PGSM1 - die Rolle des Rockes für die Geschlechterrollen

PGSM1 - die Rolle des Rockes für die Geschlechterrollen

Postby Freeyourgender » Tuesday 30. September 2014, 21:51

Man liest es einfach zu häufig,
aber es ist falsch:

Der Mann solle sich doch "auch emanzipieren" von seiner Kleiderordnung,
die Frau hat es doch auch getan.
Wenn die Frauen es geschafft haben, sich die Männerkleidung zu erobern,
und sich hier zu emanzipieren, aus ihrem stereotypen Rollenkleiderzwang,
dann sollten es die Männer doch auch tun,
und sich mit ihrem Rock aus ihren Wohnungen trauen.

Hier sind natürlich nun nicht die Fetisch-Männer gemeint,
die die Kleidung nur als sexuelle Stimulanz sehen,
sondern diejenigen, die im Geschlechterrollenwechsel,
ihre Fremdwahrnehmung an ihre weibliche Identität anpassen wollen.

Nun, sie stoßen hier auf eine ganz andere Problemsituation,
nicht alleine nur ihre Scham oder Angst, die sie vor einer "Emanzipation" abhält.

Nein, sie würden sich nicht emanzipieren, genau das eben nicht.

Warum ?

Als erstes haben wir das Problem, das die Identitätsfrau,
egal in welchem Attrappen-Begriffscontainer wie TV, TG, TS, DWT, DQ auch assoziert wird,
unter diesen "Begriffen" als eines wahrgenommen wird: als Mann,
wenn ihr Passing sie verrät, und das dürfte in den meisten Fällen der Fall sein.

An diesem Punkt der Fremdwahrnehmung: "Mann", haben wir es dann mit einem
Mann im Rock zu tun für den Betrachter.

Für die weitere Analyse der gesellschaftlichen Reaktion muß also das assoziierte Bild "Mann im Rock" gelten,
nicht die Identitätsfrau, die "dahinter" steckt.

Und dieser "Mann" "emanzipiert" sich nicht für den Betrachter,
sondern alles andere als das.

Wir müssen hier die Betrachter differenzieren in Angehörige der weiblichen Geschlechterrolle
und der männlichen. Der Artikel wird auf beide eingehen.

Ein Angehoriger der männlichen Geschlechterrolle, der patriarchisch denkt,
wird diesen "Mann" nicht als Mann wahrnehmen der sich emanzipiert,
sondern als Verräter des Patriarchismus.
Als ein Mann, der "übergelaufen" ist, zu den Frauen, zu denen, die das Patriarchat unterdrückt,
unterdrücken möchte.

Und dann geht eines gar nicht: Das dieses "Subjekt" das Symbol des männlichen Geschlechtes auch noch in diese unterdrückte Frauenwelt
mitnimmt. Den Penis. Das mindeste, die Kastration oder die gaOP ist dann Pflicht.
Aber eine "Penisentfernung", die "Legitimationsentfernung" auf der Machtseite des Patriarchat sitzen zu dürfen,
würde trotzdem nichts nützen, wenn die Fremdwahrnehmung im "Angezogenenmodus" einen Mann assoziiert,
den er ist ja nicht nackt. Eine Identitätsfrau im Rock, mit männlichem Aussehen, die für einen Mann gehalten wird,
"verrät" das Patriarchat.
Dieser "Mann" emanzipiert sich also nicht, sondern verrät.

Deshalb sind die Reaktionen aus der patriarchen Männerwelt extrem ablehnend,
und auf diesen "Mann im Rock" prasseln Anfeindungen ein, und wer homophobe Gefühle hat, darf sie sogar auch haben,
alles was nützlich ist, um dieses "Vorgehen"zu bekämpfen ist recht und billig,
transphobe Gefühle würden ja schon bereits eine latente weibliche Identität, die beteiligt ist unterstellen,
nein homophob reicht aus, oder einfach "nur dagegen".

Fällt die patriarche und/oder Homophobie-Komponente weg, reagieren die Männer etwas toleranter,
aber nicht automatisch befürwortend.

Schön zu sehen an der Reatkion der Schwulen: Von Ablehnung als "Tunte", bis neutrales Verhalten, bis Akzeptanz geht hier
das Spektrum über die ganze Akzeptanz und Nichtakzeptanzbreite auseinander.
An diesen (schwulen) Männern sieht man dann überdeutlich, wie sich eine Abwehrreaktion der männlichen Betrachter entspannt,
wenn man den Faktor Patriarchismus neutralisieren könnte.
Und auch deutlich zu sehen hier: Homophobie und Patriarchismus sind Geschwister.

Aus der wohlwollenden Männerwelt bleibt dem "Mann im Rock" der Anteil der "nichtpatriarchen Männer,
derjenigen Männer, die man eher als bisexuell einordnen könnte, denn als schwul.
Bisexuelle Männer haben innerlich mit dem Patriarchismus nichts mehr zu tun, kokettieren evt. nur noch damit,
um für sich Vorteile daraus zu ziehen,
vertreten diese Gesinnung aber nicht innerlich, auch nicht vehement nach außen, identifizieren sich nicht mit patriarchen Gedanken.
Wissend, das sie aus diesen Lagern, und hier darf in diesem Artikel der Hinweis auf Religionen erlaubt sein,
der Patriarchismus mehr als verinnerlicht hat, keine Akzeptanz für ihre Bisexualität erwarten dürfen.

Ein Mann, der "als richtiger Mann" in der Männerwelt gelten will, kann seine Autorität nicht aufgeben, indem er zugibt, dass er Männer in (Frauen)Röcken
gut findet.
Männer brauchen die Anerkennung von anderen Männern. Nur die zählt.
Nicht die Anerkennung von Frauen. Um sich zu verdienen, unter Männern als "richtiger Mann" zu gelten, muß man "in die Horde",
in die Männergruppe, und sich durch diese Männer auszeichnen lassen,
dort die Anerkennung erwerben.
Eine Anerkennung von einer Frau bringt einem Mann nichts für seinen Anerkennungs-Grad in der "Horde" unter seinesgleichen.

Sobald hier ein Mann sagt, er ist bi oder schwul wird das bereits zu einem Problem, da ein Mann nur dann ein ("richtig" anerkannter) "Mann" ist,
wenn er Frauen so sieht, wie es der Patriarchismus definiert hat, löst man den Patriarchismus auf, löst man quasi die patriarchen Geschlechterrollen auf.
Dann haben wir das Klischee-Bild des Mannes im Strickpullover, der abends den Volkshochschulkurs "Kochen und Backen" besucht,
und danach an der Kaffeerunde der Frauen teilnimmt, wo Beziehungsprobleme besprochen werden.
Dieser abendfüllende Teil seines Lebens, würde am nächsten Tag am Skat-Stammtisch in der "Herrenrunde" nur Gelächter hervorrufen.
Unter den 4 Männern nur, versteht sich. Aber darum geht es. Um genau diese Anerkennung unter den patriarchisch denkenden Männern selbst.
Und wir haben hier als Beispiel die Skatrunde, wir können diese "Horde" aber nach oben skalieren, zu immer größeren Horden.
Ein Abend in einer Kneipe, die Übertragung des Champion League-Spieles ist in vollem Gange und die Männer sind fast unter sich,
Bierkrüge schlagen aneinander, die Frauenwelt wird ausgeblendet, bleibt nur noch in Form der "bedienenden" "Bedienung" erhalten,
der "Mann" beim servieren den Po tatscht und Trinkgeld gibt, ansonsten haben sie nichts mehr zu melden, vor allem für eines nicht:
für die Anerkennung unter den Anwesenden Patriarchen-Männern, der der am meisten weiß über Fußball,
die Spieler alle am besten privat kennt und alle Spiele der Saison mit Torzeiten und Winkel des Balleinschlages ins Tor benennen kann,
ist der Platzhirsch an diesem Abend.
Und ja - selbstredend, darf niemand in der Kneipe schwul sein, sonst wird das bestenfalls toleriert, aber als Platzhirsch und Alpha-Männchen,
nein, da kann kein Strickpullover-Träger dienen. Und ganz dramatisch wird es, wenn die Gladiatoren des Schauspieles, die Fußballer selber
schwul wären, dann würde eine Welt zusammenbrechen. Nein - das geht gar nicht, und da nützt es auch nichts, wenn ein Phillip Lahm vor
einem WM Nationalspiel sich gegen Homophobie einsetzt, solange Männer in diesen kognitiv geprägten Reflexen reagieren und agieren,
wird es wieder einen Robert Emke geben, der den Freitod wählt, weil es einfach nicht machbar ist, eigentlich nicht,
und als Gladiator der Männer-Horde, als restriktiv nonschwules Vorbild schon gar nicht.


Ein Mann, der in der Männergruppe ist, in die er Anerkennung haben will, kann innerhalb der Gruppe nicht zugeben, das er bi, schwul ist,
oder auf "Männer in Röcken" steht. Sei es am Stammtisch, auf dem Fußballplatz, im Verein, wo er sich aktiv und passiv, mit Leistung
geistiger, körperlicher und verbaler Art ständig mit Männern um "männliche" Patriarchenanerkennung duelliert.
Das Schlachtfeld mit den Orden des Heeres ist heute in Miniaturform in diesen Gruppen abgebildet und erlangt Befriedigung, schreit nach dieser,
in die der Mann als "Mann" "wirkt", in der er "Mann" "ist". Und in denen er die "Frau" über Witze dahin stellt, wo sie zwar schon lange nicht mehr ist,
aber das Abwerten für die Anerkennungspluspunkte der Anwesenden Patriarchen noch immer glänzend funktioniert.
"Hast du Deine Alte noch ?" - ist nur ein Beispiel der harmloseren Art, weiter "Geschmacksproben" erspare ich den Lesern.
Dank der Frauenemanzipation werden diese Sätze nicht mehr direkt in ein Frauengesicht gesprochen, zumindest nicht dann, wenn jemand Pluspunkte sammeln möchte, wenn Frauen anwesend sind.

Eine männliche Emanzipation gibt es daher in diesr Welt nicht.
Sie würde sich als Machtverlust und Abgabe der Macht erweisen.
Ein Mann in Rock emanzipiert sich nicht, sondern gibt die Macht ab.
Ein Mann der die Macht abgegeben hat, sitzt nicht mehr in einer Männerrunde.
Er wäscht das Geschirr ab und kocht, wickelt das Baby, und, bekommt Anerkennung
von nichtpatriarchen Männern, von Frauen, aber nicht von der patriarchen Männerhorde,
hier erntet er Gelächter, Mitleid. Er gehört nicht mehr "dazu".
Ein Rock auf einer "Männerhüfte" löst das gleiche Ergebnis aus.
Der Rock muß dies auslösen. Und er löst genau dies aus - wir sehen es jeden Tag.

Die Kleidung der Frau war eine Geschlechterrollenuniform, wie die es Mannes heute noch ist.
Nicht umsonst kleiden sich Frauen, die ihre weibliche Geschlechterrolle ablehnen betont männlich, oder "nicht weiblich".
Der Rock war Pflicht - keine Kür - bis nach dem 1. WK die Republik in Deutschland nach der Monarchie auch das Patriarchat mehr und mehr zerschlug,
das Patriarchat, das in Gestalt des Militarismus, des Adels und der Männerhirarchien die Gesellschaft nicht durchsetzte, wie heute, sondern dominierte.

Ein Mann, der bereits Macht und Einfluss hatte, und etwas auf sich hielt, zog sich als Leutnant an, wenn er auf einen Ball ging, nicht als bürgerlicher Industrieller, das zählte nicht, das war nichtssagend. Militärische Männersymbole waren überall, nicht nur in Studentenverbindungen und Burschenschaften, in denen Frauen keinen Zutritt haben, präsent, "Soldat" war ein Stand, und ein sehr ehrenvoller. Ein Soldat mit Auszeichnung hatte ein Ansehen, das einfach durch seinen Stand in der Gesellschaft entstand. Der Pfarrer, der Arzt, der Lehrer, waren die mächtigsten Männer im Dorf, und sie hatten, das Recht, zu schlagen. Die Prügelstrafe vollzogen sie genauso wie die Eltern, und hier der Vater des Hauses, der uneingeschränkte Herrscher der Famiie.
Die privilegierte Wirkung des "Ärzte-Standes", die Ärzte "in weiß", noch auf ältere Menschen in den 80iger Jahren hatten, die von ihren Eltern noch konservative Prägung erhalten hatten, konnte man wunderbar sehen an den Einschaltquoten der ZDF-Fernsehserie "Schwarzwaldklinik", die zu einer der erfolgreichsten Sendung Mitte der 80iger Jahre anvancierte - Frauen vergötterten Dr. Brinkmann, ein Gott - ein Held, und so nah im Wohnzimmer.
Der weiße Kittel machte es möglich.

Die Frau wurde in der deutschen Kaiserzeit und davor durch ihre Kleidung gekennzeichnet: Es sollte gleich zu erkennen sein, das es sich hier um eine Untertanin des Patriarchismus handelt, und die Kleidung hatte auch eine Funktion: Die Frau sollte zugänglich sein, der Rock konnte hochgehoben werden, ohne großen Aufwand, und die Frau hatte die Pflicht dieses "Hochheben" zu gestatten. Männer die ihre Frauen "erzogen haben", auch geschlagen, galten als ehrenvoll, Vergewalltigung (in der Ehe) war nicht nur nicht ein Kavaliersdelikt, sondern der Mann der anderen Männern davon erzählte bekam Anerkennung und es war legitim, gesetzlich geregelt, teil der Ehepflicht der Frau, immer zur Verfügung zu stehen, auch wenn sie nicht wollte. Die Kleidung der Frau drückte diese Devotheitspflicht aus, und die Frauen wurden von ihren Müttern auch so erzogen, eine aufsässige Frau war nicht gesellschaftsfähig. Eine Frau hatte ein Objekt zu sein, zu dienen, zu gehorchen, und ihre Intelligenz durfte nicht grösser sein, wie nötig, zu intelligent wurde als lästig empfunden, Frauen durften erst nach dem 1. WK in Deutschland studieren, es gab lange nicht einmal Gymnasien, erst Anfang des 19 Jhd gab es "höhere Töchterschulen" für gehobene Bürgerschichten, in denen die Frauen aber nicht mehr Bildung vermittelt bekamen, sondern eher, wie sie eine noch bessere Dienerin im Haushalt werden. Künste, die zur Unterhaltung des "Hausherrn" und der Besucher beitrugen, wie Klavier und Gesang, war beliebt in den Lehrfächern.
Eine amtliche Verlautbarung von 1892 gibt gut Zeuge von der Gesinnung des Patriarchismus dieser Zeit, wie dieser auf die Bildung der Frauen Einfluß nahm, diese maßregelten. Die Begründung, diese Verdummung der Frauen etwas zu lockern, kann man sich heute nicht mehr vorstellen:
Quelle Wikipedia "Frauenbildung" Zitat Anfang:
"Es gilt, dem Weibe eine der Geistesbildung des Mannes in der Allgemeinheit der Art und der Interessen ebenbürtige Bildung zu ermöglichen, damit der deutsche Mann nicht durch die geistige Kurzsichtigkeit und Engherzigkeit seiner Frau an dem häuslichen Herde gelangweilt und in seiner Hingabe an höhere Interessen gelähmt werde, daß ihm vielmehr das Weib mit Verständnis dieser Interessen und der Wärme des Gefühles für dieselben zur Seite stehe."
Zitat Ende.
Es ging also in der langsamen Novellierung der Frauenbildung nicht um die Frauen, sondern darum, das sie dem Manne besser Unterhaltung durch ihre bessere Bildung bieten konnten. Unglaublich, aber dieses Selbstverständlichkeit zu hinterfragen galt als Affront.

Zurück zur "Kleidung" dieser Dienerinnen: Ja sie sollte dem Manne gefallen, das Korsett die Taille schnüren, den Busen heben, das Dekolleté Freude für den Mann spenden, und alle Frauen die hier artig waren, bekamen die Anerkennung des Herren, die Anerkennung des Herren an die gefällige Sklavin.
Putzen, waschen, kochen, waren in der Zeit vor dem 1. WK Schwerstarbeit, eine Frau die "leben" wollte, galt als Hure und Schlampe. Männer galten hingegen als Gigolo oder Casanova. Feiern und trinken war verpönt, wenn es nicht gerade ein "Bauernfest" war, niedere "Stände", von denen man nichts anderes erwartete.
Eine bürgerliche Frau hatte also diesen Umständen auch durch ihre Kleiderordnung Rechnung zu tragen, wollte sie die Gunst des "Herrn" gewinnen,
der sich mit ihr unter seinesgleichen ja nicht "blamieren" wollte.
Der Rock war Pflicht. Er hatte bis zum Boden zu reichen und die Strasse zu fegen, alle "Abweichungen" führten dazu, das ein Mann mit dieser Frau, die sich hier weigerte, keine Anerkennung unter gleichgesinnten Männern mehr erzielen konnte, er wurde gleich mit ihr zusammen diskreditiert.
Er war ein Verräter, genau wie es heute noch eine Identitätsfrau ist, die als Mann assoziert wird, die einen Rock trägt, "als Mann im Rock" gesehen wird.
Sie verletzt die Weltordnung zwischen Mann und Frau, zwischen Patriarchat und Frau.

Ein "Mann im Rock", ist für das Patriarchat nicht machbar, das ist nicht kompatibel. Genauso wie weibliche Identitäten falsch zugewiesener Frauen nicht machbar sind, falsch zugewiesene Frauen, die ihren Penis behalten wollen, sie werden ausgestossen, aussortiert, man gibt ihrem Verhalten die rote Karte.
Identitäten werden als DWT, TV, TG, TS, TI, oder wie auch immer bezeichnet, aber nicht als eigenes souverändes (Identitäts)Geschlecht.
Der Genitalismus ist ein Bruder des Patriarchat.
Man kann mit diesen Bezeichnungen wunderbar diese "Subjekte" aus dem Spiel zwischen "richtigen (patriarchischen) Männern" und "richtigen Sklavenfrauen" aussortieren, sie sind dann "außer Konkurrenz" - gehören nicht mehr dazu, muß man nicht mehr beachten, ernst nehmen.
Am besten als psychisch krank erklären und pathologisch entsorgen das Problem. Vor allem eines: Aus der Horde entfernen, zumindest verbal.
Und das verbale Unsichtbarmachen funktionierte bisher einwandfrei. (Stand 2014)

Genau deshalb wird es keine "Männer" im Rock geben, weil "richtige (patriarchische) Männer" nicht die Kleidung der Sklaven(frauen) tragen.
Das wäre keine Emanzipation, sondern ein Rückschritt. Und alle Patriarchenmänner die so etwas im Ansatz sehen,
werden dafür sorgen, das dies so bleibt wie es ist,
Der Mann hat immer noch die "Hosen" an, auch wenn die Frau sich diese bereits erobert hat, bleibt es für die Männer nun oberstes Gebot,
Patriarchen-Deserteure sofort zu diskreditieren, erst recht, wenn schon die Sklaven(frauen) gemeutert haben.
Für "richtige Patriarchenmänner" unmöglich, sich die Kleidung der Sklaven zu bemächtigen, ohne den Status "richtiger Mann" zu sofort zu verlieren.
Und es nützt nichts, das diese "Deserteure" von vielen Frauen Anerkennung bekommen, von Patriarchenmännern bekommen sie das "Nein".
Unvermittelt und ohne Gnade.

Die Aberkennung der weiblichen Identität ist das Pendant zu der Diskreditierung eines "vermeintlichen" "Mannes" in der Männerwelt wenn er einen Rock trägt.
Eine weibliche Identität haben zu dürfen und seinen Penis zu behalten "geht nicht" - genau wie es "nicht geht",
einen Penis unter einem ausgebeultem Rock zu tragen,
ist also nicht nur ein Kampf für Identitätsgeschlechter,
deren Genitalien unabhängig zu betrachten sind,
sondern auch ein Affront und direkter Angriff gegen das Patriarchat,
ein Penis unter einem Kleidungsstück, das eine (Frauen)Sklavin kennzeichnet, die mit dem Penis unterdrückt werden soll.
Eine Farce.
Eine Tragödie des Patriarchismus.
Zu ernst um ein Parodie zu sein.
Oder man versucht zumindest, den ernst der Lage durch "Travestie" zu kaschieren.
Eine Sklavin, die unterdrückt wird, und einen Penis, das Machtsymbol schlechthin unter ihrem Rock trägt, wäre grotesk.


Die Frage, wie es ausehen würde, wie "TV"(SIC!) und "TS"(SIC!), usw. gesehen würden in der Gesellschaft,
wenn ein vermeintlicher "Mann im Rock" "normal" wäre,
würde bedeuten, das diese Gesellschaft sich komplett vom Patriarchat befreit hätte.
Dann allerdings würden nicht nur ein vermeintlicher "Mann im Rock" (eine Identitätsfrau) ohne Anerkennungsverlust leben können,
sondern auch ein Identitätsfrau, und der Betrachter würde diese auch "sehen" können, ohne zwangsläufig einen Mann assozieren zu "müssen".
Denn das Patriarchat aufzulösen hieße auch, den Genitalismus zu beseitigen. Vagina=Frau, Penis=Mann wird dann obsolet,
zumindest für die Gesellschaft, wenn auch nicht für Identitäten, wenn sie bestimmte Harmonisierungsstrategien benötigen.
Das bedeutet wiederum, wir hätten keine Zwangspathologisierung mit F64.0 und F65.1, keine Schublädenbegriffe zur gesellschaftlichen "Entsorgung"
dieser "Subjekte" wie "Transsexualität" und "Fetischistischer Transvestitismus".


Die Betrachtung wäre nicht vollständig, würden wir darauf verzichten, die Sichtweise der Frauen zu analysieren, die hier einen "Mann" assoziieren,
der einen Rock trägt.
Eine Frau wird hier sehr vielschichtig reagieren, während wir bei den Männern die große Gruppe haben, die dies ablehnen, und eine kleine Gruppe von meist Bisexuellen, die dies neutral sehen, tolerieren, und auch gut finden können, haben wir bei den Frauen eine komplette Vermischung der Reaktionen.
Eine Frau, die konservativ geprägt ist, die darin aufgeht, sich in der dienenden Rolle als Frau zu definieren, und einen starken Mann an ihrer Seite sehen möchte, wird den "Mann im Rock" ablehnen, da er für sie den "Mann" zu dem sie nach oben schauen will, auf gleiche Augenhöhe bringt.
Das deillusioniert sie, das möchte sie nicht. Das löst auch ihre Frauendefinition auf, die mit Devotheit und unterordnen verbunden ist, ganz im Sinne des Patriarchat, mit dem, und das gab es und gibt es auch, sich viele Frauen identifiziert haben und heute noch identifizieren.

Diese waren die reaktionären Kräfte der Frauenbewegung und wollten alles so halten, wie es war, keine Veränderung, keine "Modernisierung".
Die klassischen Gegner der "Republik" nach dem 1. WK. waren diese Frauen, und die Männer, die Patriarchen, die sich im Patriarchismus wohlfühlten.
Nur ist diese Gruppe von Frauen nun zwar noch vorhanden, aber bildet nicht mehr die breite Masse der Frauen, Frauen sind heute ja gerade deshalb modern und emanzipiert geworden, weil sie sich von diesen Zwangsrollenklischees lösen konnten.

Frauen, die das Patriarchat ablehnen, kommen mit Männern im Rock sehr gut klar, bisexuelle Frauen sowieso, wie die bisesuellen Männer auch.
Und: Bisexuelle Frauen können sich leichter dazu bekennen, bzw. müssen es gar nicht, denn es ist gut zu "maskieren", eine Frau mit Freundin Hand in Hand ist überhaupt kein Problem, deshalb kann sie auch einen Mann im Rock gut finden dürfen.
Ein bisexueller Mann wird schon eher von seinesgleichen diskreditiert, und wird daher nur als geouteter Bi-Mann zu einem "Mann im Rock" stehen können.
Eine Frau muss sich nicht als bi outen, um einen "Mann im Rock" gut finden zu dürfen. Das wird einfach so mitgetraggen - eine Frau darf ja ihre "Busenfreundin" haben, das ist ganz "normal", und sogar küssen. Das kostet den Männern ein Lächeln. Dem modernen Mann versteht sich.
Und nach dem konservativen Patriarchen richtet sich diese Frau schon lange nicht mehr.

Bleibt festzuhalten, dass der Zuspruch der Frauen auf "Mann mit Rock" sehr groß ist, und gerade Frauen, die von Männern enttäuscht worden sind, dürften hier auch ihr Feindbild kompensieren können, und es sehr begrüßen, einen Mann zu haben, der zwar einen Penis hat, aber nicht so ist, wie sie ihn , den "richtigen Mann" erlebt haben, wie er sie enttäuscht hat.
Ein vermeintlicher "Mann im Rock" bietet für diese vom "richtigen Mann" gefrusteten Frauen nicht nur eine Alternative,
sondern fast schon eine Wunsch-Option.
"Die beste Freundin", die auch noch den Dildo in "Natura" hat - was will Frau mehr.

Bleibt festzuhalten, der "Mann in Rock" steht dem Patriarchismus im Weg.
Für den Patriarchismus würde hier durch die Kleidung dokumentiert, das hier ein "Mann" das "Lager" "wechselt" - die Seite wechselt.
Kein Wunder, denn das Patriarchat kennt nur Genitalismus, und ist fern von Gehirngeschlechtern wie Pluto vom Planeten Erde.
Für Identitäten hat der Patriarchismus keine Optionen. Es zählt nur Schwanz und schwanzlos.
TV, TV, DWT, DQ, TI, TG, oder einfach Fetischmann, schwuler Mann - egal: ein richtiger Mann darf es dann nicht mehr sein,
aber auch keine Frau.


An der Wirkung, die ein "vermeintlicher" "Mann im Rock" innerhalb der Gesellschaft erzeugt,
kann man genau ablesen, welche Wirkung ein Mensch hat,
der eine Geschlechtsidentität hat, die nicht zu seinem Aussehen passt.

Eine weibliche Identität wird vom Patriarchat nicht anerkannt, wenn der Penis bei der Geburt vorhanden war.

Selbst nach der gaOP nicht. Denn wir haben aus Sicht der Patriarchen Verräter.
Und Deserteure müssen erschossen werden, und wenn das nicht geht, werden sie gesellschaftlich mit Rufmord getötet:
Als Fetischisten, Kranke, psychisch Verhaltensgestörte diskriminiert.
"Umgebaute", "umgewandelte" Männer.

Bleibt als letzte Llösung: gaOP und sich zu verstecken, stealth mit 1000 Operationen. Ein Pfand an das Patriarchat.
Freiheit der Identitäten: Fehlanzeige

Travestie ist erlaubt. Alles weitere nicht mehr. Und wer trotzdem "wechselt", schau das Du Dich nicht erwischen läßt:
"Du Mann im Rock".


Image

"Porträt der Sonja Knips"
Gustav Klimt
1898




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Re: PGSM1 - die Rolle des Rockes für die Geschlechterrollen

Postby Lucera » Monday 27. October 2014, 20:37

Als die Frauen angefangen haben Hosen zu tragen, waren sie Frauen in Hosen. Wenn die Männer anfangen Röcke zu tragen sind sie Männer in Röcken. Auf keinen Fall würden die Frauen zu Männern, nur weil sie Hosen getragen haben. Genauso ist das mit Männern. Sie werden keinesfalls zu Frauen nur weil sie Röcke tragen. :P
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Re: PGSM1 - die Rolle des Rockes für die Geschlechterrollen

Postby Freeyourgender » Wednesday 29. October 2014, 04:26

Wenn Du das Problem ohne beteiligte weibliche Identität beim Mann betrachtest,
erhälst Du auch das überraschende Ergebnis,
das ein "Mann im Rock" nicht mehr der Mann sein wird,
der er vorher war:
Selbst wenn er einen karierten Schottenrock anzieht, oder in Gothic-Outfit daherkommt -
sobald das in einer Gesellschaft geschieht, die in einer patriarchen Kleiderordnung denkt,
wird er diskreditiert "als Mann" und ausgelacht. Zu einer WItzfigur.

Und ja - Du hast recht, eine Frau in Männer-Outfit wird nicht zu einer Witzfigur,
sondern sehr ernst genommen, auch wenn wir hier im Beispiel nun auch die männliche Identität
einmal ausklammern, die rauchende Marlene Dietrich im Wrack und Zylinder war alles andere als "witzig".

Und genau hier haben wir einen Faktor der erheblich ist:

Der Mann, der sich gegen eine Frau in Männerkleidung wehrt, erliegt früher oder später ihren sexuellen Reizen.
Umgekehrt, kann ein Mann im Rock keine hohe sexuelle Anziehungskraft auf eine Frau ausüben,
die die Männer dort belassen möchte, wo sie sind: In Hosen und ohne den "weiblichen" Rock.

Und die Verbündeten aus dem gleichen Geschlecht ?
die Männer im Rock haben die Masse ihrer Männer nicht auf ihrer Seite,
die Frauen in den Hosen schon, das haben uns die 20iger Jahre gezeigt,
die durch den 2 WK unterbrochen wurden, dann ging es in den 50iger Jahren weiter,
nach vorne.

Also eine äußerst ungünstige Ausgangsposition für "den Mann im Rock".

Und wenn wir nun die Identitäten mit dazunehmen, und nicht nur die reine "Kleiderwahl" betrachten:
Das eine Frau in Männeroutfit in der Fremdwahrnehmung für eine Frau gehalten wird,
obwohl sie sich in ihrer Identität als Mann erklärt ist ein Vorteil, erstmal.
Denn es entsteht im Betrachter keine Assoziations-Error,
wie beim Mann im Rock, der in der Assoziation eher zu einem Es wird, denn zu einer Frau oder einem Mann.

"search all trains for a girl in boys clothes"
Louise Brooks 1928 - 2 Jahre bevor Jose von Sternberg Marlene Dietrich in "der blaue Engel" im Männeroutfit inszenierte

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