Homophobe Kolumne im Westfalenblatt

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Homophobe Kolumne im Westfalenblatt

Beitrag von Freeyourgender » 22 Mai 2015, 10:12

Eine homophobe Kolumne, bei der die Teilnahme bei einer Trauung zwischen 2 Männern,
als für Kinder verwirrend dargestellt wurde, und als etwas, wovor man Kinder schützen müsste,
hat im Mai 2015 einen Shitstorm ausgelöst, Queer berichtete mehrmals, alle Links in diesem Artikel:

http://www.queer.de/detail.php?article_ ... kommentare


FYG schrieb dazu:

Ob die Kolumnistin ein Fake ist oder nicht, spielt fast keine Rolle:
Die Stellungnahme wurde verschriftet und verteilt, von der Redaktion abgenickt. Und hier liegt das Problem:
Das eine Zeitschrift im Jahre 2015 meint Diskriminierung als Meinung getarnt lancieren zu können.
Es sind 2 Punkte offensichtlich, die direkt zu kritisieren sind,
neben vielen anderen:

Bei einer ELP wird von "Sexualität" gesprochen, die hier im Vordergrund steht.
Bei einer heterosexuellen EHE, "nur" von einer EHE, hier kommt anscheinend keine Sexualität "vor".
Das ist der eine Punkt.

Der andere ist, dass wenn wir Sexualität automatisch mitbetrachten bei einer Partnerschaft,
was unterstellt schon ein falscher Ansatz ist,
dann ist der 2. krtikwürdige Punkt der,
dass die Sexualität einer ELP "verwirrend" sei für Kinder,
und etwas sei, wovor man Kinder "schützen" müsste.
Damit wird die Sexualität einer ELP in eine negative Konnotation gesetzt !

Und ja: Die "Ausrede", dass Kinder dass eben noch nicht gelernt hätten,
und damit nicht umgehen könnten,
ist das Beste Argument für den Bildunsplan.
Dann fangt ihr doch damit an, liebe OWL Redaktion und klärt die
Kinder auf. Gleich morgen.
Vielleicht mit einer Abhandlung darüber, dass Menschen einer ELP
sich das volle Adoptionsrecht wünschen, weil es nur auf eines ankommt:
Auf die Liebe zu den Kindern.
Das wäre doch mal ein guter Ansatz.


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Kolumnistin Barbara Eggert: Text war nicht homophob

Beitrag von Freeyourgender » 23 Mai 2015, 10:44

Barabara Eggert verteidigt sich, und meint, ihr Text wäre nicht homophob,
dazu die Süddeutsche am 22. Mai 2015 in einem Interview mit ihr:
http://www.sueddeutsche.de/medien/westf ... -1.2491169

Queer.de berichtet über diese Stellungnahme:
http://www.queer.de/detail.php?article_ ... um=twitter
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So hätte die Antwort aussehen können

Beitrag von Freeyourgender » 23 Mai 2015, 12:28

Da Barbara Eggert wie sie selbst sagt, immer noch nicht verstanden hat,
warum ihr Text homohpob ist,
hilft vielleicht ein Beispieltext, wie die Antwort hätte aussehen können,
zumindest nach der Verständniswelt von FreeYourGender.

Noch eine Anmerkung zur Redaktion von OWL:
Das Indiz der Änderung und Verkürzung des Original-Textes mit der Überschrift
"Töchter schützen", gemäß der "Kinderschutz-Argumentation" der Bildungsplangegnern in Baden Württemberg,
die "Kinderschutz" vorschiebt und Diskriminierung meint,
wie auch das Indiz der ersten Stellungnahme der Redaktion,
in der die gekürtzte und mit provozierender Überschrift versehene Antwort von Barbara Eggert noch verteidigt wird,
sagt für uns, dass hier die Kolumnistin für konservative
rückwärtsgewandte homophobe Politik benutzt worden ist.

Liebe Barbara, FYG hat zwar kein Diplom in Sozialpädagogik,
aber die Antwort ist sehr einfach, und es Bedarf hier
keines Studiums um diese zu schreiben,
vielleicht etwas Empathie und das Gefühl für
Liebe und Menschenrechte ist von Vorteil,
daher hätten wir uns lieber diese Antwort an den Fragesteller gewünscht:


"Lieber Fragesteller,
natürlich ist Deine Frage legitim, ist es legitim, dass Du Angst hast,
dass Kinder verwirrt werden könnten.
Diese Legitimation entsteht aber nicht dadurch,
dass Kinder Schaden erleiden könnten,
sondern aus Deiner eigenen Erziehung, die genau diese Angst
als Ergebnis hervorgebracht hat.

Du bist so erzogen und geprägt worden, dass Du meinst, alles was von einer Form abweicht,
die Dein Umfeld, die Dich geprägt haben, als Norm stilisierrten,
davon abweicht, was Du einst als "normal" empfunden hast und evt. immer noch empfindest,
könnte für Kinder verwirrend sein.

Da wir uns aber innerhalb einer Kultur immer weiterentwickeln,
sonst wären wir heute noch im Mittelalter,
bist auch Du nun ein Teil dieses Prozesses, spürst diese Entwicklung,
innerhalb Deiner eigenen Biographie, zwischen Deiner eigenen Kindheit und der Gegenwart.

Und wenn Du nun noch alte Denkmuster im Kopf hast,
aus Deiner Kindheit, die DIr diese Gedanken mitgeben,
dann bist Du mit Deiner Generation ein Teil des Wechsels,
des Paradigmenwechsels, der diesen nun vollzieht, diesen bejaht.

Du hast die Verantwortung, dass dieser gelingt.

Deine Angst, ist nicht die Angst der Kinder,
die Kinder haben ja nicht diese Erziehung wie Du,
sondern Du sorgst nun für diese Kinder dafür,
dass diese Kinder ohne Vorurteile nun aufwachsen,
ohne diese Vorurteile, die Dir diese Bedenken geben.

Und diese Kinder, werden mit Deiner Mithilfe,
dass nun als völlig normal empfinden, was sie sehen.
Denn sie haben kein Empfinden, dass dies "Unnormal" sein könnte,
wenn Du ihnen dieses Gefühl nicht gibts, indem Du sie von der Hochzeit ausschließt.
Erst dann würden sie so geprägt werden wie Du,
hätten in ihrer späteren Entwicklung ein Problem,
dass sie erst wieder verarbeiten müssten.
Du verlagest dann die kulturelle Aufgabe des Paradgimenwechsels auf die Kinder,
doch Du bist bereits an der Reihe, diesen zu vollziehen.

Und diese Kinder werden sich nicht wie Du dann diese Frage stellen,
die Du dir heute gestellt hast.
So geht Kulturwandel, alles andere führt zum Festhalten an Altem.

Du freust Dich doch, dass es heute gleichgeschlechtliche Hochzeiten gibt,
dass in vielen Ländern gleichgeschlechtliche Menschen heiraten dürfen,
wenn auch noch die Rechte im Vergleich zu konventionellen Partnerschaften,
genannt "Ehe", beschnitten sind, aber daran müssen wir arbeiten,
dass diese Menschen nicht gegenüber anderen Menschen,
die Verantwortung für eine Familie ebenfalls übernehmen wollen benachteiligt werden.

Für diese kulturellen Veränderungen wurde jahrzehntelang gekämpft,
dafür sind Menschen gestorben,
wir dürfen nicht vergessen, dass die Liebe gleichgeschlechtlicher Menschen
strafverfolgt wurde, in Deutschland noch bis 1994.

Die Kinder haben sich diese Strafgesetze sicher nicht ausgedacht,
und Kinder haben sich auch den Stonewall-Riots im Juni 1969 in New York nicht in den Weg gestellt,
sondern es waren Polizisten, die den Befehl hatten, weiter dafür zu sorgen,
dass diskriminierende Gesetze aufrechterhalten wurden.

Die Kinder aller Länder möchten Blumen streuen,
fragt sie doch einfach selbst.

In allen Ländern, in denen gleichgeschlechtliche Liebe in eine offizielle Partnerschaft
münden können, die auch durch den Staat festgeschrieben wird,
möchten die Kindern Blumen streuen, sie streuen Blumen in
Canada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Island, Luxemburg, Mexiko,
Niederlande, Neuseeland, Norwegen, Portugal, Slowenien,
Südafrika, Spanien, Schweden, Großbritannien, große Teile der USA,
Uruguay - überall stehen vor dem Hochzeitspaar Blumenkinder
und freuen sich mit den beiden Männern oder den beiden Frauen,
die auch sehr oft sich Kinder wünschen und diese adoptieren wollen,
oder eine Leihmutter oder Samenspender suchen wollen,
oder bereits Kinder mit in die Partnerschaft miteinbringen,
die ihre Liebe ihren Kindern in ihren Familien schenken wollen,
die Geschichte der jahrzehntelangen, jahrhundertelangen Diskriminierung
wegwischen, mit dem Taschentuch, dass in diesem Falle Freudentränen trocknet.

Lieber Fragesteller, ich bin sicher, den Kindern wird das Fest gefallen,
die Gäste werden sich an den Kindern erfreuen, die Kinder werden sich
an der Sahnetorte erfreuen, und es wird keinen Grund geben,
überhaupt einen Gedanken daran zu verschwenden,
diese davon auszuschließen.

Du bist Kultur, Du bist Wandel, und wenn der Wandel in die Richtung geht,
dass Liebe möglich sein darf, mus man nicht länger darüber nachdenken,
ob dieser Weg denn der Richtige sei.

Jeder Stein ist ein Stein aus der Mauer der Homophobie,
jedes Aufbegehren gegen falsche, diskriminierende alte Denkweisen,
bringt die Mauer zum Einsturz.

Es sind die Kinder, die hier die Mauer mit eintreten,
sie wollen nicht dafür herhalten, dass diese stehenbleibt,
kein Kind will das.

Ein Kind muss vor Verständnis-Mauern geschützt werden,
nicht davor, dass diese fällt, und Offenheit und Toleranz Platz macht.

"We don`t need no education",
vor allem keine Erziehung,
die Liebe als etwas negatives darstellt,
sobald sie keiner Form entspricht, die von einer Gruppe als Norm dargestellt wird.
Liebe bleibt Liebe.
Liebe ist Liebe ist Liebe ist Liebe.



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