundiert ist.
Ja es sind manchmal die Details, aber genau die sind es,
dass man sehen kann, dass jemand massiv schwimmt.

K.J.:
"Und das ist das, was ich z.B. bezweifle,
bezweifel, dass man früher guten Sex in der Ehe hatte,
weil man eben in der Ehe war.
Oft war der Sex in der Ehe total schlecht,
aber man hat halt nicht darüber geredet.
Heute hat man eine Altenative,
ich sag nicht, dass ich das gut finde, ja,
aber zu glauben, dass die guten alten Zeiten früher,
dass die gut (meint pauschal gut) waren, das glaube ich überhaupt nicht...
.... "

FYG:
K.J: kommt dann wieder auf die These von J.E.,
dass er nicht glaubt, dass eine höhere Macht die Familie zerschlagen will,
damit man den Einzelnen dann herumschieben kann, und besser für den Konsum
verfügbar machen kann (jeder Single braucht eine Wohnung, Auto, usw usw)

J.E.:
"Ganz genau, es geht um Atomisierung"

FYG:
K.J. führt weiter aus, dass Familientraditionen, wie in Bayern und Baden Württemberg,
er führt hier konservative Bundesländer an,
sich hier nicht beeinflussen lassen, von einer "höheren Macht".

J.E.:
"Der Zusammenhang zur Geburtenrate, oder dem Absturz der Geburtenrate,
zeigt ja, dass die Familie im Mark getroffen ist,
weil natürlich hat man früher Kinder gemacht,
deswegen war man zusammen als Mann und Frau,
und man hat sich für die Kinder auch ein Stück weit geopfert,
d.h. man hat sein eigenes Ego zurückgestellt"



K.J.:
"Das glaube ich nicht, man war nicht zusammen um Kinder zu machen,
sondern man war zusammen weil Menschen soziale Wesen sind,
und dabei sind Kinder entstanden, weil man nicht verhüten konnte.
Heute kann man eben verhüten.
Und dann sagt man sich, Kinder kosten ja auch Geld,
Jedes Kind kostet ja ein Stück individuelle Freiheit...
...
ich glaube vor allem nicht daran, dass es in irgendwelchen Hinterzimmern Eliten gibt,
die sagen wir müssten die Familie zerschlagen,
im übrigen muss man sich die Frage dann auch stellen,
warum ist es in Frankreich dann nicht aufgegangen."

J.E.:
"Moment mal, die neue französische Gesetzgebung ist ja erst seit Sommer letzten Jahres,
übrigens durchgesetzt, gegenüber der grossen Mehrheit der Bevölkerung,
und gegen Demonstrationen, wie wir sie seit 1968 in Frankreich nicht mehr hatten.
Aber diese neue Familienpolitik wird natürlich die bisher guten Ergebnisse,
der alten französischen Familienpolitik auf Dauer auffressen, dass ist ziemlich sicher."


FYG:
J.E. führt weiter aus, dass die Familien keine staatlichen Förderungen erhalten haben,
um (der Elitentheorie, die die Familien zerschlagen wollen) zu untermauern.
Die ELP (eingetragenen Lebenspartnerschaften) aber unterstützt wurden.
K.J. wiederholt nochmal, dass er von der These der Verschwörung,
die die Familien zerschlagen soll, nichts hält.
J.E. führt an, dass in Kroatien durch die EU versucht wurde, eine Volksabstimmung zu verhindern,
in der sich die Kroaten für eine "lebenslängliche" Ehe aussprachen,
und er unterstellt, dass die EU die Absicht hatte,
die Kroaten in dieser Frage zu "gängeln".
Dann macht J.E. einen Ausflug in die DDR,
führt an, dass in der DDR die Familie ein Ideal darstellte und dieses auch gefördert wurde,
trotz linker Ideen, dass es viele Grippen gab, und die Mütter arbeiten gehen konnten,
und er führt weiterhin an - ....wozu er dass macht ?,
evt. unterstreicht es seine contra-USA-Haltung des Compact-Magazins:
...dass die Schwulen in der DDR etwas früher entkriminialsiert wurden (FYG: als in der BRD),
alles in allem macht er fest, dass diese Konstellation (FYG: Idealisierung der Familie),
zu einer höheren Reproduktion führte.

Beide, K.J. und J.E. stellen kurz fest,
dass diese Dinge im Prinzip nicht von außen beeinflussbar sind.
Weil diese Steuerung gegen die Biologie ist.
J.E. bestätigt dass auch, indem er die Meinung von Thilo Sarrazin anführt,
der dies in einem Artikel in der Familien Sonderausgabe des Compact Magazins
auch so beschrieben hat.
Anm: Sarrazin ist der Autor des Bestsellers: "Deutschland schafft sich ab".

K.J. fragt, in Bezug auf die Tatsache, dass das Thema dann obsolet wäre:
"Warum regen Sie sich dann auf, ist doch alles Quatsch"

J.E. Min 32:05:
"Weil wir es ja nicht zum erstenmal in der Geschichte haben,
dass ein Totalitarismus versucht, den neuen Menschen zu schaffen,
und dann mit der Propaganda eintrommelt,
auf die Menschen, die in der Tradition von Adam und Eva stehen."


K.J.:
"..... wo solll denn das so sein ?"

J.E.:
"In den Schulen !"

FYG:
K.J. hakt nochmal nach, wo soll das sein,
wo der Staat verhindert, dass er die Familien beschränkt
J.E: erzählt dann von Amerika...

K.J.:
"Aber da (in Amerika) sind doch diese Eliten, von denen Sie sprechen,
warum schaffen, die das nicht mal in Amerika ?"

J.E. Min 33:00:
"Die globalistischen Eliten sind nicht das im Mittleren Westen,
die sind eher an der Ostküste,
also dass soll man mal ein bisschen unterscheiden,"


FYG:
Naja - das klingt aber nicht wie ein Argument,
sondern eher wie eine hilflose Ausrede.
Ein paar hundert Kilometer sind im Internetzeitalter eine Hürde für Elitengruppierungen ?
Für Paradigmen-Grenzen ? Vielleicht wenn eine Mauer diese Grenze manifestiert,
und auch die Kommunikation abschneidet zwischen diesen Welten.
Der geographische Unterschied zwischen Ostküste und mittleren Westen ist schwammig,
um als Erklärung für seinen Widerspruch hier herzuhalten.

J.E weiter:
"...aber wie beeinflusst diese Ideologie etwa in Deutschand ist,
zeigt sich am Absturz der Reproduktionsrate."

also dass die Menschen nicht mehr bereit sind,
Kinder zu bekommen...

FYG:
K.J. wiegelt ab und verwirft diese These,
er zeigt auf, dass für ihn nur ein Grund in Frage kommt,
und dass ist der Ökonomische.

J.E.:
"Wir haben in Compact Special den Aufsatz drin von Gabriele Kuby"

Anm FYG: Gabriele Kuby ist eine religiös fundamentalistisch motivierte Genderkritikerin
http://de.wikipedia.org/wiki/Gabriele_Kuby



J.E weiter.:
"...können Sie jetzt auch sagen, dass ist eine Erzkatholikin, ist sie, ist sie natürlich, aber spielt keine Rolle,
wenn sie sauber wissenschaftlich arbeitet, und Sie hat untersucht, die Schulbücher,
und zitiert eine Studie, dass eben in den deutschen Schulbüchern,
die Maßgabe des Grundgesetzes, besonderer Schutz von Ehe und Familie,
die wird in den Schulbüchern gar nicht umgesetzt,
d.h. wir haben, und nicht erst seit heute, sondern ich vermute schon seit 20ig Jahren,
ein Prozess wo der nachwachsenden Generation, die Wichtigkeit,
eine Familie zu gründen, Kinder zu kriegen und großzuziehen, gar nicht mehr im Schulunterricht vermittelt wird."

Min: 34:33
Stattdessen machen die Rollenspiele,
wie man als Schwuler in der Kneipe jemanden anmachen kann.


FYG:
K.J. wiegelt ab und findet das unglaubwürdig,
er sagt auch, dass man Kindern nicht beibringen kann, was eine Familie ist,
das lernen sie von zuHause oder eben nicht, aber nicht aus Büchern.
K.J. zitiert dann einen Artikel im Compact-Magazin, den Norbert Blüm geschieben hat:
"Die Familie löst sich auf, in der scheinbaren Freiheit des Konsumenten".
K.J. führt weiter aus, dass er das versteht was Norbert Blüm schreibt,
und stellt die Nachteile der Familie heraus, die der Ökonomie unterworfen wird,
und dieser zum Opfer fällt (Konsum, Genuss, Leistungsgesellschaft ist konträr zu der Einschränkung
die dann durch Kinder entsteht)
K.J. führt weiter aus, dass also die Nachteile der Familien, durch diese Parameter entstehen,
also sind das wirtschaftliche Folgen, und nicht die Absicht einer höheren Macht.

J.E.:
"Na gut, der Mann ist in der CDU, also er kann von seiner ganzen biographische Prägung,
vielleicht das ganze Panorama nicht ausleuchten."

K.J:
"Ich glaub eher dass er viel dichter dran ist."

J.E.:
"Also sie sagen, es ist keine Absicht, sondern es ist nur ein spontaner Reflex,
der ökonomischen Flexibilisierung."

K.J.:
"Nein ich sage, dass ist der Preis der Industrialisierung, wenn man sich anschaut,
wenn man die Gesellschaft, die modernen Industriegesellschaften,
die haben ja mit großen Teilen der Gesellschaft, die es auch noch gibt,
gar nichts zu tun, dass ist ja auch so, dass wir immer von unseren Gesellschaften ausgehen,
dass wären die Gesellschaften überall, dass ist ja Gott-sei-Dank nicht so, ja -
wenn sie mal nach Asien gehen, da gibt es ja noch Großfamilien, oder wenn sie z.B.
in Deutschland mal eine türkische Familie besuchen, da gibt es Familie,
da gibt es wirklich Familie, da leben sie zusammen, da gibt es klassische Hirarchien,
da gibts eine Art von Respekt, und da sind viel Kinder, und das gibt es ja auch,
aber um darauf zurückzukommen, ich glaube nicht, dass sich irgendjemand ausdenkt,
eine Geselllschaft zu bauen, die den Individualismus predigt, weil sie in Wahrheit die Familie zerstören will.
Ich glaube einfach nur, je mehr Einzelkunden, als Single-Gesellschaften, in einzelnen Gesellschaften,....
kann ich viel verkaufen, und es gibt einen Preis den ich bezahlen muss, aber der Preis ist nicht die Absicht,
und dass ist denjenigen die verkaufen müssen erst einmal egal, dass ist etwas als Nebenwirkung,
da muss sich die Gesellschaft irgendwann die Frage stellen, was kommt am Ende eigentlich für eine Gesellschaft dabei heraus,
in der sich alle komplett selbst verwirklichen können. Und alle sagen können, ich hab alles,
ich hab die neusten Modelle, aber etwas bleibt dabei auf der Strecke, nämlich dass, was einen Staat ausmacht.
Aber sie sagen ja ständig, dass es Leute gibt, die genau das machen, und den ganzen Konsum und die Selbstverwirklichung,
sei ein Köder, denn in Wirklichkeit, will man die Familie zerschlagen"

J.E.:
"Ne, ne , wir sind da nicht so weit auseinander,"
Min 37:45
das Ziel ist natürlich die Atomisieurng der Gesellschaft
"um eine Maximalisierung der Kundschaft zu erreichen,
also mehr verkaufen zu können,
und um die Arbeitskräfte-Konkurrenz zu steigern,
und dadurch die Löhne zu drücken.
Also das Ziel ist im Grunde rein ökonomisch, ist schon richtig,
und dabei werden alle kollektiven Strukturen zerstört.
Nicht nur die Familie."

FYG:
K.J. wiederholt nochmal seine Bedenken, dass er das nicht glaubt,
und führt wieder wie oben schon erwähnt, die Zersclagung der Famile
als einen Effekt der Leistungsgesellschaft an, es ist ein Folge dessen,
und nicht eine Folge eines höheren Plans.

J.E.:
"Aber das ist eine akademische Spitzfindigkeit die sie da jetzt reinbringen."

FYG:
K.J. wiederspricht, und sagt, sie unterstellen ein Motiv.

J.E.:
"Das Motiv ist alle kollektive Strukturen zu zerstören,
die den Menschen schützen, vor der Macht des totalen Marktes.
Die wichtigste basale Struktur ist die Familie,
aber dazu gehört auch die Kollektivstruktur Religion,
und es gehört auch dazu die Kollektivstruktur Nation."


FYG:
Chapeau ! Endlich haben wir einen Grund, nationale Gedanken zu verteidigen !
Die Nation wird angegriffen von Eliten und dunklen Mächten,
die durch die Zerschlagung der Familien.... seid ihr noch da ?


J.E:
"Deswegen richtet sich dieser Angriff gegen diese Trias:
Familie, Religion, Nation.-"

"Und am Schluss soll nur übrig bleiben der entfesselte Markt,
und der Mammon als der einzige Gott. "

FYG:
K.J. zitiert nun einen Artikel von Eva Herman,



die ebenfalls als Autorin in dem Spezialhelft des Compact Magazins wirkte,
und in ihrem Artikel 4 Punkte nannte, sie zitierte hier einen Forscher,
die wichtig sind um glücklich sein zu können,
und zwar determinieren diese Faktoren ind der Kindheit,
ob das weitere Leben glücklich verläuft:
"gläubiges Elternhaus", "eine lange Stillzeit", "die verlässliche Anwesenheit des Vaters an den Abenden und am Wochende",
und als wichtigster Faktor; "eine ununterbrochene Mutter-Kind-Verbindung in den ersten 3 Lebensjahren"
K.J. zerlegt nun die einzelnen Punkte und führt an,
dass man an diesen Punkten nicht pauschal festmachen kann, dass es immer positiv sein muss,
wenn diese zutreffen.
Auch wurde kurz das Problem von Eva Herman mit dem ARD angesprochen.
K.J. führt dann aus, das Religion eher etwas einschränkendes ist, und daher nicht zum glücklich sein führen kann,
wie es Eva Herman hinstellt, als Garant.
Vielmehr ist es auch so, dass Religion etwas freiwilliges ist, und andere Menschen auch glücklich sind und werden können.

J.E. führt dann aus, dass die Religion ein Vorteil darstellt,
da sie das Kind während der Erziehung, bei gläubigen Eltern,
vor ausschweifenden Sexualisierungen "behüten" würde.
Er verkauft Religion daher generell als Vorteil,
und als Gegengewicht, als Regulativ z.B. zur offenen liberalisierten,
und frei zugänglichen Pornographie im Internet.

K.J. weigert sich vehement gegen diesen angeblichen Vorteil,
führt das auch über mehrere Beispiele aus und auch über den Mißbrauch,
innerhalb der Kirche.

J.E. gefällt der Seitenhieb in Richtung (Kindes)Mißbrauch nicht so sehr,
er will die Kirche im Dorf sehen und vertagt dieses Argument...
mit den Worten: "Darauf kommen wir später zurück".

Danach stilisiert er seine Kindheit im evangelischen Kindergarten mit Bibelgeschichten als vorteilhaft.
Man wurde streng beaufsichtigt, und das war eine super Zeit...
Dann vergleicht er mit einem Artikel in seinem Magazin, wie es heute in Kindergarten aussieht.

J.E.:
"Jetzt haben wir hier Beispiele drin, in Compact Spezial, wie es heute in Kindergärten zugeht,
dass man jetzt schon die Kinder anstiftet, in Kindergärten ihre Sexualität zu entdecken,
ihre Geschlechtsorgane zu untersuchen. Des ist alles erlaubt. Des wird sogar verkauft, als Prävention
gegen Mißbrauch. Man sagt man muss den Kindern sexuelle Kompetenz vermitteln,
damit sie sich nicht mißbrauchen lassen. Und über diesen Trick werden die jetzt schon sexualisiert.
Ich bin gottfroh, dass ich im evangelischen Kindergarten damals in Ruhe gelassen worden bin.
Da werden doch Leute verrückt gemacht, kaputt gemacht."


FYG:
K.J. wiegelt ab und sagt, dass er keine KIGAs kennt, wo dass so sein soll,
und sagt, dass diese Zitate nicht für eine flächendeckendes Zutreffen dieser beschriebenen
Sachverhalte stehen können.
K.J. bleibt bei senem Standpunkt und hält diese Darlegung im Heft für hysterisch.
J.E. führt den "Sextante"-Fall an ,der in der Basler Zeitung public wurde,
Eltern beschwerten sich hier über den Sexualkundeunterricht.
J.E. argumentierte, dass diese Presseberichte in Deutschland nicht möglich wäre.
K.J. argumentiert, wenn das flächendeckend der Fall wäre, wären die Menschen auf der Strasse,
sie würden sich dass nicht bieten lassen, er hält also an dem Standpunkt fest,
dass es Einzefälle geben kann, aber es sich eben um Einzelfälle handelt und nicht um ein flächendeckendes Problem,
so wie es J.E. versucht darzustellen.
J.E. führt die Demonstrationen in Frankreich an, im Jahr 2013.
Anm. FYG: Dort ging es aber um die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare.
J.E. unterstellt hier, dass es den Menschen um mehr ging, da sie spürten, dass es hier allgemein zu weit gehen würde.
An dieser Stelle wird die Argumentation, in Bezug auf die Untermauerung mit Fakten sehr wässrig seitens J.E.
J.E. meint, dass der "deutsche Michel" eingeschläfert worden ist.
Er führt Demonstrationen in Deutschland an, und dass dann gleich Gegendemos entstehen,
von
Min 48.50
"irgendwelchen bekloppten AntiFas"
"die dann auf die Eltern einhauen"

FYG:
Hier verlässt J.E. mangels Argumenten massiv die Sachebene und macht sich noch unglaubwürdiger,
sicher waren auch radikale AntiFas bei den Gegendemos, aber es handelt sich hier um eine Gegendemo von Bürgern, und nicht um eine Demo radikalpolitisch Linker.
Andere Meinungen zuzulassen scheint J.E. nicht sehr leicht zu fallen.

K.J. wehrt ab und sagt, dass hier "der deutsche Michel" nicht zutrifft,
da hier eine Grenze überschritten werden würde, und die Leute schon längst auf der Strasse wären.

J.E. argumentiert, dass die Deutschen auch nicht wegen dem Euro auf die Strasse gehen.

K.J. meint dass hier "Amtsschimmel" geritten werden,
nachdem J.E. noch einen Fragebogen der Lehrergewerkschaft in Baden Württemberg anführt,
die einen Fragebogen entworfen haben, indem sexuelle Präferenzen abgefragt werden.


FYG Schlussbemerkung für diesen Teilabschnitt des Interviews:

Die Konstruktion von J.E., dass Familien zerschlagen würden, um einer höheren Motivation von Eliten einen ökonomischen Vorteil zu verschaffen ist unlogisch >
Da es nicht automatisch so ist, dass mehr Kaufkraft entsteht,
wenn 2 Singlehaushalte entstehen, die zwar 2 Wohnungen, 2 Autos, und 2 mal in Urlaub fahren wollen,
gegenüber einem Haushalt mit einem Paar (und evt. Kindern).
Vielmehr ist es so, dass das gesparte Geld des Paar-Haushaltes in den Konsum fließt,
und dass ein Single-Haushalt, z.B. eine alleinerziehende Mutter (geschätzt ca. 2 Mio alleinerziehende Mütter in Deutschland),
am durchschnittlichen Konsum nicht mehr beteiligt sind, da sie nur noch das nötigste erwirtschaften können.
FYG kann keinen Unterschied im Konsum sehen, zwischen einem Paar, dem es finanziell gut geht, und dementsprechend den Überschuss verkonsumiert, und 2 Single-Haushalten, die finanziell prekär einzustufen sind.
Wenn man diese beiden vergleicht, kommt als Differenz eine 0 raus.
Es entsteht nicht mehr Kaufkraft, wenn man die Kaufkraft "atomisiert", indem man Single-Haushalte schafft, wie Jürgen Elsässer es sagt.
Das würde einer Geldvermehrung gleichkommen, ohne Gegenleistung. Ein Perpetuum Mobile.

Die angesprochene Sexualisierung und Bildungsplanpolitik ist nach Sicht von FYG übertrieben dargestellt,
dieser Bildungsplan ist nicht schädlich per se wie dargestellt, sondern es muss eine Novelle stattfinden,
sodass Homosexualität, Transsexualität, Intersexualität enttabuisiert werden.
Mit welcher Art und Weise dies gemacht wird, ist das Thema, aber doch nicht, ob dies schädlich ist,
oder nicht. Es wird gebraucht, das ist unstrittig.
Es kann nicht sein, das eine Gesellschaft soziale Themen einfach in der Schule ausblendet,
weil einige Eltern unbegründete Ängste formulieren.
Die Diskussion muss geführt werden, es ist völlig indiskutabel, sich hinzustellen, und sich komplett dagegenzustellen, und zu sagen, das ist schädlich. Punkt.
Dann wäre der Sexualkundeunterricht in den 70igern auch schädlich gewesen, gegen den sich viele ausgesprochen haben.

Man kann nicht über ein Thema aufklären, wenn man es nicht anspricht. Die Ausgrenzung kann nicht verhindert werden,
wenn Jugendliche etwas machen, was nicht sozial in der Schule behandelt und integriert ist.
Wenn sie reflektieren, dass sie etwas machen, was nicht zum gängigen Unterricht gehört, müssen sie davon ableiten,
dass sie etwas tun, was nicht von anderen gewollt, gesehen oder als normal empfunden wird.

Das ist der Punkt, und es tut niemanden weh, wenn hier ein Miteinander stattfindet,
und Sexualität in seiner Vielfalt als etwas normales begriffen wird.

Oder wollen wir demnächst Doggy-Style bei Heteros als pervers einstufen,
weil im Sexualkunde-Unterricht die Missionarstellung an der Tafel erklärt wurde ?

Wo wollen wir die Grenze ziehen, was die Kinder angeblich nicht schadet ?
Das einzige was schadet ist Tabuisierung, von Dingen, die menschlich und normal sind.

Die Kinder sitzen vor den 17 Uhr Nachrichten und sehen einen Bericht eines Bombenanschlags oder Krieg,
wie Leichen in Blutlachen liegen - ist das normal ? Ist das schädlich ?

Wir sollten aufhören, dass Sex zu den Dingen gehören soll, die schädlich sind.

Junge Menschen, die in der Schule lernen, dass es keine "Norm" gibt in dieser Frage,
und auch nicht geben darf, werden zu Menschen, die ein Regulativ in der Gesellschaft darstellen,
und werden Teil der Menschen, die Diskriminierungen vermeiden helfen.

"Schwul" ist bereits wieder cool und ein Schimpfwort. Wenn wir diesen Roll-Back, diesen Trend nicht auifhalten,
verspielen wird die Aufklärungsarbeit der letzten 20ig-30ig Jahre.

Und wenn ängstliche Eltern diesen Diskurs gewinnen,
müssen Sie sich noch mehr Sorgen machen.

Sollte ihr Sohn oder Tochter feststellen, dass sie homosexuell sind,
haben sie ein Problem, ihr Coming Out in einer Tabu-Gesellschaft zu meistern.

Wer es nicht schafft, ist suizidgefährdet. Diese Suizidgefährdung ist ein sozial unnötiges Konstrukt,
ein gesellschaftliches Artefakt dieser Ängstlichkeit, die sich dann auf das Coming-Out des Kindes überträgt.

Jede ängstliche Mutter, sollte in Kontakt mit Homosexuellen kommen, und diese Menschen treffen,
ihre Ängste abbauen, es ist oft nicht die Angst vor Homosexualität, sondern vor Ausgrenzung aus der Gesellschaft,
das ist paradox, aber leider oft auch ein Grund, und sie sollte sich vorstellen, dass ihr Kind selbst homosexuell oder transsexuell sein könnte, sobald sie diesen Gedankensprung macht, stellt sie fest,
dass sie jetzt eine Umgebung braucht, die das Thema nicht als etwas negatives assimiliert.

Erst dann kann sie die Vorteile einer Integration dieser Themen in der Schule ermessen.
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Ken Jebsen-Interview mit Jürgen Elsässer Teil 5

Beitrag von Freeyourgender » 28 Jan 2015, 03:38

Min 50:16

Ken Jebsen fragt Jürgen Elsässer, was er unter dem Begriff
Gendermainstreaming
versteht.

K.J. Min 50:10 :
"Was ist das Gender Mainstreaming ?"

http://de.wikipedia.org/wiki/Gender-Mainstreaming

J.E.:
"Der Clou ist ja, dass man das erklären muss,
obwohl es mittlerweile, über die EU-Schiene, in Regierungshandeln, in alle Mitgliedsstaaten durchgesetzt worden ist.
Also wir haben es mit einem Begriff zu tun, den kein Normalbürger versteht,
der aber die Politik leitet.
Gender Mainstream, das Wort Gender, ist im englischen parallel gesetzt zu dem Wort Sex,
Sex bedeutet im englischen ursprünglich das biologische Geschlecht,
Gender bedeutet ursprünglich das grammatikalische Geschlecht,
so wie bei uns der, die das.
Und durch eine postfeministische Theorie einer Judith Butler,
http://de.wikipedia.org/wiki/Judith_Butler
wurde dieser grammatikalische Geschlechtsbegriff,
soziologisch umgedeutet, und es wurde dann gesagt, was die Geschlechter teilt,
ist nicht der Sex, also nicht die biologische Grundausrüstung sozusagen,
sondern die gesellschaftliche Konstruktion.
Jeder kann alles sein, sowie auch etwa Simone de Beauvoir
http://de.wikipedia.org/wiki/Simone_de_Beauvoir
sagt, als Frau wird man nicht geboren, zur Frau wird man gemacht.


K.J.:
"Das meint sie doch intellektuell, da bin ich mir sicher !"

J.E.:
Da müssen wird dann in die Textexegese einsteigen.
reden wir nicht über Simone de Beauvoir,
reden wir über Judith Butler,
die sagt jedenfalls es gibt keine biologischen Geschlechter,
sondern wir haben hier alllein die sozialen Konstruktionen,
und jedem wird seine Rolle zugewiesen,
und jeder kann auch die zugewiesene Rolle abstreifen,
und was neues machen.


K.J.:
"Was konstruieren sie jetzt daraus ?"

J.E.:
"Ich konstriere da nix draus, sondern aus dieser
irren Theorie,
die ja gegen die Biologie ist,
weil jeder hat beim Blick in die Unterhose,
ziemlich schnell klar, dass es zwei Geschlechter gibt,
und diese zwei Geschlechter haben natürlich vielerlei sexuelle Artikulationsformen,
aber es sind trotzdem zwei Geschlechter.
Diese irre Theorie wird eben umgesetzt in Erziehungshandeln,
dass den Kindern, den Studenten beigebracht wird,
ihr könnt flexibel sein, und ihr könnt euch aussuchen was ihr werden wollt.


K.J.:
"Ich seh nicht so, dass die Frau das jemals so gesagt hat.,
Natürlich ist es so, wenn man den Blick in die Unterhose,
um sie zu zitieren, da gibts nur zwei Geschlechter,
aber das ist optisch so, dass es nur Mann und Frau gibt,
es gibt ja auch viele Zwischenformen,
es gibt ja auch Frauen die in Männerkörpern geboren wurden,
und umgedreht,
und dass worüber Sie sprechen soll doch eigentlich nur sagen,
hört mal zu, es gibt unterschiedliche, es gibt eben nicht nur Frau und Mann,
und dass musst Du einfach akzeptieren, dass ist normal,
es ist also nicht unnormal, wenn Du spürst,
wenn Du nicht Frau oder Mann klassisch bist,
dass ist doch das was vermittelt werden soll,
dass ist doch keine Empfehlung.
Such Dir was aus, aber mach ja nichts klassisches,
dass hatten wir schon so oft.

J.E.:
"Also diese Politik der Rocky-Horror-Picture-Show,
dass man sich unter diesen ganzen Spielarten,
immer wieder alles ausprobieren kann,
warum denn nicht.
Darum geht es doch nicht.
Sondern es geht darum,
ob diese Formen propagiert werden,
wir haben jetzt einen Vorstoss..."


K.J.:
"Sie haben Probleme damit, dass heute so offen darüber gesprochen wurde,
weil gesprochen wurde immer drüber"

J.E.:
"Wir haben jetzt einen Vorstoss auf Verfassungsebene,
in der Landesverfassung Saarland ist es schon drin,
es gibt jetzt einen Vorstoss von Prominenten und Teil des Bundestages,
das auch in das Grundgesetz reinzunehmen..."


K.J.:
"Was denn ?"

J.E.:
"Wir haben da den Gleichheitsparagraph,
da heißt es etwa, niemand darf diskriminiert werden wegen seiner Religion, Herkunft usw usw,
und wegen seines Geschlechts, stand bisher drin,
und das wollen die unbedingt ergänzen,
durch sexuelle Identität.
Ja ?
Das heisst.."


K.J.:
"Das ist Stand der Wissenschaft !"

J.E.:
"Nein, aber damit..."

K.J.:
"Doch!"

J.E.:
"Damit wird eine sexuelle Spielerei,
wird zu einer Frage der Identität..."


K.J.:
"Das ist doch keine Spielerei.
In der Sexualwissenschaft hat man eben festgestellt,
und das versucht man eben sprachlich umzusetzen,
dass es eben mehr gibt als nur Mann und Frau. "

J.E.:
"Ja ok, aber was gibts eigentlich alles mehr.., "

K.J.:
"Ich bin kein Sexualwissenschaftler, aber es gibt mehr als Drei !, Vier !"

J.E.:
"Das sind wir dann jetzt bei diesen 58 Geschlechtern von Facebook..."

K.J.:
"Das interessiert mich nicht was Facebook macht,
was Facebook da macht ist doch nicht mein Problem"

J.E.:
"Ja aber wenn es nicht definiert ist,
Mann und Frau ist definiert durch den Blick in die Unterhose,
und wenn es nicht definiert ist,
dann ist Polen offen.
Warum gehört denn die Pädosexualität denn nicht dazu ?
Warum ?
Das ist auch eine Spielart."


K.J:
"Ich weiß nicht ob das eine "Spielart" ist,
dass ist eine Veranlagung, die als Fehlveranlagung gesehen wird,
wenn sie ausgelebt wird"

FYG:
Ken führt dann aus, dass Pädophilie einen Krankheitswert hat,
dass man dies therapieren muss, bzw. derjenige, der pädophil ist,
dies lernen muss zu kontrollieren.
Er darf zwar daran denken, aber es nicht ausleben.

Ken wechselt an dieser Stelle das Thema auf ein anderes Schlagwort,
"Der Verlust der Kindheit"

FYG hätte hier an dieser Stelle sehr gerne den Ausführungen weiter gefolgt,
denn jetzt hätte sich der Denkfehler noch mehr sichtbar gemacht,
aber das was gesagt wurde reicht aber schon aus,
um die Fehlinterpretierung von Jürgen Elsässer zu besprechen.

Im nächsten Posting dieses Threads wird FYG auf die Denkweise von Jürgen Elsässer eingehen,
und sie in die Denkweise von FYG rücken.
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K. Jebsen-Interview m. J. Elsässer Teil 5 -FYG Stellungnahme

Beitrag von Freeyourgender » 28 Jan 2015, 18:40

Der Teil 5, enthält das Gespräch,
indem sich Jürgen Elsässer sich mit Ken Jebsen über Gender Mainstreaming unterhält.

Dieser Teil enthält für FYG keine überraschenden Fehler die hier im Verständnis des Themas sichtbar werden,
es sind vielmehr die Fehler, die immer dann gemacht werden,
wenn man das Thema nur kurz von außen betrachtet, und dann mit seiner genitalen Verständniswelt abgleicht,
dann kommen genau diese Sätze zutage, die im Interview gefallen sind.

Vorab spekuliert FYG darüber,
wie Jürgen Elsässer dieses Thema in seiner Zeitschrift "Feindbild Familie" auszuschlachten versucht.
Er zielt auf die Aussage und das Feindbild ab,
dass es nach seiner Meinung nur zwei Geschlechter gibt,
und dass ein Definitionsverlust hier ein Chaos verursachen würde.
"Dann ist Polen offen", wie er formuliert.

Also das Hauptaugenmerk seiner Haltung ist,
aus der Auflösung der dualen Geschlechternorm ein Feindbild zu konstruieren,
oder ein Nachteil wie auch immer.
Leider ist das Interview nicht mehr an den Punkt gelangt,
in der Jürgen Elsässer die Folgen dieser "Auflösung der dualen Geschlechternorm" benennen konnte.

Vielleicht finden wir noch Material, eines anderen Autors dieser Sonderausgabe,
da alle sehr aktiv im Internet wirken, um das Szenario der Schäden,
die diese Auflösung des dualen Geschlechtermodells zur Folge haben könnte,
bzw. welche Folgen denn konkret befürchtet und dann geäußert werden.

So bleibt diese Frage offen,
und die 5 Minuten des Interviews leider auch für Jürgen Elsässer,
für sein Ziel, dass er mit dem Interview verfolgt hat - wirkungslos.
Keiner wird von einem Feindbild erschreckt,
wenn keine Art Apocalypse damit in Szene gesetzt wird.


Bleibt FYG noch die Definitionsfehler darzulegen,
denn der 5 Minuten-Teil des Interviews enthielt mehr oder weniger nur einen Defintionsteil.
Es wurden Begriffe verhandelt, und eroiert, was jeder darunter versteht.

Leider wurde der Begriff "Geschlecht" nicht verhandelt,
und so kam es wie es kommen musste,
während Jürgen Elsässer noch von Judith Butler redet,
und das berühmte Zitat von Simone de Beauvoir zitierte,
schwenkt er um auf den Blick in die Unterhose,
und meint damit dann natürlich Genitalien,
die er biologische Geschlechtern zuordnet.

Bei Butler und Beauvoir ging es aber nicht um biologische, sondern um soziale Geschlechter.
Soziale Konstrukte, hier sichtbar gemacht in einer französischen Filmproduktion:
http://www.freeyourgender.de/forum/view ... t=499#p800
und dann Begriffe, wie Dame, Fräulein, Frau, die diesen Konstrukten folgen,
also soziale Geschlechter-Begriffe, und die damit verbundenen Pflichten, Erwartungen und Diskriminierungen, die diese Begriffs-Geschlechter-Konstrukte beinhalten.

Gut dargestellt in der Szene von Arthur Schnitzlers Reigen,
was aber nicht von Schnitzler hier beabsichtigt war:
http://www.freeyourgender.de/forum/view ... f=223#p782

Die Vermischung von biologischen Geschlechtern und sozialen Geschlechtern,
über den homonymen Begriff Geschlecht
http://www.freeyourgender.de/forum/view ... ?f=34#p108
lassen nicht nur die Diskussion hier im Ansatz bereits scheitern,
sondern führen zum grundsätzlichen Mißverständnis von Jürgen Elsässer,
das umzusetzen, was er sich zu dem Thema angelesen hat.
Er übersetzt die von ihm erwähnten Autorinnen und deren erläuterte Sachverhalte
falsch in seine genitale Verständniswelt und versteht dadurch miß.

Das wird z.B. deutlich als Jürgen Elsässer Beauvoir`s Denkweise zu erklären versucht mit:
"die sagt jedenfalls es gibt keine biologischen Geschlechter,"

Das ist natürlich falsch.
Beauvoir schrieb, wenn sie von "femme" schrieb, nicht von einer biologischen Frau,
sondern vom sozialen Konstrukt "Frau", wie im Ausschnitt von Schnitzlers Reigen dargestellt.

Das ist z.B. auch der Grund, warum viele Lesben sich nicht als "Frau" labeln lassen wollen,
weil sie damit vermeiden wollen, alle Dinge zu vererben, die dieser Begriff aktuell beinhaltet,
also viele Nachteile nach ihrer Ansicht.
Das führt dann zu Diskursen wie hier von Antje Schruppe vorgetragen,
die sich fragte, warum es zur Begriffstriade "Frauen, Lesben, Trans" kommt.
http://www.freeyourgender.de/forum/view ... t=441#p726

Es ist klar, dass viele Aussenstehende, die Jürgen Elsässser als "Normalsterbliche" bezeichnet,
hier diesen Diskurs als "Genderwahnsinn" bezeichnen müssen,
da sie zum einen diese Dinge nicht selbst mit ihrer Person in Verbindung bringen,
da sie diese Probleme nicht verbalisieren, und in ihrer Normwelt leben,
und alles was sich davon abweichend zeigt, verdrängen, bewusst oder unbewusst.

Dadurch fehlt das Verständnis, dass sie hätten, wenn sie hier über ihre eigenen Probleme,
innerhalb des Diskurses gelangt wären, dadurch bereits an dieser Materie gearbeitet hätten.

Zum anderen fehlt das Vokabular, diese Sachverhalte in einem fachlichen Diskurs dann zu kommunizieren, z.B. dann die Sprache von Butler und Beauvoir zu verstehen.
Die vorraussetzt, wenn homonyme Begriffe wie "femme" verwendet werden,
wie diese gemeint sind.
Wie Jürgen Elsässer schon richtig anmerkt, er müsste in die Textexegese gehen,
aber nicht im Sinne von Bibelauslegungen, sondern im Sinne von verstehen,
dass Simone de Beauvoir, aus dem und dem Grund, nur das und das gemeint haben kann.
Dazu muss man genau den Diskurs kennen, den Beauvoir mit ihrem Buch:
"Das andere Geschlecht" geführt hat.
Das Buch arbeitete auf, und war eine Reaktion auf die Frauenbewegung in Frankreich einige Jahre zuvor, warum Frauen trotz mehr Rechte, nicht zu einer Gleichstellung mit Männern finden,
das Buch wurde 1949 veröffentlicht, und war eine direkte Reaktion, auf die Feststellung,
warum die Erteilung von Frauenrechten, nicht automatisch zu einer besseren Situation der Frau in der Gesellschaft führen, weil, so stellte sie fest, nicht nur das Recht physisch an das "biologische" Geschlecht verankert werden muss, wie in Gesetzestexten, sondern auch an dem Begriff "Frau" in der Gesellschaft, innerhalb ihrer Rolle, und den Erwartungen die an ihr gestellt werden.


Wenn FYG im Interview Jürgen Elsässer die Begriffe Differenzfeminismus und Queerfeminismus genannt hätte, hätte er dazu evt. nicht viel sagen können.
Das Gesamtthema Geschlecht, von der biologischen wie auch von der sozialen Seite,
und dessen Verquickung, absichtlich wie unabsichtlich, ist hochkomplex,
zum einen weil es nicht nur von sich aus komplex ist,
sondern weil wir die Sprache nicht zur Verfügung haben, die den Diskurs erklärt.

FYG muss daher hier eine eigene Sprache entwicklen,
um einem Leser die Standpunkte und Denkweisen darlegen zu können.
http://www.freeyourgender.de/forum/viewforum.php?f=22

Die Sprache steht auch desshalb nicht zur Verfügung,
weil ganze Themenbereiche tabuisiert werden. Wie z.B. die Intersexualität, die natürlich im Interview nicht angesprochen wurde.
Das ist aber das normale Los für den IS-Diskurs, der findet extrem selten statt,
und wird in Talk-Shows mit einem Satz abgehandelt, wenn es um LGBT geht.
Wie hier in einer Talkshow um den Bildungsplan in Baden Württemberg,
ein einziger Satz, für ein extrem komplexes Thema, und das ist System.
Kein Gast, keine IS-Debatten
http://www.freeyourgender.de/forum/view ... =331&t=240
IS-Themen, wenn sie überhaupt länger abgehandelt werden, werden meist isoliert betrachtet,
außerhalb von Trans-Diskursen, wie auch außeralb von Diskursen über sexuelle Präferenzen.

Denn dann wäre Jürgen Elsässer mit seinem Blick in die Unterhose bereits ins Straucheln gekommen.
Er sagt: Es gibt zwei Geschlechter, und meint aber in der FYG Sprache:
Es gäbe nur zwei Genitalien.
Der erste Denkanstoss für Jürgen Elsässer ist, falls er diese Zeilen irgendwann zu lesen bekommt,
zu verstehen, dass Genitalien keine Geschlechter definieren.

Auf diese Erkenntnis kommt er dann, wenn er das IS-Thema mit in seine Betrachtungen miteinbezieht.

Was auch klassisch wieder passiert ist, ist die Geschlechtsidentität und sexuelle Präferenzen zu vermischen.
Ob ich mich als Mann oder als Frau empfinde, weil ich ein weibliches Gehirngeschlecht habe,
ist ein anderes Thema - ich darf Geschlechtsidentitätsbegriffe nicht mit homo, bi, hetero verbinden.

Dies darf man aber Jürgen Elsässer nicht nachtragen,
er ist von seinem Verständnis dem gefolgt, was die Genderisierung erreichen wollte:
Das Wegsprechen und die verbale Unsichtbarmachung von souveränen, bereits wissenschaftlich nachgewiesenen Gehirngeschlechtern:
Heisst: Du bist Frau, nicht weil Du eine Vagina hast, sondern weil Dein Gehirn weiblich pränatal geprägt wurde.
Dieses Ausblenden wird durch die Genderisierung bewerktstelligt.
Desshalb wird bald niemand mehr von Frau in Männerkörpern sprechen,
sondern nur noch von Männern die gerne "Frauen sein wollen",
wie Jürgen Elsässer schon richtig bemerkt:
Jeder wie er lustig ist, wie in der Rocky-Horror-Picture-Show.
Das ist natürlich völliger Nonsens, denn wir haben nicht diese hohen Suizidraten von 50-80%,
weil jemand seine "Rolle" nicht spielen kann, weil der Regisseur (die Gesellschaft) ihn nicht lässt.
Diese Menschen springen auch wegen der eigenen Nichtakzeptanz ihres Körpers von der Brücke.
Diese Sachverhalte werden aber von der Genderisierung nicht mehr kommuniziert und transportiert,
wer von der Brücke springt, ist selber Schuld, der war eben "depressiv" oder hatte "Probleme".

FYG ist daher gegen die Genderisierung, die mit Begriffen wie "sexuelle Identität",
die sexuelle Präferenz-Diskurse mit Identitäten vermischt,
und souveräne biologische Geschlechter, unabhängig des Genitals,
aufgrund des Gehirngeschlechts unsichtbar macht.

Dieser Trend ist im Moment schwer aufzuhalten, da im ICD 11 bereits mit
"Gender Incongruence", das gesamte TS-Thema in Alltags-Travestie umgedeutet wird.
Der ICD 11 löst den ICD 10 im Jahr 2007 ab.

Und hier ist, so paradox es nun klingt,
Jürgen Elsässer rein zufällig mit seiner Meinung ein Mitstreiter von FYG geworden,
indem er die Genderisierung anprangert,
denn es ist auch für FYG ein "Wahnsinn", das Thema so zu verkaufen,
als ob es eine Option wäre, heute das und morgen dass zu sein.

Nur trifft sich FYG und Jürgen Elsässer aus zwei verschiedenen Richtungen
auf dieser Waldlichtung, aus zwei verschiedenen Motivationen.

Jürgen Elsässer kämpft mit seiner Argumentation gegen Gleichmacherei und
gegen die Auflösung (s)einer genitalen Verständniswelt, in der das Genital
geschlechtsbestimmend bleiben soll,
also gegen die Verwerfung der Formel, Penis=Mann, Vagina=Frau
(Anm. die Formel wird aber bereits durch Hermaphroditen verworfen)

Und FYG kämpft gegen die Genderisierung aus einem anderen Grund,
weil die Genderisierung die Geschlechtsidentitäten aufgrund Gehirngeschlechter unsichtbar macht.
Durch das Verstehen von Gehirngeschlechtern, erklärt sich die Tatsache,
warum Menschen das Bestreben haben, ihr soziales Geschlecht,
dass ihnen von Kind auf zugewiesen wurde, aufgrund ihres Genitales,
also das Hebammengeschlecht, sozial zu verlassen oder davon abzuweichen,
weil ihnen ihr Gehirngeschlecht sagt, dass die zugewiesene Rolle Mann, Frau nicht passt.

Gehirngeschlechter sind nicht binär, sondern stufenlos, kennen also dann auch "Zwischen",
was sich in der Genderqueer-Bewegung ausdrückt, die von Trans dahingehend abweicht,
das diese weder Mann noch Frau als Ideal- und Zielgeschlecht akzeptieren,
sondern diese beiden Kategorien komplett verwerfen.

FYG ist sich sicher, dass einige die sich durch diesen Artikel gelesen haben,
und schon etwas Grundwissen mitbringen,
sich amüsiert haben, über die Tatsache,
dass Jürgen Elsässer, wenn er gegen Genderisierung kämpft, ein FYG Ziel verfolgt.

Nur würden Jürgen Elsässer und FYG dann, nach einem theoretischen Sieg über den "Feind",
auch wieder zu Meinungsfeinden werden, da sie aus verschiedenen Gründen gegen den Feind gekämpft hatten.

Dann würden beide sich innerhalb dem klassischen
Gehirngeschlechter-Genitalgeschlechter-Diskurs gegenüberstehen.
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Ken Jebsen-Interview mit Jürgen Elsässer Teil 6

Beitrag von Freeyourgender » 28 Jan 2015, 20:36

Die letzten 10 Minuten des Interviews gehören dem Schlagwort des Compact-Magazins "Feindbild Familie"

"Verlust der Kindheit"

Ken Jebsen fragt, um was es bei dieser Headline geht,
Jürgen Elsässer legt dar, das durch den Zugang zur Ponoindustrie über das Internet,
es möglich wird, das sehr junge Menschen hier mit Pornoinhalten in Verbindung kommen,
was früher so nicht möglich w ar.

Er beklagt den Effekt, das die sexuellen Übergriffe ansteigen,
nicht nur Erwachsene auf Kinder, sondern auch innherhalb der Kinder,
bzw. zwischen Heranwachsenden.

Er führt aus, das Eltern nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen,
und sagt bei Min 56:30

Jürgen Elsässer:
"und da es überhaupt keine Regulierungsversuche gibt, staatlicherseits"
ist das ein typisches Beispiel, wie sozusagen,
ein scheinbar, spontaner, technologisch, ökonomischer Prozess,
unsere Strukturen durcheinanderwirbelt."



Ken Jebsen wiederspricht hier vehement, und glaubt dies nicht,
ok - er weiss es nicht, er glaubt etwas nicht, aber er liegt richtig:


Anm. FYG:

Hier liegt Jürgen Elsässer gänzlich falsch, was das Thema "Regulierungsversuche staatlicherseits" angeht.
Vielmehr wurde vor 10 Jahren, angefangen vor 15 Jahren, der deutsche Erotik-Biz kaputtreguliert,
was den Ertrag für den Staat aus Steuergeldern aus der Erotik-Branche angeht.
Er kann sich hier wenn er möchte die Mühe machen, und eine Erotik-Webseite suchen,
die ohne Verifizierung des Konsumenten FSK18 Inhalte zur Verfügung stellt,
und noch ein deutsches Impressum hat.

Die KJM (staatlich)
http://bit.ly/1yyKwAx
und auch andere Jugenschutz-Institutionen, wie das jugendschutz.net
http://de.wikipedia.org/wiki/Jugendschutz.net
wurden ca. vor 10-12 Jahren etabliert,
und dies hat in der deutschen Pornoindustie zu einer Art Fahnenflucht aus Deutschland geführt.

D.h. durch diese "Regulierungsversuche staatlicherseits" hat der Staat auf immense Steuereinnahmen verzichtet.
Das Gesamte Who-is-Who der deutschen Pornoindustrie, mit wenigen Ausnahmen, agiert heute mit Firmensitzen im Ausland.
Diese Veränderungen stellten insofern kein großes Problem dar, da es sich um Webseiten und um Portale handelt,
und nicht um Fabrikgebäude.

Der Staat machte den Betreibern von Erotik-Webseiten, sogenannten Adult-Content-Seiten,
Auflagen, dass Konsumenten Jugendschutz-Tore und Verifizierungs-Prozedere durchlaufen mussten,
um festzustellen, ob der Nutzer volljährig ist.
Diese Auflagen galten und gelten für deutsche Webseiten, also Webseiten mit Unternehmen aus Deutschland.

Dadurch wurden diese Seiten gegenüber anderen Seiten, z.B. aus USA .com-Seiten konkurrenzunfähig,
da Konsumenten schnell (Post-Ident-Verfahren ist z.B. ungeeignet) und anonym die Inhalte nutzen wollen.

Dazu kam, dass Erotik-Webmaster, aus Deutschland, die ausländischen Seiten ohne Jugendschutztor
nicht mehr bewerben konnten, um Provision zu verdienen, und ebenfalls gezwungen waren,
nur um FSK18-Seiten zu bewerben, ins Ausland auszuwandern.

Man kann deutlich sagen, das es Versuche gegeben hat, und die sehr teuer bezahlt wurden,
mit dem Verlust immenser Steuereinnahmen aus dem Erotik-Biz.

Das die Versuche nicht funktionieren können, wie Ken Jebsen auch anführt,
war von vorneherein allen klar.

Diese Aktionen waren Placebos der Politik, um zu sagen, wir machen das möglichste.

Natürlich kann man in Deutschland aus dem Internet kein "Deutsch-Net" machen,
ohne wie in China die Webseiten schon direkt beim Provider (z.B. T-Online) abzuklemmen und zu zensieren.

Dieses Politikum zeigt also, dass das Argument von Jürgen Elsässer hier fehl läuft,
denn wenn es hier böse Mächte geben sollte die die frühe Sexualisierung der Kinder befürworten wollten,
würden diese sicher nicht auf Millionen Euro an Steuergeldern verzichten,
nur um so zu tun, als ob sie die Kinder schützen wollten.

Wie auch schon am Anfang dieses Threads festgestellt,
berührt Jürgen Elsässer mehrere Themenbereiche,
die er sachlich aus Unwissenheit nicht besetzen sollte,
und baut auf seiner Unwissenheit Argumente auf.

Dies ist nun der 3. markante Punkt, plus einige Detail-Fehler in diesem Interview,
zusammen ergibt das ein Bild, dass jedem Zuhörer, der dies feststellt,
zur Annahme bringen muss, das Jürgen Elsässer hier völlig andere Ziele verfolgt,
und dass es nicht primär um die Themen gehen kann, die er besetzt.

Und ja, FYG darf auch Verschwörungstheorien haben dürfen.

Zumindest für diese Themen ist das offensichtlich, die er nur im Vorbeigehen mitnimmt,
um sich daraus Argumente abzuleiten.

Um es salopp auszudrücken und dass es für jeden verständlich wird:
Wenn Du ein Hobby hast, z.B. Modellfliegen, dass Du intensiv betreibst,
und Du fliegst seit 10 Jahren intensiv in einem Verein, bist voll im Thema drin,
und Du hörst jemanden zu, der vorgibt, Ahnung von dem Thema zu haben,
hörst Du nach dem 2. Satz ob er lügt oder nicht.

Ob er vorgibt dass er Ahnung hat, oder nicht.

Das ist nichts neues,
und das fällt nur dann nicht auf,
wenn dieser Mensch, vor einem Publikum redet,
die alle noch nie ein Modell geflogen haben.

Wenn Jürgen Elsässser aber im Internet wirkt,
kann er nicht davon ausgehen,
dass er nur auf Menschen trifft,
die nicht wissen, wovon er da redet.

Evt. ist anzunehmen, dass er tatsächlich meint, zu wissen wovon er redet, was die Hoffnung weckt,
dass er interessiert ist, dazuzulernen, und vielleicht hilft ihm dieser Thread, dass er Themen besser recherchieren muss,
vor allem wenn sie hochkomplex sind, und sie nicht im Vorbeigehen, mal eben anlesen kann.

Das genügt einfach nicht, damit schadet er sich nur selbst, so interessant seine Verschwörungstheorien sein mögen,
denn FYG hat generell nichts gegen Verschwörungstheorien, sie sind legitim,
aber sie müssen plausibel und gut recherchiert sein.

z.B. diese Seite von "Freeman",
http://alles-schallundrauch.blogspot.de
man kann diesen Herrn verteufeln, oder gut finden,
manchmal schießt er auch emotional über das Ziel hinaus,
sie sind verdammt gut recherchiert, stichhaltig und kompakt,
plausibel und schlüssig.

Hier könnte Jürgen Elsässer noch etwas lernen,
zumindest was die Disziplin angeht, wie argumentiere ich sachlich in Themenbereiche hinein,
die ich nicht kenne,
lasse ich sie lieber aus ? oder werde ich zum Spezialisten für das Thema,
um wirklich ein Teil des Themas zu werden, eine Informant für das Thema selbst.
Nur dann kann ich auch diejenigen überzeugen, die das Thema genau kennen,
denn tue ich das nicht, werden mir genau diese Leute die anderen übezeugen,
dass ich falsch liege, die anderen, die mir vorher glauben mussten,
da ich sie es nicht beurteilen konnten.

Oder man sagt nichts, auf das man später festgenagelt werden könnte.
Es gibt Politiker, die können das in Perfektion. Namen werden jetzt keine genannt :- )
Nur wird dann Politik zur Religion, vielleicht ist das für manche Wähler auch wichtiger als Fakten.


Ja und dann passiert auch der klassische Effekt,
man stochert im Nebel herum,
und versucht etwas plausbiel zu machen,
und findet dann wirklich sehr fragwürdige Antworten,
die das ganze dann noch mehr unglaubwürdig machen, wie es eh schon ist.

Ken Jebsen fragt gezielt,
das er keine Antwort hat,
auf die Frage, wie denn den Kinder vor Pornographie im Internet geschützt werden kann.

Diese Frage, über die sich die KJM, Jugenschutz.net und Co,
auch Erotik-Webmaster, seit 15 Jahren den Kopf zerbrechen,
diese Frage meint Jürgen Elsässer nun beantworten zu können,
der vorher Lara Croft als Erotik-Webseite genannt hat ?

Volker Piespers würde hier nun ein schönes Kabarett-Stück draus machen.

Nein Jürgen Elsässer, nein - dafür gibt es kein Antwort wie
bei Minute 58:10
die
"russische Jugendschutzgesetzgebung"

bitte ?

Es gibt nur eine einzige Antwort auf diese Frage,
die ernsthaft gegeben werden kann:

Die Eltern müssen die Endgeräte sichern,
Computer, Fernseher mit Internet-Anschluss, Iphones, egal,
diese Geräte selbst müssen im Zugriff verwehrt sein,
wie es der Video2000 Rekorder in den 80iger Jahren war,
als Video erstmals in den Wohnzimmern der Haushalte vefügbar wurde.
Das ist die einzige Lösung, eine andere gibt es nicht.

Ken Jebsen hakt hier nach:
"Deswegen kommen die Kinder in Rußland trotzdem an die Inhalte"

J.E.:
"Nein, nein, man hat es genau untersucht,
bei uns wird ja so getan als ob Rußland ein homophobes Gesetz verabschiedet hat"


FYG:
Dass Russland diese LGBT-feindlichen Gesetze nach diesem Interview (Frühjahr 2014)
noch massiv verschärft wurden, konnte Jürgen Elsässer zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen,
diese Verschärfungen wurden weltweit aus den LGBT-Communities aufs Schärfste kritisiert.

J.E.:
"Aber in dem Compact Spezial wurde das sehr genau aufgedröselt,
wir hatten in Russland 2010 ein Jugendschutzgesetz,
dass die Verbreitung von pornographischen Inhalten mit Zugriff auf Minderjährige
unter starke Strafen gestellt hat, dadurch ist diese Pornographisierung der Jugend,
auch im Internet von russischer Seite zurückgegangen.
Aber das Gesetz hatte ein Schlupfloch, nämlich was nicht normative sexuelle Darstellungen anging,
und das ist dann von der Pornoindustrie in Russland genutzt worden,
und dieses Schlupfloch ist geschlossen worden, im Juni 2013, indem man auch diese nicht
konventionellen sexuellen Propagandaformen (Versprecher!), er meinte Pornographieformen,
in das Gesetz mit reingenommen hat, dadurch ist es verboten worden und so ist das Angebot eingeschränkt worden,
natürlich kann man es nicht auf Null bringen, das geht technologisch nicht (Anm. ???),
aber der Staat muss seine Schutzfunktion wahrnehmen,
dass hat Russland gemacht, das machen auch andere Staaten,
ich bin nicht von vorneherein dagegen, dass Erdogan sagt,
wir müssen auch solche Jugendschutzgesetze für unsere Leute haben,
und bestimmte Seiten blocken, warum denn nicht, was spricht denn dagegen,
warum soll der Staat das nicht machen ?"


FYG:
Dieser Vortrag, und es spielt keine Rolle ob die Story mit dem Schlupfloch so korrekt ist oder nicht,
soll eines dartellen:
Das Rußland nicht homophob ist und das es legitim ist, dass Internt zu beim Provider zu zensieren,
denn nichts anderes ist mit dem Wort "blocken", das Jürgen Elsässer verwendet hat gemeint.
Seiten beim Provider dichtmachen.
Das bedeutet, staatliche Internet-Zensur wie in China.

K.J. fügt an, dass er nicht glaubt, dass das Internet sicher gemacht werden kann

Leider wird das Thema jetzt etas wässerig, und läuft dann thematisch ins Aus.

J.E. wechselt dann das Thema wieder zurück auf seine Familien-Atomisierungs-Theorie,
also das Familien zerschlagen werden sollen,damit eine höhere Macht einen ökonomischen Vorteil durch mehr Kunden erhält.

K.J. hatte ja angeführt, das die Zerschlagung der Famile keiner höheren Macht geschuldet ist,
sondern eine Folge der Ökonomie ist, der Industrialisierung und des Konsums.

J.E. führt un an, dass er hier gar nicht so weit entfernt ist und greift die These von K.J. auf,
um an diese wiederum eine These zu hängen, die das Gegensteuern, dieser Zerschalgung zum Inhalt hat.

Er fragt, wie könnte man diesen Prozessen Widerstand entgegensetzen,
und sieht nun die Familienpolitik als Steuerorgan, um ökonomische Prozesse zu beinflussen,
weil über Familie der Konsument besser getriggert werden kann, als über ökonomische Themen,
die zu weit weg von seiner Emotion wären.

K.J. führt nun noch ein wenig die Philosphie aus, inwieweit, Familie bereits Kunden sind, oder nicht,
die Zusammenfassung von K. J. wirkt ungewohnt verwirrt.
Dies wäre an diesem Zeitpunkt gar nicht nötig gewesen, noch mehr Confusion in die Debatte zu bringen.
Besonders der Abschnitt ab 1:02:00 ist zwar noch logisch innerhalb des gesamten Interviews gesehen,
bringt aber die gewagte These von Jürgen Elsässer nochmal zum Ausdruck, das diese sehr schwierig ist,
und das dieser These keine wirklichen Argumente zugrundeliegen.

Es wird nochmal ganz kurz auf Alice Schwarzer geschwenkt.
J.E. wiederholt die Phrase, das "JEDER" ein Problem mit Alice Schwarzer hat
und K.J. lobt Alices Wirken für die Frauenbewegung,
vefährt sich aber dann in Plattitüden, dass sie für die Bild schreibt,
und in einem Steuerverfahren steckt,
womit er sie diskretitieren will, nicht charmant an dieser Stelle.

FYG kommt der Schluss dieses Interviews sehr konzeptlos vor,
es werden noch ein paar Bälle hin und hergeworfen, obwohl das Spiel schon lange Aus ist.

Kleine Stilblüte, fast schon eine Slapstick-Einlage:
K.J. sagt Alice war mal ganz links, jetzt ist sie ganz rechts.
und deutet dabei mit der Hand auf J.E.
für ihn trifft es im Prinzip auch zu, wenn man sich seine
Positionen ansieht, die er in dem Interview vertreten hat, die ganz rechts waren,
und weiß, das er früher links war, während der Post-68er Zeit.

K.J. schließt mit den Worten, das er mit der Sonderausgabe des Magazins nicht einvertanden ist,
da es ihm zu reisserisch ist, und die positiven Aspekte fehlen,
J.E. schmunzelt und meint dann noch am Schluss:

We agree to disagree

und ja- FYG hat auch eine Verschwörungstheorie:

Der CIA hat gemeint, das die beiden sich ein Streitgespräch liefern sollen,
damit beide Lager, die LGBT-Community, wie auch die transhpoben und homophoben Hörer,
sich für das Interview interesieren.
Und ja - wir wissen ja, das Verschwörungstheorien nichts schlechts sind,
und legitim, dass hat Ken Jebsen in einer seiner Vorträge auch so erklärt.

Und danken wir allen Lesern die sich diesen Thread bis an diese Stelle durchgelesen und mitgedacht,
und mitgearbeitet haben, um etwas auch Jürgen Elsässer kennenzulernen,
es ist doch immer interessant, Menschen kennenzulernen, über die Art und Weise,
wie sie versuchen ihre Sachkompetenz zu untermauern.

Danke Ken Jebsen, Danke Jürgen Elsässer.


Letzte Meldungen des Tages:
Die Eliten haben schon 80 Prozent aller westlichen Familien zerschlagen,
und die Yachtverkäufe am Mittelmeer, vor allem im Fürstentum Monaco
sind rapide angestiegen.

Das letzte Wort gehört den Illuminati,

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Genderpolitik in Bayern im Januar 2015

Beitrag von Freeyourgender » 29 Jan 2015, 00:39

In Bayern gibt es nun auch Besorgte Eltern,
das Bildungsplan Thema in Baden Württemberg wurde ja auf Eis gelegt,
und auf die Zeit nach der Landtagswahl 2016 verschoben,
hier besteht die Gefahr, dass die Pläne nicht umgesetzt werden,
da evt. ein Regierungswechsel wieder zurück zur CDU sehr wahrscheinlich wird.

BaWü war immer konservativ, und rot-grün kam im Prinzip nur durch die Fukushima-Katastrophe in den Landtag.

In Bayern machen sich jetzt im Januar 2015 Besorgte Eltern an das Thema heran,
sie haben Angst.

Claudia Stamm, Bündnis90/Die Grünen
http://de.wikipedia.org/wiki/Claudia_Stamm
die Tochter der Präsidentin des bayerischen Landtages Barbara Stamm, CSU
http://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_Stamm
hat nun die Aufgabe, die Ängste der Eltern zu nehmen.

am 17. Januar berichtete nordbayern.de von diesen Aktivitiäten:
http://www.nordbayern.de/region/grune-k ... -1.4132395

Jürgen Elsässer wird auch im Artikel erwähnt,
als Redner aus Pforzheim, der die Ängste der Besorgten Eltern verbalisierte,
gegen den badenwürttembergischen Bildungsplan.
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