der TS-Diskurs ist genitalistisch

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JasminRheinhessen
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der TS-Diskurs ist genitalistisch

Beitrag von JasminRheinhessen » 13 Jun 2015, 11:49

Es geht für viele im Kern im TS-Diskurs darum, "als Frau gesehen" zu werden,
damit die Betrachter auch dass sehen, was empfunden und gefühlt wird,
der TS-Begriff soll daher für viele auch eine Legitimation liefern, sagen zu können: eine "Frau" zu sein.

Für viele ist der Begriff daher, sollte die Definition, die viele hinter diesem Begriff hinterlegen,
verändert werden, gleichbedeutend mit, dass sie ihre Legitimation verlieren, eine Frau sein zu können für andere,
denen sie dies erklären wollen, plausibel machen wollen, mit diesen "anderen" sind Menschen gemeint, die genitalistisch denken.

Wenn nun der Begriff erweitert wird, sagen wir, wenn jemand sagt, TS ist auch, wenn ich keine gaOP für mich brauche,
wenn ich mit meinem Genital mich versöhnt habe nach längerer Harmonisierungsphase (Kompensation),
dass diese Menschen dann keine Frau mehr wären, wenn sie ihren Penis bejahen.

Die Folge wäre ja dann: Der TS Begriff würde in der Hinsicht erweitert, dass das Leid nicht mehr nur auf ein bestimmtes Spektrum
reduziert wäre, z.B. auf ein sehr hohes Leid, dass zur gaOP führt, sondern dass der TS-Begriff auch auf Leidspektren erweitert wird,
die die "Betroffenen"(SIC!) ertragen und auch selbst mit sich abklären, sich selbst in Einklang bringen können.
Im Ergebnis nach diese Harmoniserung entsteht also eine Frau, die ihren Penis akzeptiert.

Diese Abwehr, das Menschen diesen TS-Begriff besetzen, ist kongruent mit der Abwehr der #ehefueralle - Gegner:
Diese sagen z.B. wenn auch Homosexuelle heiraten können, wäre die "Ehe" ja nichts mehr "Besonderes" mehr.
Damit meinen sie nichts anderes, als:
Wenn eine Frau später dann sagt, wie wäre verheiratet, würde das nicht automatisch bedeuten, sie wäre mit einem Mann verheiratet,
sondern sie müßte eine zusätzliche Info geben, dass sie einen Mann als Partner hat, oder eine Frau,
da die Heirat nicht mehr automatisch eine homosexuelle Ehe ausschließt.
Genauso würde es bedeuten, wenn der TS-Begriff (das Pendant zum Ehe-Begriff für dieses Beispiel) dahingehend aufgeweicht würde,
dass es auch TS dann gäbe, die sich nicht operieren lassen wollen, nicht weil sie gesundheitlich nicht können, sondern weil sie ihren
Penis nach Harmonisieurng nun gänzlich bejahen, dass es dann mit diesem Begriff nicht mehr automatisch zum "Ergebnis Frau" führt -
und das gilt nun nur für die genitalistische Betrachtung - wenn dieser Mensch mit Penis sagt, er ist TS.
Denn: Genitalistisch gesehen sind Menschen mit Penis ja Männer.
Da aber bestimmte Menschen genitalistisch geprägt sind, würde die Erweiterung des TS-Begriffes dadurch zu einem Verlust führen,
zu sagen, sie wären Frau, der TS-Begriff alleine könnte dies nicht mehr bewerkstelligen.
Genauso wie der Begriff Ehe nicht mehr alleinig bewerkstelligen könnte, zu sagen, ich wäre nicht homosexuell,
ich müsste dann immer die Information mitliefern: Ehe, aber mit wem ? Ehe allein würde es nicht mehr aussagen ohne 2. Information.
Genauso würde der Begriff "TS" nicht mehr alleinig aussagen, ob es sich "genitalistisch" um eine Frau handelt,
ohne weitere Information: Nein - sie hat ihren Penis nicht mehr - sie hat die gaOP.
Erst dann wäre es für die genitalistische Verständiswelt eine Frau, wenn wir eine Neovagina als Genital gelten lassen wollen.

Eine verheiratete Frau, würde also erst dann nicht als homosexuell gelten, wenn sie anfügt: Ich habe einen Mann geheiratet.
Eine TS würde erst dann genitalistisch als Frau gelten, wenn sie anfügt: Ich habe die gaOP.

Der Ansatz also, das Geschlecht Frau außerhalb des Genitalismus definieren zu wollen,
kann nicht gelingen, wenn wir genitalistisch denken.
Wenn also eine TS, für die der TS-Begriff dann schon nicht mehr zutrifft, wenn eine Frau nicht mehr leidet und ihren Penis behält,
nicht vom Genitalismus komplett losläßt und die Genitalien außer acht läßt.
Denn sie betrachtet, allein schon dadurch, dass sie das Leid gegenüber dem Genital versucht zu bemessen, zu vergleichen mit ihrem Leid,
da sie sagt, sie leidet viel mehr und braucht die gaOP, die TS-Problematik rein genitalistisch.

Ein Denkansatz könnte sein, den Begriff TS, der ja per se kein Geschlecht darstellt und nur mit Zustandsparametern gefüllt ist,
komplett neben das Geschlecht "Frau" oder "Mann" zu stellen, und nicht davor.

TS ist eine Zustandsbeshreibung. Punkt. Nicht mehr und nicht weniger.
Sie geht immer mit dem Problem einher, dass mein Körper nicht zu meinem Gehirngeschlecht passt.

Der Punkt ist aber: Dieser Zustand xyz ist keine alleiniges exclusives Symptom, und nur wenn dieses Symptom in einer bestimmten Form
auftritt, wäre ein Mensch "TS". Es gibt aber auch Symptome, die völlig unscheinbar sind, so unscheinbar, dass "Betroffene" nicht einmal
selbst daran denken, dass sie TS seien, sie könnten sich evt. selbst als DWT betrachten und kategorisieren.
Die Symptomatik ist alles andere als abgrenzbar sondern fließend.

TS kann als Symptom sich zeigen und zu einem Faktor werden (das Leid, die Disharmonie und die Bekämpfung dessselben, z.B. durch gaOP),
aber diese Symptomatiken sind so verschieden wie die Gehirngeschlechter-Körperkonstellationen selbst.

Heißt: TS Symptome lassen Rückschlüsse auf Gehirn-Körper-Diskrepanzen zu, liefern aber nicht ein exclusives Beweismaterial,
ob für andere Menschen nicht auch eine Diskrepanz besteht, die bedeutend geringere Symptome zeigen,
diese bereits mental kompensiert und harmonisiert werden konnten,
und daher das "Leid", dass als sichtbare TS-Symptomatik verhandelt (und auch behandelt) wird, nicht mehr in Erscheinung tritt.

Man kann also die Diskussionen um den Begriff TS als Abwehr verstehen, als Abwehr, aus der eigenen Erklärungswelt herausgestossen zu werden,
die für jemanden aber nur für ihn selbst (individuell) gültig ist.

TS ist ein Symptomkomplex, der nicht festgeschrieben ist, der nun auch wieder im ICD11 neu definiert wird, F64.0 gibt es nicht mehr ab 2017,
sondern es heißt nun "Gender Dysphorie".
Diese Symptombeschreibungen geben also in Bezug auf das Vorhaben, festzustellen ob jemand Frau oder Mann ist nur Hinweise,
liefern aber keine allgemeingültigen Beweise, da die Wissenschaft selbst hier nur Symptombeschreibungen macht und dieses Wissen
auch noch nicht einmal ein Geschlecht als Ergebnis hervorbringt, sondern die Wissenschaft, die offiziell im Moment vertreten und wiedergegeben wird,
sagt ja weiterhin, dass "eine TS" im Prinzip das Geschlecht hat, mit dem sie geboren wurde. Auch nach einer gaOP.
Sie beläßt das Individuum im Hebammengeschlecht. (Stichwort: Mediziner)
Andere Biologismen, die das Geschlecht beschreiben: Chromosomen, Gonaden, sekundäre Geschlechtsmerkmale, Gehirngeschlecht, Hormonlage
werden nicht zu einem Gesamtgeschlecht zusammengeführt, sondern der Mediziner bleibt beim Genitalgeschlecht und sieht in den anderen
entscheidenen Faktoren nur "Abweichungen".
Und was entscheident ist: Das Gehirngeschlecht wird nur von der psychischen Seite her berücksichtigt, wenn überhaupt,
aber nicht von der physischen. Physische Differenzen zwischen männilch und weiblich sind aber heute schon nachweisbar:
z.B. Räumliches Sehen, Gehör usw.

Wenn wir also dem TS-Begriff nicht mehr diese Wichtigkeit zuschreiben, und sagen, es ist EIN Indiz, aber nicht das alleinige,
sind wird gezwungen anzunehmen, dass alle Menschen auch das andere Geschlecht sein können, sollten sie dies von sich sagen.

Das gilt auch für andere Containerbegriffe wie DWT, TV usw.
Die Frage ist dann, inwieweit diese Menschen, die sich z.B. selbst als TV bezeichnen, sich bewußt machen, warum sie TV meinen zu sein,
und das in der Lage sind zu hinterfragen, auch unabhängig dieser Schubladenbegriffe.
Verdrängungen und vor allem die kognitive Prägung spielen hier eine entscheidende Rolle, warum viele für sich selbst sagen, ich bin eine TV.

Wenn das Leid aber eine, aber nicht die alleinige Rolle spielt, wäre es dann durchaus genauso möglich, dass eine TV eine Frau ist,
dies nur noch nicht für sich realisiert haben könnte, weil sie evt. in die Falle geraten ist,
Frau anhand von bestimmten Verhaltensmustern zu definieren, z.B., ob sie ständig
das Bedürfnis hat, in der Gesellschaft die Rolle einzunehmen, dass Betrachter sie "als Frau erkennen".



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