"Strandgut"

"Strandgut"

Postby NikiLE » Tuesday 6. March 2018, 11:13

Ich bin hier gestrandet - wie Ulysses dereinst einst bei Kirke, jener sagenhaften Frau, die mit ihrem Zauberstab Männer in Schweine zu verwandeln pflegte. Die Odyssee ist ein Entwicklungsroman: der Weg eines Menschen zu sich selbst - zu seiner Heimat: zu dem Ort, an dem man sich nicht zu erklären braucht.

Capt. Jasmin T. Kirk bin ich auf Travesta begegnet - einem furchtbaren Wüstenplaneten, der von kannibalischen Neanderthalern beherrscht wird, die Kriegsbemalung und Netzstrümpfe tragen, ihr Feuerwasser schon zum Frühstück trinken und dann mit ihrem Kriegsbeil herumtorkeln auf der Suche nach Opfern, die sie kastrieren können. Denn kastriert sind sie dort fast alle: zwischen den Beinen - und im Kopf. Wer kastriert ist, ist geblendet: Ödipussys, die sich selbst die Augen ausstechen. Unter Blinden ist der Einäugige nicht König, sondern: aussätzig - "krank": Krankheit ist: eine mißglückte Umweltanpassung.

Kirke schreibt Geschichte von Odysseus und zwei kurze Auszüge daraus reichten als Angelschnüre, an denen ich hängen blieb. Ich lasse mich gerne einfangen von ihr - fürchte ihren Zauber nicht: denn ich bin kein Mann, obwohl ich 18x4,5 habe. Ich bin auch keine Frau, obwohl ich Titten habe (naja ... knapp "A" vielleicht ...). Das verbindet mich mit Kirke - aber Kirke ist Frau und das trennt uns wieder.

Unsere Wege haben sich gekreuzt, veilleicht gehen wir ein Stück zusammen ? Der gemeinsame Weg kann kürzer sein oder länger. Aber jede Strecke besteht aus einer unendlichen Zahl von Punkten und auf diese gemeinsamen Punkte bin ich sehr gespannt.

Ich möchte ein Zimmer haben, wo ich meine Felle aufhängen, meine Wappen und Feldzeichen aufrichten, eine Zeitlang zuhause sein kann !
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Re: "Strandgut"

Postby JasminRheinhessen » Wednesday 7. March 2018, 20:30

"...der Weg eines Menschen zu sich selbst - zu seiner Heimat: zu dem Ort, an dem man sich nicht zu erklären braucht..."
Ja - in diesem Umfeld, wenn unser Alltag in dieser Disposition steht, fühlen wir uns in Harmonie,
ein Abend mit einem Menschen, den wir gut verstehen, der uns gut versteht, wird gekennzeichnet sein,
davon, sich nicht gegenseitig erklären zu müssen, wo beide in ihren Meinungen stehen, und erklären zu müssen,
wie beide sich selbst fühlen, sondern es kann darum gehen, weiterzugehen, über sich selbst hinaus.

Warum diese Reaktionen in diesem Forum so sind, wie sie sind, habe ich analysiert und verstehe sie nun,
das verschafft mir Erleichterung für mich selbst, und es ist nun an der Zeit, diese Erkenntnisse auch weiterzutragen,
damit andere davon partizipieren können, um sich selbst mental zu retten, sich aus Fremdbestimmung zu befreien.

Ich werde der Zimmerdame ausrichten, DIr schnellstmöglich ein Zimmer bereitzustellen, indem Du auch Gäste empfangen kannst,
das Zimmer wird, wie Deine eigene Person, Dein Kleinstaat sein, mit Deinen Regeln, Rechten und Pflichten, die nur Du festlegen kannst.
eine weibliche Identität kann, muss sich aber nicht durch eine Vagina bestätigt wissen
http://www.freeyourgender.de

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Re: "Strandgut"

Postby NikiLE » Wednesday 7. March 2018, 21:06

Guten Abend, Jasmin !

Mir gefällt die Idee, mit Dir hier an diesem Ort zu schreiben - öffentlich. "Der Dritte" trianguliert die Kommunikation auch dann, wenn er nur als Möglichkeit vorhanden ist - Sartre. Sehr vieles von Dir ist schon hier, zu ein paar Gedanken habe ich schon meine Glossen abgelassen ... es befreit das miteinander-reden vom chronologischen Zwang des Briefwechsels. Wir können uns schreiben, stehen-lassen, irgendwann mal drauf-zurückkommen, ganz so, wie uns danach ist.

"Ich bin nicht Ihrer Meinung, aber ich würde meinen Kopf dafür geben, daß Sie sie äussern können !" (Voltaire) - In vielem gibt es Dissenz zwischen uns, aber ich habe nicht das Gefühl, daß dieser Dissenz zwischen uns steht. Dergleichen habe ich schon oft erlebt, erlebe es noch. Ich war Wirtschaftsanwalt gewesen, bin bekennend "neoliberal" (im Sinne der "austrians" Ludwig v. Mieses und vor allem: F.A. v. Hayek) - und doch habe ich mich stets blendend ausgerechnet mit Marxisten gut verstanden, jahrzehntelange Freundschaften pflegen können. Auch mein heutiger Therapeut - Seikowski - ist bekennender Marxist.

Es geht nicht darum, welche Meinungen wir haben, sondern darum, ob wir einander kooperativ oder destruktiv begegnen. Ich habe das Gefühl, daß wir uns "was zu sagen haben" und wünsche mir, daß wir das hier an diesem Ort tun können.

Sei ganz lieb gegrüßt von

Niki
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